82. Minute, Turín, Europa League: Nikolas Polster kommt herausgeeilt, will den Ball vor Randal Kolo Muani erreichen – und kommt wieder zu spät. Der Ball zappelt im Netz, das Ergebnis steht auf 0:5. Es ist nicht das erste Mal an diesem Abend, dass der österreichische Torhüter eine solche Szene erlebt. Exakt dasselbe Bild hatte sich in der 9. Minute gezeigt, damals nutzte Nico González den Fehler eiskalt aus.
Für Nikolas Polster und NEC Nijmegen war der Auftakt in die Europa-League-Saison 2026/27 damit ein Albtraum. Doch während die Niederländer im Juventus-Stadion untergingen, schrieb gleichzeitig ein portugiesischer Zweitligist in Schweden Geschichte.
Polsters Doppel-Patzer: Zweimal zu früh raus, zweimal zu spät am Ball
Beide Fehler folgten demselben Muster. Polster entschied sich jeweils, seinen Strafraum zu verlassen und den Ball zu attackieren – ein riskantes Mittel, das gegen Weltklasse-Stürmer selten funktioniert. Gegen Nico González in der 9. Minute scheiterte er erstmals daran, gegen Randal Kolo Muani in der 82. Minute zum zweiten Mal.
Insgesamt kassierte Nijmegen fünf Gegentore. Die restlichen drei steuerten Kerim Alajbegović – einst bei Red Bull Salzburg – in der 24. Minute, Nick Woltemade in der 35. und Zeki Çelik in der 75. Minute bei. Ein Spielstand von 0:5 gegen Juventus Turin zum Auftakt: herber kann ein Europapokal-Einstand kaum ausfallen.
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Torreense schockt Schweden: Wie ein Tabellen-14. aus Liga 2 die Europa League gewann
Weit weg von Turin, in Schweden, spielte sich am selben Abend etwas ab, das den Begriff Sensation wirklich verdient. Der portugiesische Zweitligist Torreense – Tabellenvierzehnter der zweiten Liga – bezwang den schwedischen Erstligisten Lilleström mit 2:1.
Alejandro Alfaro traf in der 23. Minute zur Führung, Manuel Pozo legte in der 49. Minute nach. Thomas Lehne Olsen erzielte für Lilleström in der 79. Minute den Anschlusstreffer, doch mehr gelang den Schweden nicht. Der Hintergrund zu diesem Coup: Torreense hatte sich vergangene Saison sensationell den portugiesischen Pokal gesichert und sich damit erstmals für den Europacup qualifiziert – als Vierzehnter der zweithöchsten Spielklasse des Landes, wohlgemerkt.
Wiegele mit Pilsen: Starke Paraden, bittere Niederlage gegen Belgien
Ein weiterer ÖFB-Torwart hatte in dieser Europa-League-Runde seinen Einsatz: Florian Wiegele stand für Viktoria Plzeň zwischen den Pfosten und kassierte gegen Union Saint-Gilloise drei Gegentore. Trotzdem war er nach Spielschluss noch einer der wenigen Lichtblicke seines Teams.
Besonders in der ersten Halbzeit verhinderte Wiegele durch starke Paraden eine noch höhere Niederlage. Auf Seiten der Belgier absolvierte Ex-Rieder Niki Havenaar die gesamte Partie durch; Raul Florucz fehlte wegen einer Rotsperre, die er sich bereits am ersten Spieltag eingehandelt hatte.
Die Europa-League-Abende der ÖFB-Keeper im Überblick
- Nikolas Polster (NEC Nijmegen): zwei direkte Fehler, zwei Gegentore – Endstand 0:5 gegen Juventus Turin
- Florian Wiegele (Viktoria Plzeň): drei Gegentore gegen Union Saint-Gilloise, aber starke Paraden verhinderten Schlimmeres
- Torreense: 2:1-Sieg gegen Lilleström – Tore durch Alfaro (23.) und Pozo (49.)
- Juventus-Torschützen: González (9.), Alajbegović (24.), Woltemade (35.), Çelik (75.), Kolo Muani (82.)
Was dieser Abend für die ÖFB-Keeper bedeutet
Polsters Fehler werden in den nächsten Tagen zweifellos diskutiert werden – nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Österreich, wo die Entwicklung der ÖFB-Torhüter aufmerksam verfolgt wird. Zwei individuelle Schnitzer in einem einzigen Pflichtspiel wiegen schwer, vor allem auf europäischer Bühne gegen einen Gegner vom Kaliber Juventus.
Wiegele steht dagegen trotz der Niederlage besser da. Niederlagen gegen belgische Europapokal-Stammgäste wie Union Saint-Gilloise schmerzen, können aber durch gute Leistungen relativiert werden – und seine Paraden in Hälfte eins lieferten zumindest Argumente für seine Qualität auf diesem Niveau.
Wie es für Nijmegen und Torreense weitergeht
Für Nijmegen wird die Gruppenphase nach diesem 0:5-Auftakt zu einem Überlebenskampf. Der Rückstand auf die Mitbewerber ist nach Spieltag eins bereits beträchtlich, und das Torverhältnis dürfte die gesamte Saison als Last mitgetragen werden. Torreense hingegen tritt nach dem historischen ersten Sieg als Außenseiter auf, dem plötzlich niemand mehr ganz sicher sein kann.
Ob Polster in der nächsten Europa-League-Partie wieder im Tor steht, liegt nun in den Händen von Nijmegens Trainer – eine Antwort, die der Klub in den kommenden Tagen geben muss.
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