Im Mai war es eine schlichte Ansage: Stefan Kaineder, Grünen-Landesrat und Parteichef in Oberösterreich, veröffentlichte seine persönliche Handynummer und lud die Bevölkerung ein, ihn direkt zu kontaktieren. Unter dem Motto „Da Stefan – da für dich“ wollte er ohne Umweg über Büro oder Parteiapparat erreichbar sein. Geplant war die Aktion für genau drei Wochen.
Doch dabei blieb es nicht. Am 14. September 2026 lieferte Kaineder auf Instagram eine musikalische Fortsetzung seiner ungewöhnlichen Bürgeraktion — und die Reaktionen zeigen, dass er damit einen Nerv getroffen hat.
„Do für di“: Was steckt hinter Kaineders neuem Song?
Zunächst sorgte ein kurzes Tonstudio-Video mit dem Schriftzug „Coming soon“ für Rätselraten unter Kaineders Followern. Die Auflösung folgte rasch: ein Popsong im oberösterreichischen Dialekt, in dem der Grünen-Politiker sein Telefonierversprechen in Reimform verewigt hat.
Der Refrain lässt an Direktheit nichts zu wünschen übrig. „Hallo, do is wieder da Stefan! I bin do für di“, singt Kaineder zum Auftakt. Weiter heißt es: „Drückt bei dir irgendwo der Schuh, dann ruaf mi an, i hör da zu.“ Das Besondere: Der Landesrat trällert im Song sogar seine vollständige Telefonnummer — 0664 5076745 — in die Mikrofon.
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Oberösterreich als Kulisse: Klima und direkter Dialog im Liedtext
Der Song beschränkt sich nicht auf persönliche Erreichbarkeit. Kaineder greift darin auch politische Kernthemen auf, die seiner Partei am Herzen liegen. „In Oberösterreich kumman d’Leit zaum, weil ma mitanonda reden ko“, heißt es an einer Stelle — ein klares Bekenntnis zum direkten Austausch jenseits politischer Formalitäten.
Klima und Umwelt kommen ebenfalls vor, bevor der Song mit einer erneuten Einladung zum Anrufen endet: „Ruaf mi o, i gfrei mi sicherlich, weil i bin do für di.“ Die Botschaft ist dieselbe wie im Mai, nur diesmal mit Melodie unterlegt.
Nicht Kaineders erster Ausflug in die Musikwelt
Wer glaubt, der Grünen-Chef betrete damit Neuland, irrt sich. Schon 2023 trat Kaineder auf TikTok als singender Politiker in Erscheinung — damals mit einem Lied zur Melodie des bekannten „Wellerman“-Shantys, in dem er für den Ausbau von Windkraft in Österreich warb. Kaineder ist außerdem begeisterter Chorsänger, das Mikrofon ist ihm also kein fremdes Gerät.
Der neue Song fügt sich damit in ein Muster ein: Der Landesrat nutzt Social Media konsequent als direkten Kanal zur Bevölkerung — unkonventioneller als die meisten seiner Kollegen in der österreichischen Landespolitik.
Wie Kaineders Follower auf Instagram reagieren
Die Resonanz in den Kommentaren fiel eindeutig positiv aus. Nutzerinnen und Nutzer bezeichneten den Song als „Banger“ und „tollen Song“, einer vergab die Wertung „11/10“. Ein Kommentar brachte es kurz auf den Punkt: „Geht so richtig ins Ohr.“
Für einen Spitzenpolitiker ist das kein schlechtes Ergebnis. Ob der Song über Instagram hinaus Verbreitung findet, bleibt abzuwarten — die Telefonnummer jedenfalls ist nach wie vor aktiv.
Was als Nächstes kommt: Macht Kaineder weiter?
Die ursprünglich auf drei Wochen angelegte Handy-Aktion wurde bereits verlängert, der Song ist die bislang auffälligste Eskalationsstufe dieser Kampagne. Ob Kaineder die direkte Bürgernummer dauerhaft beibehält oder weitere musikalische Projekte plant, hat er öffentlich noch nicht konkretisiert.
Fest steht: Mit der Verbindung aus Mundartpop, persönlicher Telefonnummer und politischem Inhalt hat der OÖ-Grünen-Chef eine Kommunikationsstrategie entwickelt, die in der österreichischen Parteienlandschaft bisher ihresgleichen sucht.
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