Wissenswertes

Marchfeldkanal Unglück: Wie 3 Wiener beim Paddeln in Gerasdorf ums Leben kamen

Marchfeldkanal Unglück: Wie 3 Wiener beim Paddeln in Gerasdorf ums Leben kamen

Montagabend, irgendwo zwischen Gerasdorf bei Wien und Deutsch-Wagram: Drei junge Männer aus Wien brechen zu einem Paddelausflug auf dem Marchfeldkanal auf. Was als Freizeitvergnügen begann, endete im Bereich einer Wehranlage — mit tödlichem Ausgang. Seit diesem Moment galten die drei als vermisst, ohne dass zunächst jemand wusste, was mit ihnen geschehen war.

Artikel teilen

XRedditLinkedIn

Erst Tage später rollte eine massive Suchaktion an. Und am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, förderte ein Polizeihubschrauber das Unvorstellbare zutage — drei Tote im Kanal. Wie konnte es so weit kommen, und was weiß man bislang über die genauen Umstände?

Der Unfallort: Eine Wehranlage im Marchfeldkanal bei Gerasdorf

Laut vorliegenden Informationen dürfte sich das Unglück im Bereich einer Wehranlage des Marchfeldkanals zugetragen haben. Genau dort, wo das Wasser in kontrollierten Stufen abfällt, ist die Gefahr für Paddler besonders heimtückisch — unsichtbar von der Oberfläche, aber tödlich wirkend.

Die Betriebsgesellschaft des Marchfeldkanals reagierte unmittelbar nach dem Auffinden der drei Opfer mit einer unmissverständlichen Warnung: „Die Durchfahrt durch Wehranlagen ist grundsätzlich verboten.“ Das Verbot stütze sich auf wasserrechtliche und sicherheitsrelevante Bestimmungen. Starke Unterströmungen, Walzenbildungen und unvorhersehbare Wasserbewegungen könnten Boote, Kanus oder Kajaks erfassen, beschädigen oder zum Kentern bringen — und Menschen in Sekundenschnelle in Lebensgefahr bringen.

Drei Tote nach Tagen der Ungewissheit: Der Ablauf der Ereignisse

Der Paddelausflug dürfte am Montag stattgefunden haben. Danach fehlte von den drei Wienern jede Spur. Erst am Mittwochabend, dem 24. Juni 2026 um 23.44 Uhr, wurde die Freiwillige Feuerwehr Deutsch-Wagram alarmiert — der Beginn einer aufwendigen Suchaktion im Bereich des Marchfeldkanals zwischen Gerasdorf und Deutsch-Wagram.

Neueste Beiträge

Mehr zum Lesen

Neues aus der Redaktion
01Grazer Haushaltssperre: Warum 65 Millionen Euro Graz jetzt zur Notbremse zwingen02Rodionov bei US Open 2026: Wie ein Vier-Satz-Kampf gegen Mensik Österreichs letzten Mann stoppte03Salko Hamzic, WSG Tirol: Wie Bosnien dem ÖFB einen 19-jährigen Keeper entreißen will

Die Einsatzkräfte mussten die Suche in der Nacht auf Donnerstag jedoch ergebnislos abbrechen. Erst am Donnerstagvormittag gelang es einem Polizeihubschrauber, die Opfer zu lokalisieren. Taucher der Berufsfeuerwehr Wien bargen schließlich alle drei Leichen aus dem Kanal.

25 Einsatzkräfte im Einsatz — und was sie vorfanden

Die Suchaktion war von erheblichem Umfang. Beteiligt waren die Freiwillige Feuerwehr Gerasdorf, die Berufsfeuerwehr Wien, die FF Deutsch-Wagram sowie die Polizei. „Wir standen mit 25 Leuten bei der Suchaktion im Einsatz“, teilte Franz Gilg jun., Kommandant der FF Gerasdorf, mit.

Am Donnerstag, dem 25. Juni, rückte dann neben Rettungskräften auch die Kriminalpolizei aus. Tatortermittler und weitere Polizeikräfte sicherten die Unfallstelle, das betroffene Areal wurde großräumig abgesperrt. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Unfalldrama bei der Wehranlage: Was die Behörden bisher wissen

Über die genauen Todesumstände der drei Männer herrscht weiterhin Unklarheit. Die niederösterreichische Polizei geht derzeit von einem Unfall aus — ein Fremdverschulden wird nach aktuellem Stand nicht vermutet. Dennoch ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

  • Der Paddelausflug fand mutmaßlich am Montag statt
  • Seit diesem Tag galten die drei Wiener als vermisst
  • Die Suchaktion wurde am Mittwoch, 24. Juni, um 23.44 Uhr eingeleitet
  • Am Donnerstagvormittag wurden alle 3 Opfer durch einen Polizeihubschrauber lokalisiert
  • Taucher der Berufsfeuerwehr Wien bargen die Leichen
  • Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären

Die angeordnete Obduktion soll weiteren Aufschluss darüber geben, wie die drei Männer exakt ums Leben kamen — ob durch Ertrinken, durch Verletzungen beim Kentern oder durch andere Einwirkungen.

„Viel Kraft und Zusammenhalt“ — Anteilnahme der Einsatzkräfte

Die FF Deutsch-Wagram, die in der Nacht zum 25. Juni als eine der ersten Einheiten alarmiert worden war, wandte sich mit Worten des Mitgefühls an die Hinterbliebenen. In einer Aussendung hieß es: „Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen, Freunden und allen Hinterbliebenen der Verstorbenen. In diesen schweren Stunden wünschen wir ihnen viel Kraft und Zusammenhalt.“

Der Tod dreier junger Männer bei einem sommerlichen Ausflug hinterließ nicht nur in ihren Familien eine schmerzliche Lücke, sondern erschütterte auch die Gemeinden entlang des Marchfeldkanals.

Was die Obduktion und die weiteren Ermittlungen zeigen müssen

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Offen bleibt vor allem die Frage, ob die Männer das Durchfahrtsverbot an der Wehranlage kannten — und ob ausreichende Warnhinweise vor Ort vorhanden waren. Die Betriebsgesellschaft des Marchfeldkanals hat ihr Verbot unmissverständlich bekräftigt, doch wie konsequent es vor Ort kommuniziert wird, dürfte in den kommenden Wochen noch Gegenstand behördlicher Prüfungen werden.

Ob die Ergebnisse der Obduktion zu einer Neubewertung der Unfallursache führen oder weitere Ermittlungsschritte nach sich ziehen, ist derzeit noch offen.

Artikel teilen

4 Min. Lesezeit

XRedditLinkedIn

Ihre Meinung hilft uns

War dieser Artikel lesenswert?

Das Gespräch geht weiter

Kommentare

Mitdiskutieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mitdiskutieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll to Top