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Tabakovic-Doppelpack in Salzburg: Wie Rapid beim 1:5 die Tabellenführung verlor

Tabakovic-Doppelpack in Salzburg: Wie Rapid beim 1:5 die Tabellenführung verlor

Vier Minuten. Länger brauchte Haris Tabakovic nicht, um dem Abend seine Richtung zu geben. Der Ex-Austrianer tanzte Jannes Horn im Strafraum aus, zog ab — und Rapid stand bereits beim ersten Pflichtspielduell mit Red Bull Salzburg in dieser Saison mit dem Rücken zur Wand. Es war die 21. Spielminute, als Tabakovic seinen Doppelpack fertiggestellt hatte und die Partie de facto entschieden war.

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Was als Topspiel zwischen dem Tabellenzweiten aus Wien und den aufstrebenden Salzburgern geplant war, endete am Mittwochabend, dem 2. September 2026, mit einer 1:5-Niederlage der Hütteldorfer — dem ersten Ligadämpfer nach einem makellosen Saisonstart und dem zweiten schweren Rückschlag nach dem Conference-League-Aus gegen Heart of Midlothian. Wer die Tabellenführung zurückerobert wollte, fuhr als Dritter wieder heim.

Drei Tore in 21 Minuten: Wie Salzburg Rapid überrumpelte

Der Plan der Wiener — mutig, ballsicher, aktiv — zerbrach binnen weniger Minuten an der eigenen Defensivunordnung. Tabakovic traf in der 4. Minute, Kapitän Nikolas Veratschnig legte in der 15. nach, Tabakovic vollendete seinen Doppelpack in der 21. Minute. Drei Tore, drei individuelle Fehler im und um den Strafraum, kein Rapid-Gegenpressing, das diesen Namen verdient hätte.

Bemerkenswert: Es war das erste Spiel der Salzburger nach dem Verkauf von Mittelfeld-Leitwolf Romeo Amane — für 6,5 Millionen Euro zu Anderlecht. Ohne ihn schaltete und waltete der Tabakovic-Viertelstunden-Terror vor der Rapid-Abwehr nach Belieben. Der 19-jährige Bartosz Mazurek lieferte dabei seinen ersten von zwei Assists des Abends.

Baidoo-Blitztor und Konate-Schlusspunkt: Die zweite Halbzeit als Verwaltungsakt

Dass Salzburg die komfortable Führung über die Pause retten würde, war kaum in Frage zu stellen. Edmund Baidoo stellte unmittelbar nach Wiederanpfiff — 46. Minute, Blitztor — auf 4:0 und nahm damit auch dem letzten hoffnungsvollen Rapid-Fan den Rest des Glaubens. Karim Konate traf in der 90. Minute zum 5:1-Endstand, Mazurek steuerte wieder seinen Assist bei.

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Das einzige Lebenszeichen der Gäste kam aus beachtlicher Entfernung: Kapitän Matthias Seidl traf in der 51. Minute per Fernschuss sehenswert zum 1:4, verpasste in der 62. Minute aus ähnlicher Distanz nur knapp sein zweites Tor. Ansonsten biss sich die Rapid-Offensive an Salzburgs Innenverteidiger-Duo Kevin Boma und dem erst 19-jährigen ÖFB-Talent Valentin Zabransky die Zähne aus.

Was die Statistik nicht zeigt — und was sie enthüllt

Das Ergebnis legt ein klares Bild nahe, doch die Zahlen erzählen eine differenziertere Geschichte. Ballbesitz: 50:50. Schüsse: 16 für Salzburg, 17 für Rapid. Torschüsse: 9:4. Zweikämpfe: 52 zu 40 — gewonnen von den Gastgebern.

Salzburg war bei Weitem nicht so überlegen wie das Ergebnis suggeriert, aber brutal effizient. Rapid produzierte tatsächlich mehr Schüsse, scheiterte jedoch an mangelnder Konsequenz im Abschluss und an einer Abwehr, die bei Standards und Gegenstößen kollektiv versagte. Die Eckenstatistik — 2 für Salzburg, 6 für Rapid — illustriert, wie viel die Wiener offensiv investierten, ohne die nötige Verwertung zu liefern.

Was Hoff Thorup, Seidl und Röhl nach dem Abpfiff sagten

Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup nahm kein Blatt vor den Mund: „Nach den drei schnellen Toren war es natürlich schon ein anderes Fußballspiel. Mit den Situationen in und um den Strafraum herum sind wir nicht gut umgegangen. Viel zu viele Räume angeboten“, sagte der Däne. Auf die Frage nach einem defensiveren Sechser im Mittelfeld antwortete er offen: „Wir haben keinen Geldautomaten. Das Spiel hat gezeigt, dass da Verbesserungspotenzial ist.“

Kapitän Matthias Seidl analysierte knapp: „Unser Pressing hat nicht gut funktioniert. Wir waren immer einen Schritt zu spät.“ Abwehrchef Nenad Cvetkovic ergänzte: „Sie haben gefühlt mit jedem Angriff ein Tor geschossen. Wenn du gegen so ein Team spielst, wirst du bestraft.“ Salzburg-Coach Danny Röhl wiederum räumte trotz des klaren Erfolgs ein: „Verdienter Sieg, aber das eine oder andere Tor zu hoch.“

Doppelpacker Tabakovic sorgte abseits des Platzes noch für einen Nachklang: Beim Gang an der Rapid-Fankurve vorbei wurde er nach seiner Auswechslung mit Gegenständen beworfen. „Ich habe keine Reaktion gezeigt. Durch meine Vergangenheit bei der Austria hat sich da vielleicht etwas angestaut. Das gehört dazu zum Fußball“, sagte er.

Tabellenverschiebung: LASK führt, Salzburg drängt, Rapid muss sich sammeln

Mit dem vierten Ligasieg im fünften Saisonspiel überholte Salzburg Rapid in der Tabelle. Die Bullen liegen nun zwei Punkte hinter Titelverteidiger und Leader LASK — eine Konstellation, die den Meisterschaftskampf bereits in früher Phase zuspitzt. Rapid rutscht auf Platz drei und muss die Länderspielpause nutzen, um die defensiven Defizite zu analysieren.

  • Salzburg — nächste Pflichtspiele: Cup-Reise nach St. Pölten (Sonntag, 17 Uhr), Ligaauswärtsspiel in Ried (11. September), dann Heimspiel gegen Sturm (20. September)
  • Dazwischen der Europa-League-Auftakt bei Levski Sofia am 17. September
  • Rapid — nächste Pflichtspiele: ÖFB-Cup bei Austria Klagenfurt (Samstag, 20.30 Uhr), Ligaauswärtsspiel in Wolfsberg (12. September), Heimspiel gegen Wattens (18. September)

Sky-Experte Andi Herzog fasste Rapids Abend so zusammen: „Rapid war zu soft in den Zweikämpfen und hat bitteres Lehrgeld gezahlt.“

Hoff Thorups Baustelle: Wo Rapid die Antworten finden muss

Die Niederlage in Salzburg ist nicht bloß ein schlechter Abend — sie legt strukturelle Fragen offen. Ohne einen echten Sechser, der das Mittelfeld absichert, und mit einer Abwehr, die bei schnellen Kombinationen aus dem Gleichgewicht gerät, wird es gegen die Topteams der Bundesliga schwer werden, konstant Punkte zu holen.

Hoff Thorup weiß das. Er sprach nach dem Spiel selbst von „Verbesserungspotenzial“ in der Defensivarbeit und deutete an, dass die Transferoptionen angesichts der finanziellen Mittel des Klubs begrenzt sind. Ob die Länderspielpause reicht, um taktische Korrekturen einzuspielen, wird sich beim Auswärtsspiel in Wolfsberg am 12. September zeigen.

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