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Volksschule Favoriten: Warum christliche Schüler in Wien Pflichtfächer verpassen

Volksschule Favoriten: Warum christliche Schüler in Wien Pflichtfächer verpassen

An der Volksschule am Tesarekplatz in Wien-Favoriten hat sich eine Mutter mit einem ungewöhnlichen Vorwurf an die Öffentlichkeit gewandt. Ihr Sohn, so schildert sie es gegenüber der Redaktion, werde mitten im laufenden Unterricht aus der Klasse geholt — nicht wegen eines Notfalls, sondern um den römisch-katholischen Religionsunterricht zu besuchen. Die verpassten Stunden habe er danach selbst aufzuholen.

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Betroffen sind nach Angaben der Mutter ausgerechnet Kernfächer wie Deutsch, Mathematik und Sachunterricht. Ihr Urteil fällt knapp aus: „Das kann doch nicht die Lösung sein.“ Ob der Fall ein Einzelproblem ist oder auf einen systemischen Mangel in der Stundenplanung hinweist, ist nun Gegenstand einer klärenden Stellungnahme der Bildungsdirektion Wien.

Religionsunterricht während Deutsch und Mathematik: Was die Mutter beklagt

Die Wienerin beschreibt eine Situation, die sich offenbar seit Schulbeginn wiederholt. Ihr Sohn verlässt den Klassenraum, während der reguläre Unterricht weiterläuft — die anderen Kinder lernen, er nicht. Den versäumten Stoff holt er im Nachhinein nach, eine Lösung, die die Mutter für inakzeptabel hält.

Auf Nachfrage bei der Schulleitung habe sie keine Abhilfe erhalten. Die Auskunft sei gewesen, dass man an der derzeitigen Situation nichts ändern könne. Für die Mutter ist das keine befriedigende Antwort — zumal sie beim islamischen Religionsunterricht eine andere Praxis beobachtet haben will.

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Ungleichbehandlung oder Missverständnis? Der Vergleich mit dem Islam-Unterricht

Die Mutter ortet eine klare Ungleichbehandlung: Für den islamischen Religionsunterricht seien eigene Stunden im Stundenplan vorgesehen, sodass muslimische Kinder keinen anderen Unterricht versäumen müssten. Christliche Schüler dagegen würden mitten aus Pflichtfächern herausgeholt.

Diese Darstellung steht im Widerspruch zur offiziellen Position der Behörde. Die Bildungsdirektion Wien hält in ihrer Stellungnahme fest, dass ihr weder eine Beschwerde der Schulleitung noch eine direkte Meldung bekannt sei. Vor allem aber gelte ein klarer Grundsatz, wie die Behörde betont: „Es ist nicht möglich, dass zwei Pflichtgegenstände parallel angesetzt werden.“

Was die Bildungsdirektion Wien dazu sagt

Die Bildungsdirektion Wien weist den Vorwurf der Ungleichbehandlung ausdrücklich zurück. In ihrer Stellungnahme heißt es unmissverständlich: „Die genannten Rahmenbedingungen gelten für alle Religionsgemeinschaften gleichermaßen.“ Keine Konfession solle bevorzugt oder benachteiligt werden.

Gleichzeitig liefert die Behörde eine Erklärung für die entstandene Situation: Der Stundenplan an der Volksschule am Tesarekplatz sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch vorläufig. Die endgültige Fassung werde derzeit fertiggestellt. Auch die Gruppenaufteilung für den Religionsunterricht könne erst dann abgeschlossen werden, wenn die definitiven Anmeldezahlen vorliegen.

Vorläufiger Stundenplan: Wann sich die Lage für die Schüler ändert

Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt laut Bildungsdirektion in der Fertigstellung des endgültigen Stundenplans. Solange dieser noch nicht steht, könne es zu Überschneidungen kommen — die allerdings als Übergangsproblem und nicht als Dauerzustand zu verstehen seien.

Die Schulleitung arbeite bereits daran, sicherzustellen, dass der Religionsunterricht künftig nicht mit anderen Unterrichtsgegenständen kollidiert. Das gilt dem Vernehmen nach für alle Glaubensgruppen gleichermaßen. Folgende Grundprinzipien hat die Bildungsdirektion Wien als verbindlich benannt:

  • Kein Kind soll für den Besuch eines Pflichtgegenstands einen anderen Pflichtgegenstand versäumen.
  • Zwei Pflichtgegenstände dürfen grundsätzlich nicht gleichzeitig angesetzt werden.
  • Die Regelungen gelten für alle Religionsgemeinschaften ohne Ausnahme.
  • Die endgültige Stundenplanung erfolgt erst nach Abschluss der Anmeldeverfahren.

Was nach Abschluss der Stundenplanung noch offen bleibt

Ob die Beschwerde der Mutter nach Fertigstellung des endgültigen Stundenplans gegenstandslos wird, ist derzeit nicht absehbar. Die Bildungsdirektion hat keine konkrete Frist genannt, bis wann der Stundenplan an der Volksschule am Tesarekplatz finalisiert sein soll.

Die Mutter hat ihren Vorwurf öffentlich gemacht, ohne dass bislang ein formeller Beschwerdeweg beschritten wurde — weder bei der Schulleitung noch bei der Bildungsdirektion liegt nach deren eigenen Angaben eine offizielle Meldung vor. Ob sie diesen Schritt noch unternimmt, bleibt abzuwarten.

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