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Gewessler gegen FPÖ: Grünen-Chefin kämpft nach AfD-Erdrutsch um Österreichs Heimat

Gewessler gegen FPÖ: Grünen-Chefin kämpft nach AfD-Erdrutsch um Österreichs Heimat

Es war kurz vor dem ORF-Sommergespräch von FPÖ-Chef Herbert Kickl, als Leonore Gewessler am Montag, dem 7. September 2026, eine Videobotschaft auf Facebook veröffentlichte. Der Anlass war der Erdrutschsieg der AfD in Sachsen-Anhalt — ein Ergebnis, das die österreichische Grünen-Vorsitzende sichtlich aufgewühlt hatte. „Gestern war kein guter Abend“, begann sie ihr Statement. „Ich verstehe alle, die jetzt nach Deutschland blicken und Sorgen haben. Mir geht es genauso.“

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Was folgte, war keine nüchterne Lageanalyse, sondern eine offene Kampfansage — an die AfD in Deutschland und, noch direkter, an die FPÖ in Österreich. Gewessler zog dabei eine unmissverständliche Parallele zwischen den beiden Parteien, die in der politischen Debatte der Alpenrepublik seit Wochen an Schärfe gewinnt.

„Feuer am Dach“: Gewesslers Warnung nach dem AfD-Wahlerfolg

Die Grünen-Chefin ließ an Deutlichkeit keinen Zweifel: „Wenn eine verfassungsfeindliche Partei so eine breite Zustimmung erfährt, ist das nicht nur ein Warnsignal. Dann ist Feuer am Dach!“ Der Satz kam ohne Umschweife, ohne politisches Weichspülen.

Gewessler stellte im selben Atemzug die Frage, die ihrer Ansicht nach alle politischen Kräfte beantworten müssten: warum sich so viele Menschen bei einer rechtsextremen Partei wiederfinden. Ihre These ist dabei nicht neu, aber sie formulierte sie in dieser Videobotschaft besonders pointiert: Menschen wollten von der Politik gehört und ernst genommen werden. „Wenn sie dieses Gefühl nicht mehr haben, dann sind sie offen für die Fänge der rechten Zerstörer.“

FPÖ als österreichische AfD: Der direkte Vergleich der Grünen-Vorsitzenden

Rechtspopulisten seien, so Gewessler, „verdammt gut“ darin, reale Sorgen und Ängste in politisches Kleingeld umzumünzen. Dann folgte der schärfste Satz des kurzen Videos: „Und was in Deutschland die AfD macht, macht bei uns die FPÖ.“

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Der Vorwurf, den Gewessler dabei erhob, geht über die übliche Parteienpolemik hinaus. Weder AfD noch FPÖ seien daran interessiert, Probleme tatsächlich zu lösen — im Gegenteil. „Die befeuern die Probleme nur noch. Sie säen Hetze und Hass und Spaltung“, sagte die Vorsitzende der Ökopartei. Das Ziel beider Parteien sei es, Gefühle von Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit zu erzeugen und die Gesellschaft weiter auseinanderzutreiben.

„Heimat nicht den Zerstörern überlassen“: Der Appell hinter dem Titel

Den emotionalen Höhepunkt der Videobotschaft bildete ein persönliches Bekenntnis, das Gewessler zugleich als kollektiven Aufruf formulierte. „Ich überlasse meine Heimat nicht den rechtsextremen Zerstörern und ihrer blinden Wut“, sagte sie — und wandte denselben Satz unmittelbar an ihre Zuseher: „Überlassen wir unser Europa und unsere Heimat nicht den rechtsextremen Zerstörern.“

Der Begriff „Heimat“ ist in der österreichischen Innenpolitik kein neutrales Wort. Die FPÖ besetzt ihn seit Jahren programmatisch. Dass Gewessler ihn nun bewusst aufgreift und gegen Kickls Partei wendet, ist eine rhetorische Entscheidung mit Kalkül — ein Angriff auf einem Terrain, das die Rechten bisher weitgehend unbestritten hielten.

Zeitpunkt nicht zufällig: Videobotschaft vor dem Kickl-Sommergespräch

Die Veröffentlichung der Botschaft am 7. September 2026 fiel nicht ohne Grund auf diesen Tag. Wenige Stunden später stand FPÖ-Chef Herbert Kickl im ORF-Sommergespräch vor der Kamera — einem der meistbeachteten Interviewformate des österreichischen Rundfunks im Politikherbst.

Gewessler nutzte das mediale Vorfeld dieses Termins, um ihrerseits den Rahmen zu setzen. Die Botschaft lautete: Wer sich Kickl und die FPÖ heute ansieht, blickt auf dasselbe Muster, das in Deutschland gerade Wahlen entscheidet. Ob diese Gleichsetzung bei der österreichischen Öffentlichkeit verfängt, wird sich in den kommenden Umfragen ablesen lassen — die Nationalratswahl steht im Herbst 2026 bevor.

Grüne unter Druck: Was der Vergleich über die eigene Lage verrät

Der Vorstoß Gewesslers fällt in eine Phase, in der die Grünen in österreichischen Meinungsumfragen unter Druck stehen. Die Partei, die zuletzt in einer Koalition mit der ÖVP regierte, kämpft um Relevanz in einem politischen Umfeld, das zunehmend von der Auseinandersetzung zwischen FPÖ und den übrigen Parteien geprägt wird.

Der Auftritt Gewesslers verfolgt deshalb eine doppelte Strategie: einerseits Mobilisierung der eigenen Basis, andererseits das Angebot an alle, die den Aufstieg der Rechten mit Sorge betrachten — unabhängig davon, ob sie bisher Grün gewählt haben. Wie Gewessler selbst formulierte: „Diesen Gefallen werden wir ihnen nicht tun.“

Ob die Grünen mit dieser Positionierung genug Stimmen binden können, um den Einzug in den Nationalrat zu sichern, bleibt die offene Frage des österreichischen Politikherbstes 2026.

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