Flushing Meadows, Mittwochabend. Jurij Rodionov hatte sich seinen Platz im Hauptfeld der US Open 2026 nicht geschenkt bekommen — er hatte ihn sich durch die Qualifikation erkämpft, Satz für Satz, Match für Match. Im Arthur Ashe Stadium steht das Tennis-Ass aus Österreich dem tschechischen Aufstrebenden Jakub Menšík gegenüber, Weltranglisten-18., fünf Jahre jünger, gesetzt.
Der erste Satz geht verloren, der zweite gehört Rodionov. Für einen Moment scheint das Duell offen. Doch am Ende schreibt die Anzeigetafel eine klare Geschichte: 3:6, 6:3, 2:6, 3:6 — und Österreichs letzter Mann im Männer-Einzel ist draußen.
Rodionov gegen Weltranglisten-18. Menšík: Der Spielverlauf im Detail
Jakub Menšík zeigte von Beginn an, warum er zu den gefährlichsten Nachwuchskräften der Tour zählt. Rodionov konnte im zweiten Satz zwar Gegenwehr leisten und sich mit 6:3 zurückmelden, doch im dritten und vierten Durchgang fand er gegen den druckvoll aufspielenden Tschechen kein Mittel mehr.
Das Schlussresultat von 3:6, 6:3, 2:6, 3:6 spiegelt eine Partie wider, in der Rodionov lange konkurrenzfähig blieb, am Ende aber die Klasse des Gegners anerkennen musste. Menšík, aktuell die Nummer 18 der Welt, ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.
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Weg durch die Qualifikation: Wie Rodionov überhaupt ins Hauptfeld kam
Rodionov war nicht direkt für den Hauptbewerb der US Open 2026 gesetzt. Er musste sich seinen Startplatz zunächst in der Qualifikation verdienen — ein Umstand, der den Respekt für seine Leistung im Hauptfeld noch unterstreicht. Dass er dort überhaupt in die zweite Runde einzog, zählte bereits als Erfolg.
Sein Ausscheiden in Runde zwei fiel zeitlich mit dem Ende einer anderen österreichischen Hoffnung zusammen: Supertalent Lilli Tagger scheiterte ebenfalls in der zweiten Runde — gegen Amanda Anisimova, die Nummer 10 des Turniers und Vorjahres-Finalistin.
Hartem Kampf zum Trotz: Was Rodionovs Niederlage über seine Form aussagt
Vier Sätze gegen einen Top-20-Spieler zu gehen ist keine Selbstverständlichkeit — schon gar nicht nach einer Quali-Strecke. Rodionov verkaufte sich teuer, wie es im österreichischen Tennissport oft heißt, wenn ein Außenseiter die Favoritenrolle des Gegners ins Wanken bringt.
Der zweite Satz, den er souverän mit 6:3 für sich entschied, zeigte, zu welchen Leistungen der Österreicher fähig ist. Das Scheitern im dritten Durchgang mit nur 2:6 signalisiert allerdings, dass die Kräfte schwanden — ein Muster, das bei Qualifikanten durch die höhere Belastung im Turnierverlauf nicht ungewöhnlich ist.
Österreich bei den US Open 2026: Nur noch Potapova im Rennen
Mit dem Ausscheiden von Rodionov und Tagger bleibt vom ÖTV-Aufgebot im Einzel nur mehr Anastasia Potapova im Bewerb. Die für Österreich startende Spielerin bezwang die Französin Leolia Jeanjean in drei Sätzen und steht damit in der dritten Runde.
Ihr nächstes Hindernis ist keine Geringere als Amanda Anisimova — US-Amerikanerin, Nummer 10 des Turniers und Finalistin der Vorjahres-Ausgabe. Für Potapova wird es das bislang härteste Match des Turniers.
Was nach Rodionovs Aus auf dem Spiel steht
Das frühe Ende des letzten österreichischen Mannes im Einzel wirft die Frage auf, wo Rodionov in der Weltrangliste steht und welche Turniere für ihn als nächstes anstehen. Die US Open sind das letzte Grand-Slam-Turnier der Saison — ein Ergebnis in dieser Phase hat unmittelbaren Einfluss auf die Ranglistenpunkte und die Planung für das kommende Jahr.
Ob Rodionov in New York weitere Matches bestreitet — etwa im Doppel — war laut der Turnierorganisation der United States Tennis Association zum Redaktionsschluss noch nicht abschließend geklärt. Alle Augen richten sich nun auf Potapova und ihr Duell mit Anisimova, das über Österreichs weiteres Abschneiden bei diesen US Open entscheiden wird.
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