77. Minute, Aviva Stadium Dublin. Michael Gregoritsch nimmt den Ball an, dreht ab, schießt – und das Netz bewegt sich. Fünf Minuten zuvor hatte Alexander Prass die Österreicher zurück ins Spiel gebracht, nun war der Rückstand egalisiert. Was zur Pause noch wie eine klare Niederlage ausgesehen hatte, endete als hart erkämpftes Unentschieden.
Das ÖFB-Team lag am Donnerstagabend, dem 1. Oktober 2026, nach einer schwachen ersten Halbzeit mit 0:2 hinten. Wie das Teamchef Ralf Rangnick in der Pause reagierte – und was das für die Gruppenführung in der Nations League bedeutet – ist die eigentliche Geschichte dieses Abends.
0:2 zur Pause: Was in der ersten Halbzeit schiefgelaufen ist
Irland dominierte die erste Hälfte, Österreich fand kaum Zugriff. Die Abstände stimmten nicht, der Aufbau stockte, und nach 45 Minuten war das 0:2 aus rot-weiß-roter Sicht keineswegs unverdient. Selten hatte man das ÖFB-Team in dieser Nations-League-Kampagne so ideenlos gesehen.
Es war ein Auftritt, der in deutlichem Kontrast zu den 3:1-Siegen gegen Israel und den Kosovo stand. Dublin zeigte, dass diese Mannschaft noch nicht gegen jeden Gegner automatisch funktioniert.
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Rangnicks drei Wechsel: Die Wende kommt aus der Kabine
Ralf Rangnick griff in der Pause entschlossen durch. Drei Wechsel auf einmal – ein klares Signal, dass er mit dem Gesehenen nicht einverstanden war. Das ÖFB-Team, das in Halbzeit eins kaum Torraumszenen produziert hatte, wurde plötzlich gefährlicher, direkter, aggressiver.
Alexander Prass traf in der 72. Minute, Gregoritsch legte fünf Minuten später nach. Innerhalb von acht Minuten war aus einem 0:2 ein 2:2 geworden – eines der eindrucksvollsten Comebacks des ÖFB in jüngerer Zeit auf internationaler Bühne.
Nations League Gruppe: Österreich bleibt auf Platz 1
Das Remis reicht, um die Tabellenführung zu verteidigen. Nach drei Spielen stehen für das ÖFB-Team 7 Punkte zu Buche – Platz 1 in der Nations-League-B-Gruppe. Der Vorsprung auf die Konkurrenz ist damit komfortabel genug, um den Aufstiegskurs in Richtung A-Liga nicht zu gefährden.
Zum Vergleich: Vor einem Jahr hätte ein 2:2 in Dublin als solides Ergebnis gegolten. Angesichts des 0:2-Rückstands und der matten ersten Halbzeit ist es fast schon ein moralischer Sieg.
Vier Spiele, sieben Punkte: Die ÖFB-Bilanz dieser Länderspielwoche
Die aktuelle XXL-Länderspielpause fordert dem Team einiges ab. Vier Spiele in kurzer Folge, Reisen, Belastung. Die bisherige Ausbeute ist dennoch beeindruckend:
- Sieg gegen Israel: 3:1
- Sieg gegen den Kosovo: 3:1
- Remis in Irland: 2:2 (nach 0:2-Rückstand)
- Nächstes Spiel: Sonntag, Österreich in Pristina gegen den Kosovo
Das vierte Spiel dieser Runde findet am Sonntag in Pristina statt – erneut gegen den Kosovo, der bereits zweimal als Gegner fungierte.
Was beim Spiel in Pristina auf dem Spiel steht
Ein weiterer Sieg am Sonntag würde die Führung in der Gruppe weiter ausbauen und den Aufstieg in die Nations League A einen großen Schritt näherbringen. Für Rangnick und sein Team geht es darum, zu zeigen, dass Dublin kein Rückfall war, sondern ein Ausrutscher.
Ob Prass und Gregoritsch nach ihren Treffern auch in Pristina von Beginn an auflaufen, ist eine der offenen Fragen vor dem Abschlussspiel dieser Länderspielwoche.
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