Gegen 13.30 Uhr des 16. September 2026 gingen bei der Polizei mehrere Meldungen ein — Nachbarn in einem Mehrparteienhaus in Bad Vöslau, Bezirk Baden, hörten Hilferufe und lautes Geschrei aus einer der Wohnungen. Ein Nachbar schilderte später: „Es gab immer wieder Streit, heute war es so laut, dass ich die Polizei rufen wollte. Ich bin mit dem Handy auf den Gang, da stand schon eine andere Nachbarin, die mit der Polizei telefonierte.“ Die Situation war zu diesem Zeitpunkt bereits außer Kontrolle geraten.
Was die Beamten bei ihrem Eintreffen in der Kurstadt vorfanden, war der Abschluss einer brutalen Eskalation: Ein 39-jähriger Mann soll seine 27-jährige Partnerin mit einem Messer mehrmals niedergestochen haben. Die Frage, die das Landeskriminalamt Niederösterreich nun beschäftigt, lautet: Was geschah in den Minuten zwischen dem Notruf und dem tödlichen Schuss?
Der Messerangriff: Eine 27-Jährige kämpft ums Überleben
Nach Informationen von „Heute“ soll dem Angriff ein heftiger Streit zwischen dem 39-Jährigen und seiner Partnerin vorausgegangen sein. Zunächst soll der Mann die Frau bedroht haben — dann soll er ein Messer gezogen und mehrmals auf sie eingestochen haben.
Die 27-Jährige erlitt dabei schwere Stichverletzungen. Unbestätigten Angaben zufolge soll sie versucht haben, sich vor dem Angreifer zu verbarrikadieren. Ein Notarzt versorgte sie noch vor Ort, anschließend wurde sie in ein Spital gebracht. Laut „Heute“-Informationen befindet sie sich außer Lebensgefahr.
Polizist erschießt 39-Jährigen: Was im Mehrparteienhaus passierte
Als das Großaufgebot der Polizei in dem Wohnhaus in Bad Vöslau eintraf, kam es im Zuge der Amtshandlung zum Einsatz der Dienstwaffe. Laut „Heute“-Informationen soll ein Beamter der Bereitschaftseinheit mehrere Schüsse abgegeben haben. Einer davon traf den 39-Jährigen tödlich.
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„Es kam zu einem Schusswaffengebrauch seitens der Polizei. Der Beschuldigte wurde getötet“, bestätigte Chefinspektor Johann Baumschlager, Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich. Zunächst war der Gesundheitszustand des Mannes noch unklar — wenig später stand fest, dass er seinen Verletzungen erlegen war.
Was das BAK jetzt untersucht: Die Schussabgabe und ihre Umstände
Die genauen Umstände, die unmittelbar zur Schussabgabe führten, sind Gegenstand laufender Ermittlungen. Offen ist insbesondere, welche konkrete Gefahrensituation für die einschreitenden Beamten bestand. Diese Untersuchung liegt beim Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) im Innenministerium — wie in Österreich bei Polizeischusswaffengebrauch mit Todesfolge gesetzlich vorgesehen.
Das Landeskriminalamt Niederösterreich hat parallel die Ermittlungen zur Vorgeschichte des Angriffs übernommen. Geklärt werden müssen sowohl die Hintergründe der Auseinandersetzung als auch der genaue Ablauf des gesamten Einsatzes.
Möglicher Drogenhintergrund: Was Ermittler prüfen
Unbestätigten Informationen zufolge könnte das Geschehen im Drogenmilieu angesiedelt sein. Demnach soll es sich bei beiden Beteiligten um suchtmittelabhängige Personen handeln. Eine offizielle Bestätigung durch die Behörden liegt bislang nicht vor.
Die Ermittler müssen nun den gesamten Ablauf rekonstruieren — von der ersten Drohung über den Messerangriff bis hin zu den Momenten unmittelbar vor der Schussabgabe. Folgende Punkte stehen dabei im Mittelpunkt:
- Die genaue Tatwaffe und der Ablauf des Messerangriffs auf die 27-Jährige
- Die Anzahl der abgegebenen Schüsse und die Distanz zur Tatwaffe
- Die unmittelbare Gefahrensituation für die einschreitenden Polizeibeamten
- Ein möglicher Zusammenhang mit dem Suchtmittelmilieu im Bezirk Baden
- Die Frage, ob es in dem Mehrparteienhaus zuvor bereits polizeiliche Einsätze gab
Bad Vöslau im Ausnahmezustand: Der Einsatz am Mittwochnachmittag
Bad Vöslau, bekannt als Kurstadt südlich von Wien im Bezirk Baden, war am Mittwochnachmittag Schauplatz eines der schwersten Polizeieinsätze der Region seit Jahren. Tatortermittler sicherten stundenlang Spuren in und um das Mehrparteienhaus. Rettungskräfte und Notarzt waren gleichzeitig im Einsatz.
Der Einsatz löste unter Anrainern erhebliche Bestürzung aus. Mehrere Nachbarn hatten zuvor unabhängig voneinander den Notruf gewählt — ein Hinweis darauf, dass das Ausmaß des Geschreis und der Hilferufe für die gesamte Hausgemeinschaft nicht zu überhören war.
Das Landeskriminalamt Niederösterreich und das BAK werden ihre Ergebnisse zu gegebener Zeit der Staatsanwaltschaft übermitteln — wie lange die Ermittlungen dauern werden, ist derzeit noch offen.
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