Arnautović & Niederösterreich: Wie ein Fußballstar das größte Bundesland bewirbt

Am 9. Juli 2026 traten drei Personen gemeinsam vor die Kameras, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: eine Landeshauptfrau, ein Fußballprofi der Weltklasse und ein Tourismusdirektor. Der Anlass war eine neue Werbekampagne, die Niederösterreich als Urlaubsdestination ins Gespräch bringen soll — und die auf eine Zugkraft setzt, die im Fußballjahr 2026 besonders viel Gewicht hat.

Marko Arnautović, einer der bekanntesten österreichischen Fußballer der letzten zwei Jahrzehnte, ist das neue Testimonial der Niederösterreich Werbung. Doch was steckt hinter dieser Partnerschaft — und welche Botschaft soll der Stürmer ins Land tragen?

Die Kampagne: „Wer macht schon Urlaub in Niederösterreich?”

Der Titel der Kampagne klingt bewusst provokant: „Wer macht schon Urlaub in Niederösterreich?” — eine Frage, die Selbstironie und Einladung zugleich ist. Genau das ist die Strategie. Niederösterreich gilt vielen Österreicherinnen und Österreichern als Durchzugsland auf dem Weg in die Berge oder ans Meer, nicht als Ziel an sich.

Arnautović soll das ändern. Als gebürtiger Wiener mit niederösterreichischen Wurzeln wirkt er glaubwürdig — kein aufgesetzter Werbeträger, sondern jemand, der das Bundesland kennt. Die Kampagne wurde von der Agentur Die Goldkinder umgesetzt, die Fotos stammen von Fotograf Simon Rajchl.

Mikl-Leitner und Duscher: Wer hinter der Kooperation steht

Bei der Präsentation in St. Pölten standen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Michael Duscher, Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung, gemeinsam mit Arnautović vor den Fotografen. Beide Seiten betonten, dass die Wahl des Testimonials kein Zufall ist.

Duscher leitet die Niederösterreich Werbung, die als landeseigene Gesellschaft für die touristische Vermarktung des Bundeslandes verantwortlich ist. Die Agentur bespielt sämtliche relevanten Kanäle — von klassischer Außenwerbung bis zu digitalen Plattformen — und setzt bei dieser Kampagne erstmals auf einen Sportstar dieser Bekanntheitsstufe.

Arnautović als Testimonial: Reichweite trifft Glaubwürdigkeit

Marko Arnautović ist in Österreich keine Figur, die erklärt werden müsste. Der Stürmer spielte unter anderem für Inter Mailand und ist Rekordtorschütze des österreichischen Nationalteams. Seine öffentliche Präsenz reicht weit über den Sport hinaus — er ist in Boulevardmedien, auf Social-Media-Plattformen und in der Populärkultur gleichermaßen präsent.

Genau diese Reichweite macht ihn als Werbebotschafter interessant. Die Niederösterreich Werbung setzt darauf, dass sein Gesicht Aufmerksamkeit auf Regionen lenkt, die sonst im Schatten prominenterer Reiseziele stehen — den Wachauer Donauhängen, dem Mostviertel oder dem Weinviertel.

Was Niederösterreich als Urlaubsziel zu bieten hat

Mit einer Fläche von rund 19.200 Quadratkilometern ist Niederösterreich das flächenmäßig größte Bundesland Österreichs. Touristisch deckt es eine bemerkenswerte Bandbreite ab:

  • Die Wachau als UNESCO-Weltkulturerbe mit Weinbau und Donauradweg
  • Das Mostviertel mit Birnbaumlandschaften und Almwiesen
  • Das Weinviertel, eines der bedeutendsten Weinanbaugebiete Mitteleuropas
  • Semmering und Schneeberg als nahe gelegene Ausflugsziele aus Wien
  • Zahlreiche Burgen, Stifte und kulturhistorische Stätten

Niederösterreich verzeichnete laut Statistik Austria zuletzt rund 8 Millionen Nächtigungen pro Jahr — ein Wert, der angesichts der Nähe zu Wien und der Vielfalt des Angebots noch deutlich Luft nach oben hat.

Sommerkampagne 2026: Wie weit die Werbung reicht

Die Kampagne ist für den Sommer 2026 ausgelegt und wird österreichweit ausgespielt — auf Plakatwänden, im digitalen Raum und in den sozialen Medien. Ob und in welchem Umfang Arnautović auch in Bewegtbildformaten zu sehen sein wird, ließ die Niederösterreich Werbung zum Zeitpunkt der Präsentation offen.

Fest steht: Die Kampagne zielt nicht auf internationale Gäste, sondern in erster Linie auf die österreichische Bevölkerung selbst — auf jene, die Niederösterreich kennen, aber nie ernsthaft als Reiseziel in Betracht gezogen haben. Ob Arnautovićs Auftritte ausreichen, um dieses Bild zu verschieben, wird sich spätestens in den Nächtigungsstatistiken des Herbstes 2026 zeigen.

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