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ÖBB-Reform 2026: Wie Andreas Matthä bis zu 80 Mio. Euro einsparen will

ÖBB-Reform 2026: Wie Andreas Matthä bis zu 80 Mio. Euro einsparen will

Freitagabend, kurz nach 22 Uhr: ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä sitzt im Studio der „ZiB 2“ und redet Klartext. Die Struktur des Konzerns, so räumt er ein, ist seit 25 Jahren im Wesentlichen unverändert geblieben. Nun soll das größte Reformpaket seit mehr als zwei Jahrzehnten den Staatsbetrieb von Grund auf neu aufstellen.

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Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) hat den entsprechenden Gesetzesentwurf bereits vorgelegt. Was konkret geplant ist, wie viel Geld dabei gespart werden soll — und warum Matthä sich gleichzeitig bei den Fahrgästen entschuldigte, zeigt dieser Überblick.

Die Reform: Warum Hanke den ÖBB-Konzern neu baut

Der Gesetzesentwurf von Mobilitätsminister Peter Hanke sieht vor, dass sowohl der Personenverkehr als auch die Rail Cargo Group von Aktiengesellschaften in Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs) umgewandelt werden. Damit erhält die Holding künftig deutlich mehr Steuerungsmöglichkeiten über ihre Töchter.

Hanke bezeichnete das Vorhaben als klares Signal: „Diese Reform ist ein klares Bekenntnis gegen Doppelgleisigkeiten und Ineffizienzen und für einen wettbewerbsfähigen und zukunftsfitten Konzern“, erklärte der SPÖ-Minister. Es ist das ambitionierteste Eingreifen in die ÖBB-Struktur seit über 20 Jahren.

60 bis 80 Millionen Euro: Was Matthä konkret einsparen will

Matthä nannte in der „ZiB 2“ erstmals eine konkrete Zahl: Durch den Abbau von Doppelgleisigkeiten — also parallelen Strukturen, die durch die bisherige Konzernorganisation entstanden sind — sieht er ein Einsparpotenzial von 60 bis 80 Millionen Euro. Wie hoch die tatsächlich realisierten Einsparungen letztlich ausfallen werden, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern.

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Die aktuelle Konzernstruktur bestehe seit 25 Jahren, sagte Matthä. Durch die geplante Umstrukturierung könnten parallele Abläufe besser gebündelt und effizienter gesteuert werden. Das Ziel sei ein schlankerer und wettbewerbsfähigerer Konzern.

Zugausfälle und Hitzeprobleme: Matthäs Entschuldigung an die Fahrgäste

Neben der Strukturreform sprach Matthä in der Sendung auch die jüngsten Probleme im Bahnbetrieb an. Hitze und ein Kabelbrand hätten für Fahrgäste „maximal unangenehme“ Situationen verursacht. Seine Aussage war unmissverständlich: „Da gibt es auch nichts zu diskutieren. Da gibt es nur sich zu entschuldigen dafür, dass wir diese Unannehmlichkeiten bereitet haben“, sagte Matthä.

Die gesunkenen Passagierzahlen im Nahverkehr führt der ÖBB-Chef vor allem auf baustellenbedingte Streckensperren zurück — nicht auf eine grundlegende Schwäche des Systems. Im Schnitt gebe es monatlich rund 2 Prozent Zugausfälle, während gleichzeitig mehr Züge angeboten würden als noch vor einigen Jahren.

Klimawandel und Sabotage: Die zwei neuen Risiken für den Bahnbetrieb

Matthä räumte ein, dass sich die ÖBB auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen müssten. Nach den Hitzeproblemen seien technische Berechnungen bereits angepasst worden. Ausfälle bei extremer Hitze werde es weiterhin geben können — entscheidend sei dann aber, dass Fahrgästen eine verlässliche Alternative zur Verfügung stehe. „Da müssen wir besser werden“, sagte der Konzernchef.

Ein zweites Thema beschäftigt den Konzern zusätzlich: mögliche Sabotageakte. Die ÖBB stünden dazu in intensivem Austausch mit anderen europäischen Bahnunternehmen und setzten auf verstärkte Überwachung. Eine hundertprozentige Sicherheit könne es aber laut Matthä nicht geben. Bei der Pünktlichkeit sieht er die ÖBB nach wie vor unter den führenden Bahnen Europas — ein grundsätzliches Fehlermuster bei den jüngsten Vorfällen erkenne man derzeit nicht.

Was die Reform für Fahrgäste und Steuerzahler bedeutet

Die Umwandlung der Töchter in GmbHs ist zunächst eine strukturelle Maßnahme, die sich nicht unmittelbar im Fahrplan niederschlägt. Die eigentliche Frage — ob und wie rasch die avisierten Einsparungen von bis zu 80 Millionen Euro tatsächlich beim Bund ankommen — bleibt vorerst offen. Für Fahrgäste relevanter dürfte sein, welche Konsequenzen die Reform für Personalentscheidungen und das Serviceangebot hat.

  • Personenverkehr und Rail Cargo Group werden von AGs in GmbHs umgewandelt
  • Die Holding erhält mehr Steuerungsmacht über Tochtergesellschaften
  • Einsparpotenzial durch Abbau von Doppelgleisigkeiten: 60 bis 80 Millionen Euro
  • Tatsächliche Einsparungshöhe laut Matthä noch nicht bezifferbar
  • Monatliche Zugausfallsquote derzeit bei rund 2 Prozent
  • Technische Anpassungen nach Hitzeproblemen bereits eingeleitet

Wie der Gesetzesentwurf von Hanke nun weitergeht

Der Gesetzesentwurf des Mobilitätsministeriums liegt seit dem 4. September 2026 auf dem Tisch. Die nächsten Schritte — parlamentarische Begutachtung, Stellungnahmen der Sozialpartner und schließlich die Abstimmung im Nationalrat — sind noch ausständig. Ob die angepeilte Schlankheitskur des Konzerns den Zeitplan hält, wird auch davon abhängen, wie viel Widerstand aus der Belegschaft und den ÖBB-Gremien kommt.

Matthä selbst zeigte sich zuversichtlich — die Frage, ob 60 oder 80 Millionen Euro letztlich gehoben werden können, dürfte erst beantwortet werden, wenn die neue Konzernstruktur tatsächlich in Betrieb ist.

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