Am Dienstag, dem 15. September 2026, empfing Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Landhaus in Sankt Pölten hochrangige Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche. Unter den Gästen waren Wiens Erzbischof Josef Grünwidl, der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz sowie Superintendent Michael Simmer — dazu zahlreiche Äbte aus dem Land.
Das Treffen, das Mikl-Leitner als „schöne und langjährige Tradition“ bezeichnete, wurde an diesem Abend zum Schauplatz pointierter politischer Aussagen: zum Kreuz in öffentlichen Räumen, zum Kopftuchverbot für Minderjährige und zur Frage, welche Werte das Land Niederösterreich in Zukunft tragen soll.
„Unser Fundament ist christlich“ — Bekenntnis zum Kreuz in öffentlichen Räumen
Mikl-Leitner ließ keinen Zweifel offen: „In Niederösterreich ist und bleibt das Kreuz ein unverzichtbares Symbol.“ Das christliche Fundament sei nicht verhandelbar. Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand — das seien die Eckpfeiler für die beste Zukunft der Kinder, erklärte die Landeshauptfrau vor den versammelten Kirchenvertretern.
Das Land werde sich auch künftig zum Kreuz in öffentlichen Räumen bekennen, stellte sie klar. Für Mikl-Leitner ist das kein kulturpolitisches Detail, sondern ein aktives Bekenntnis zu dem, was sie als gesellschaftliches Fundament Niederösterreichs versteht.
Kopftuchverbot für Mädchen unter 14: „Nicht nur ein Stück Stoff“
Deutlicher noch als beim Kreuz wurde Mikl-Leitner beim Thema Kopftuch. „Mädchen und Burschen sollen gleichberechtigt und gleichbestimmt aufwachsen können“, sagte die Landeshauptfrau. Daher stehe sie klar hinter dem Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren.
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„Das Kopftuch ist nicht nur ein Stück Stoff, es ist ein Symbol der Unterdrückung“, sagte Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich. Daher sei ein entsprechendes gesetzliches Verbot aus ihrer Sicht nicht nur gerechtfertigt, sondern notwendig.
Demografie als politische Warnung: Südkorea und Japan als abschreckende Beispiele
Auch das Thema sinkender Geburtenzahlen sprach Mikl-Leitner an. „Ohne Kinder keine Zukunft“, sagte sie und verwies auf Südkorea und Japan, wo der demografische Wandel bereits jetzt drastische gesellschaftliche Folgen zeige. Beide Länder kämpfen mit Geburtenraten, die weit unter dem Bestandserhaltungsniveau liegen.
Als Mutter zweier Töchter betonte Mikl-Leitner: Familie sei keine Belastung, sondern eine Bereicherung. Wer Ja zur Familie sage, übernehme Verantwortung — und erhalte dafür „Kraft, Liebe, Wärme, Nähe und Geborgenheit“ zurück.
Kirche und Politik: Gemeinsame Verantwortung für Kultur und Menschlichkeit
Die Landeshauptfrau betonte die geteilte Verantwortung von Kirche und Politik — einerseits für den Erhalt des kulturellen Erbes, andererseits für konkrete Hilfe im Alltag. Sie dankte den Kirchen ausdrücklich für ihre Arbeit in der Seelsorge, in Kindergärten und Schulen sowie in der Betreuung älterer und kranker Menschen.
Besonders hervorgehoben wurde das freiwillige Engagement in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen. Ohne dieses ehrenamtliche Netz, so die implizite Botschaft, wäre die soziale Infrastruktur des Landes deutlich schwächer.
Was Erzbischof Grünwidl und Superintendent Simmer dem Treffen mitgaben
Erzbischof Josef Grünwidl wertete das Treffen als Zeichen der Wertschätzung. Für ein gutes gesellschaftliches Miteinander brauche es, so Grünwidl, vor allem drei Dinge:
- Solidarität als Grundhaltung gegenüber Schwächeren
- Empathie im täglichen Umgang miteinander
- Konkretes Engagement statt bloßer Bekenntnisse
Superintendent Michael Simmer rückte das Thema Hoffnung in den Mittelpunkt. „Hoffnung ist nicht das Ergebnis guter Planung, sondern ein Geschenk“, sagte Simmer. Gerade angesichts immer neuer Krisen und der wachsenden Sorgen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei Hoffnung eine bewusste Entscheidung — der Mut, trotz Unsicherheit weiterzugehen.
Ob Mikl-Leitners Forderung nach einem Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren auf Bundesebene weitere politische Dynamik entfaltet, bleibt in den kommenden Wochen zu beobachten.
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