Pristina, Donnerstagabend. Das ÖFB-Team hatte sich gerade in der kosovarischen Hauptstadt ein mühsames 1:1 erkämpft — nach Rückstand, spät, aber unverdient verloren war es nicht. Ralf Rangnick stand noch in der Kabine, als anderswo die Anzeigetafel das Ergebnis zeigte, auf das Österreich insgeheim gehofft hatte.
Denn während die Rot-Weiß-Roten um Punkte feilschten, lieferten sich die beiden anderen Gruppengegner in der UEFA Nations League, Gruppe B3, ebenfalls ein 1:1-Remis. Irland gegen Israel — und plötzlich ist der Aufstieg in die A-Liga mehr als ein Wunsch.
Das Ergebnis aus Dublin: Warum das 1:1 zwischen Irland und Israel Gold wert ist
Toptorjäger Troy Parrott brachte Irland in der 39. Minute per Elfmeter in Führung. Dor Peretz glich für Israel unmittelbar nach dem Seitenwechsel in der 47. Minute aus — der Endstand blieb 1:1. Für Österreich hätte es kaum besser laufen können.
Das Unentschieden zwischen den beiden direkten Konkurrenten bedeutet nämlich: Keine der beiden Mannschaften konnte Boden gutmachen. Österreich profitiert doppelt — von den verlorenen Punkten des Kosovo am Vorabend und nun von den geteilten Punkten zwischen Irland und Israel.
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Tabellenführung nach Spieltag 4: Österreich mit 3 Punkten Vorsprung auf zwei Verfolger
Nach dem vierten Spieltag steht das ÖFB-Team unangefochten an der Spitze der Gruppe B3. Der Vorsprung auf den Kosovo beträgt ebenso drei Punkte wie jener auf Irland. Israel liegt weiter abgeschlagen dahinter.
Bemerkenswert: Österreich ist in vier Nations-League-Partien noch ohne Niederlage. Ein Ergebnis, das die Qualität des Rangnick-Kaders unterstreicht — auch wenn der Auftritt in Pristina nicht immer überzeugend war.
Der Weg in die A-Liga: Was Österreich im November noch braucht
Zwei Spiele verbleiben, beide im November. Das Programm für das ÖFB-Team im Überblick:
- 14. November, Linz: Heimspiel gegen Irland — ein Sieg würde den Aufstieg in die A-Liga vorzeitig besiegeln
- 17. November, Debrecen: Auswärtsspiel gegen Israel auf neutralem Boden in Ungarn
Ein Heimsieg in der Linzer Raiffeisen Arena am 14. November würde rechnerisch reichen, um den Aufstieg endgültig festzumachen — unabhängig vom Parallelspiel. Österreich hat es selbst in der Hand.
Rangnick-Effekt: Wie das ÖFB-Team zur Tabellenspitze wurde
Unter Teamchef Ralf Rangnick hat sich die österreichische Nationalmannschaft in der Nations League als stabile Einheit präsentiert. Vier Spiele, kein einziger Sieg für den Gegner. Selbst das späte 1:1 in Pristina, wo der Kosovo die Österreicher lange Zeit in Bedrängnis brachte, endete nicht mit einer Niederlage.
Das ÖFB-Team zeigte dabei eine Eigenschaft, die in K.o.-Situationen entscheidend ist: Comeback-Qualität. Nach Rückstand noch zu punkten ist kein Zufall, sondern ein Muster, das sich in dieser Nations-League-Kampagne wiederholt hat.
Was jetzt noch fehlt: Der Aufstieg ist möglich, aber nicht gesichert
Drei Punkte Vorsprung mit zwei ausstehenden Spielen klingen komfortabel — sind es aber nur bedingt. Irland tritt ebenfalls noch zweimal an und kann theoretisch aufholen. Verliert Österreich beide verbleibenden Partien und gewinnt Irland beide, dreht sich die Tabelle.
Das Polster ist real, die Ausgangslage so günstig wie noch nie in dieser Kampagne. Ob das ÖFB-Team die Chance im Heimspiel am 14. November nutzt, entscheidet über den erstmaligen Aufstieg in die A-Liga der UEFA Nations League — die höchste Spielklasse des Wettbewerbs, in der Nationen wie Deutschland, Frankreich und Spanien antreten.
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