Kurz nach Mitternacht, genau um 0.10 Uhr in der Nacht auf Samstag, herrschte am Oswald-Thomas-Platz im 2. Wiener Gemeindebezirk hektisches Treiben. Beamte der Wiener Bereitschaftseinheit sicherten den Abstrom von Veranstaltungsbesuchern ab, als zwei junge Männer lautstark mit Sicherheitsmitarbeitern in Streit gerieten und sich weigerten, das Gelände zu verlassen.
Was als lauter, aber noch handhabbar wirkender Disput begann, eskalierte innerhalb weniger Minuten zu einem Einsatz mit Verletzten und einem Versuch, einem Polizisten die Dienstwaffe zu entreißen – einem der gravierendsten Übergriffe, die Beamte im Dienst erleben können.
Streit mit Security, dann Eskalation mit der Polizei
Die beiden 20-jährigen österreichischen Männer fielen den Beamten der Bereitschaftseinheit auf, weil sie lautstark mit Security-Mitarbeitern stritten und trotz Aufforderung das Veranstaltungsgelände nicht verlassen wollten. Als die Polizisten versuchten, zu deeskalieren, wurden beide Männer laut Angaben der Landespolizeidirektion Wien noch aggressiver und beschimpften die Beamten.
Einer der beiden ließ sich auch nach mehrfacher Abmahnung nicht beruhigen. Er wurde daraufhin nach dem Verwaltungsstrafgesetz vorläufig festgenommen. Doch damit war der Einsatz längst nicht beendet.
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Schlag gegen Beamten: Auch der zweite 20-Jährige festgenommen
Als die Polizisten im Anschluss die Identität des zweiten Mannes feststellen wollten, schlug dieser unvermittelt auf einen Beamten ein. Auch er wurde daraufhin festgenommen. Zwei Festnahmen, zwei Männer im selben Alter, beide in derselben Nacht am Oswald-Thomas-Platz – die Situation hatte sich innerhalb kurzer Zeit dramatisch zugespitzt.
Versuch, die Dienstwaffe zu entreißen: Der gefährlichste Moment des Einsatzes
Der Höhepunkt der Gewalt folgte bei der Festnahme des zweiten 20-Jährigen. Laut Landespolizeidirektion Wien leistete der Mann heftigen Widerstand und verletzte dabei zwei Polizisten. In diesem Gerangel versuchte er, einem der Beamten die Dienstwaffe zu entreißen. Den Polizisten gelang es, das zu verhindern.
Ein solcher Versuch ist strafrechtlich hochbrisant. Der Griff nach der Dienstwaffe eines Beamten erfüllt nach österreichischem Recht den Tatbestand des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt – und kann darüber hinaus weitere schwerwiegende Anklagevorwürfe nach sich ziehen.
Was den Beschuldigten jetzt droht
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung befanden sich beide Männer in Polizeigewahrsam. Die Ermittlungen der Landespolizeidirektion Wien laufen. Die Vorwürfe im Überblick:
- Erster 20-Jähriger: vorläufige Festnahme nach dem Verwaltungsstrafgesetz wegen Widerstands und Beschimpfung von Beamten
- Zweiter 20-Jähriger: Verdacht des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt, tätlicher Angriff auf einen Polizisten sowie versuchter Entwaffnung eines Beamten
- Zwei Polizisten wurden bei der Festnahme verletzt
Der Strafrahmen für Widerstand gegen die Staatsgewalt nach Paragraf 269 des Strafgesetzbuchs beträgt in Österreich bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe. Je nach Ausgang der Ermittlungen könnten weitere Delikte hinzukommen.
Leopoldstadt als Einsatzschwerpunkt in der Nacht
Der 2. Bezirk ist als innenstadtnahes Veranstaltungsgebiet regelmäßig Schauplatz nächtlicher Polizeieinsätze. Die Wiener Bereitschaftseinheit ist speziell für solche Lagen ausgebildet – Personenkontrollen, Absicherung von Großveranstaltungen und rasche Intervention bei Eskalationen gehören zu ihrem Kernauftrag. Dass ein Einsatz im Zuge eines Veranstaltungsabstroms derart ausartet, bleibt dennoch außergewöhnlich.
Die Landespolizeidirektion Wien hat Anzeige erstattet. Ob die Staatsanwaltschaft Wien in weiterer Folge Untersuchungshaft beantragt, war am frühen Samstagmorgen noch offen.
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