Es war ein Kabelbrand im Bereich Praterstern, der die Wiener S-Bahn-Stammstrecke ohne Vorwarnung zum Erliegen brachte. Seither ist der direkte Schienenweg zwischen Wien Mitte und dem Flughafen Wien unterbrochen — und tausende Flugreisende stehen vor der Frage, wie sie rechtzeitig zum Terminal kommen.
Für den City Airport Train (CAT) bedeutet das einen überstürzten Wechsel auf die Straße. Bereits jetzt rollen Übergangsbusse, doch ab Montag, 24. August 2026, startet das vollständige Ersatzkonzept — zwei Wochen früher als ursprünglich geplant. Was das konkret für Flugreisende bedeutet, welche Tickets gelten und wann die Züge zurückkehren, steht hier.
S-Bahn-Sperre nach Kabelbrand: Warum der CAT auf Busse umstellt
Der Kabelbrand im Bereich Praterstern hat die S-Bahn-Stammstrecke auf unbestimmte Zeit außer Betrieb gesetzt. Die Sperre ist auf 14 Monate angelegt — eine Dimension, die provisorische Lösungen von vornherein ausschließt. Der CAT, der seine Züge auf eben dieser Strecke betreibt, kann seinen regulären Betrieb damit bis voraussichtlich Herbst 2027 nicht aufrechterhalten.
Die bisherigen Übergangsbusse galten intern als Notlösung. Ab 24. August tritt gemeinsam mit dem Busunternehmen Blaguss das eigentlich für zwei Wochen später geplante Vollkonzept in Kraft — ein dichtes, strukturiertes Angebot, das den wegfallenden Zug so weit wie möglich ersetzen soll.
Alle 12 Minuten von Wien Mitte zum Flughafen: Der neue Fahrplan im Detail
Die Busse starten an der gewohnten Adresse: Wien Mitte The Mall, Marxergasse 1b. Am Flughafen halten sie direkt vor dem Ankunftsterminal 3. Zum Einsatz kommen Setra-Reisebusse mit jeweils 57 Sitzplätzen. Die Fahrzeit beträgt laut CAT rund 21 Minuten — ohne Zwischenstopps, direkt.
Der Takt ist nach Tageszeit gestaffelt:
- Ab Wien Mitte: erster Bus um 5.30 Uhr, letzter um 23.15 Uhr
- Ab Flughafen: erster Bus um 6.10 Uhr, letzter um 23.37 Uhr
- Von 7 bis 19 Uhr: 12-Minuten-Takt (bis zu 5 Verbindungen pro Stunde und Richtung)
- Vor 7 Uhr und nach 19 Uhr bis Mitternacht: 15-Minuten-Takt
„Wir haben alles darangesetzt, den CAT by Bus-Betrieb frühzeitig für unsere Kunden zu ermöglichen. Für die Zeit der Stammstreckensperre haben wir hiermit das perfekte Angebot — und das sogar mit höherer Taktung”, sagte Christoph Korherr, Geschäftsführer des City Airport Train.
Tickets ab 7 Euro: Welche Ermäßigungen jetzt gelten
Zum Start des neuen Busbetriebs gewährt der CAT einen Rabatt von 20 Prozent auf online gekaufte Tickets. Wer bereits eine der gängigen Zeitkarten besitzt, profitiert noch stärker: Inhaber einer Wiener Linien Jahreskarte, einer ÖBB Vorteilscard, eines Klimatickets oder einer nationalen beziehungsweise internationalen Student ID erhalten 50 Prozent Rabatt.
Der günstigste One-Way-Preis liegt damit bei 7 Euro. Kinder unter 15 Jahren fahren kostenlos. „Somit reist man one way bereits um 7 Euro und Kinder unter 15 Jahren fahren kostenlos”, bestätigte Korherr.
Was mit Gepäck und Check-In gilt — und was nicht mehr
Gepäck kann in den Bussen mitgenommen werden, das ist ohne Einschränkung möglich. Anders sieht es beim City Check-In aus: Der CAT City Check-In für Gepäckstücke ist während des Busbetriebs vorübergehend ausgesetzt. Wer sein Koffer also vorab einchecken und im Zug transportieren lassen wollte, muss diesen Service derzeit entbehren.
Der Check-In für den Flug selbst sowie der Ausdruck von Bordkarten für ausgewählte Fluglinien bleiben jedoch weiterhin im CAT-Foyer bei Wien Mitte möglich. Flugreisende sollten diese Einschränkung beim Check-In-Service beim Flughafen im Hinterkopf behalten und entsprechend früher einplanen.
Ab Herbst 2027 wieder auf der Schiene: Die neuen KISS-Züge von Stadler
Der Busbetrieb ist von Anfang an als Übergangslösung deklariert. Ab Herbst 2027 soll der CAT wieder auf Schienen verkehren — dann mit drei neuen, fünfteiligen Doppelstockzügen des Typs KISS von Stadler. Die neuen Garnituren bieten rund 300 Sitzplätze und damit deutlich mehr Kapazität als die bisherige Flotte.
Für Flugreisende bringen die Züge konkrete Verbesserungen: größere Gepäckbereiche, breite Ein- und Ausstiegsbereiche, Klimaanlage, kostenloses WLAN sowie Steckdosen mit USB-Anschlüssen. Infomonitore mit Echtzeitdaten und zwei WCs sind ebenfalls vorgesehen. „Die drei neuen Züge in Premium-Ausführung bieten künftig ein Reiseerlebnis auf höchstem Niveau und setzen neue Maßstäbe in der Passenger Experience”, sagte CAT-Geschäftsführer Michael Forstner.
Die Züge werden zudem vollständig barrierefrei zugänglich sein. Im Mittelwagen sind eigene Rollstuhlstellplätze vorgesehen — ein Bereich, in dem die bisherige Flotte Lücken hatte.
Was jetzt noch offen bleibt
Wann genau die S-Bahn-Stammstrecke nach dem Kabelbrand wieder in Betrieb geht und ob der Zeitplan für die neuen Stadler-Züge im Herbst 2027 tatsächlich haltbar ist, werden die kommenden Monate zeigen — die Frage, ob Österreichs meistgenutzte Flughafenverbindung pünktlich zu den neuen Zügen kommt, bleibt vorerst offen.



