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Berliner Koalitionspoker: SPD sondiert mit der Linken – doch Steffen Krach warnt vor hohen Hürden

Berliner Koalitionspoker: SPD sondiert mit der Linken – doch Steffen Krach warnt vor hohen Hürden

Am Sonntagabend, dem 26. September 2026, stand das Ergebnis fest: Die Linke holte bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 25,7 Prozent der Stimmen und landete damit klar auf Platz eins. Spitzenkandidatin Elif Eralp trat vor jubelnde Anhänger — und machte unmissverständlich klar, dass sie als erste Frau die Regierende Bürgermeisterin Berlins stellen will.

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Doch zwischen Wahlerfolg und Regierungsbildung liegt ein weiter Weg. Noch am Abend des Parteitags, bei dem eine deutliche Mehrheit der Linken-Delegierten für Sondierungsgespräche mit SPD und Grünen votierte, dämpfte SPD-Landeschef Steffen Krach die Erwartungen merklich. Ob ein rot-grün-rotes Bündnis tatsächlich zustande kommt, ist alles andere als ausgemacht.

25,7 Prozent: Wie die Berliner Linke ihren historischen Sieg eingefahren hat

Das Ergebnis vom 21. September 2026 hat die Berliner Parteienlandschaft durcheinandergewirbelt. Die Linke erzielte mit 25,7 Prozent ihr bestes Ergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl und verwies die CDU auf den zweiten Platz. Die SPD landete abgeschlagen auf Platz fünf — ein herber Rückschlag für eine Partei, die Berlin jahrelang mitregiert hatte.

Elif Eralp führte die Linke als Spitzenkandidatin in diesen Wahlkampf. Nun erhält sie die Chance, Geschichte zu schreiben: Noch nie hat die Linke in Berlin das Amt der Regierenden Bürgermeisterin besetzt. Der Landesparteitag erteilte ihr und der Parteiführung ein klares Mandat, Sondierungen mit SPD und Grünen aufzunehmen.

Wer für die SPD in die Sondierungen geht — und welche Themen dominieren werden

Das SPD-Sondierungsteam soll aus bis zu fünf Personen bestehen. Gesetzt sind die beiden Landesvorsitzenden Bettina König und Steffen Krach sowie Derya Caglar als Vertreterin der Fraktion. Je nach Gesprächsthema können bis zu zwei weitere Mitglieder aus dem geschäftsführenden Landesvorstand oder andere Fachleute der Partei hinzugezogen werden — das Team ist damit bewusst flexibel aufgestellt, wie der Sender NTV berichtete.

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Sondierungsgespräche sind noch keine Koalitionsverhandlungen. In diesen ersten Runden wird ausgelotet, welche Themen den Parteien besonders wichtig sind und ob überhaupt eine tragfähige Grundlage für weiterführende Verhandlungen besteht.

Krachs Warnung: Was er mit „sehr hohen Hürden“ meint

Steffen Krach wählte vor dem Linke-Parteitag deutliche Worte. „Es gibt durchaus sehr hohe Hürden“, sagte er. „Ehrlich gesagt, die letzten Tage waren jetzt auch nicht so, dass sie absolut vertrauensbildend waren.“ Eine ungewöhnlich offene Aussage für einen Politiker, der gleichzeitig Sondierungen ankündigt.

Hintergrund ist unter anderem die anhaltende Kritik an der Berliner Linken wegen umstrittener Positionen einiger Parteimitglieder zum Nahostkonflikt. Vorwürfe des Antisemitismus weist die Parteispitze zwar zurück — doch das Thema belastet das politische Klima und macht potenzielle Koalitionspartner nervös. Krach ließ offen, ob diese Differenzen in Sondierungsgesprächen überbrückt werden können.

Welche Alternativen zur rot-grün-roten Koalition rechnerisch denkbar sind

Ein Bündnis aus Linker, SPD und Grünen ist nicht die einzige Option, die sich aus dem Wahlergebnis ergibt. Rechnerisch möglich wäre auch eine Koalition aus der zweitplatzierten CDU mit Grünen und SPD. Krach hat erklärt, dass er grundsätzlich auch mit der CDU sprechen würde, sofern diese zu Gesprächen einlüde.

Die möglichen Koalitionsvarianten auf einen Blick:

  • Rot-Grün-Rot: Linke, SPD, Grüne — von der Linken angestrebt, Sondierungen laufen
  • Schwarz-Grün-Rot: CDU, Grüne, SPD — rechnerisch möglich, von Krach nicht ausgeschlossen
  • Andere Dreier-Bündnisse: weitere Kombinationen gelten derzeit als unwahrscheinlich

Die Grünen haben angekündigt, nach erfolgreichen Sondierungen einen kleinen Parteitag darüber abstimmen zu lassen, ob sie in Koalitionsverhandlungen eintreten. Damit liegt ein weiterer Entscheidungspunkt außerhalb des direkten Einflusses von SPD und Linker.

Was als nächstes passiert — und was noch völlig offen bleibt

Sondierungsgespräche in Berlin dauern erfahrungsgemäß mehrere Wochen. Erst wenn alle drei potenziellen Partner eine gemeinsame inhaltliche Basis für realistisch halten, würden offizielle Koalitionsverhandlungen beginnen — mit ungewissem Ausgang. Elif Eralp, Bettina König und die Grünen-Führung müssen in dieser Phase nicht nur inhaltliche Schnittmengen finden, sondern auch das gegenseitige Vertrauen herstellen, das Krach am Abend des 26. September 2026 ausdrücklich vermisste.

Ob die Berliner Linke tatsächlich erstmals die Regierende Bürgermeisterin stellen wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen — und hängt wesentlich davon ab, wie die drei Parteien mit den strittigen Punkten umgehen, die Krach bewusst unbenannt ließ.

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