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Simsalasim-Datentarif: Wie Lars Hinrichs für 10 Euro Telekom und Vodafone angreift

Simsalasim-Datentarif: Wie Lars Hinrichs für 10 Euro Telekom und Vodafone angreift

Wer kennt die Situation: Man landet in Istanbul, Tokio oder New York, schaltet das Handy ein – und wenig später trudelt die Nachricht des Heimanbieters ein, dass Datenroaming außerhalb der EU-Zone satte Mehrkosten verursacht. Ein paar Fotos in die Familiengruppe geschickt, kurz Google Maps befragt, und schon droht am Monatsende eine Rechnung, die man lieber nicht öffnen möchte. Außerhalb der EU-Roaming-Zone zahlt man bei vielen Tarifen noch immer mehrere Euro pro Megabyte.

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Genau dieses Ärgernis will Lars Hinrichs, Gründer des Karrierenetzwerks Xing, mit seinem neuen Startup Simsalasim beseitigen. Das Versprechen ist konkret: 10 Euro im Monat, unbegrenzte mobile Daten, in rund 100 Ländern weltweit – ganz ohne Drosselung. Ob das die etablierten Mobilfunker wie die Deutsche Telekom oder Vodafone tatsächlich ins Schwitzen bringt, hängt davon ab, was hinter dem Angebot steckt.

Was Simsalasim konkret anbietet – und was nicht

Der Tarif läuft ausschließlich über eine eSIM, also ohne physische SIM-Karte. Das Datenvolumen ist unlimitiert und wird laut Simsalasim nicht gedrosselt. In rund 50 der insgesamt etwa 100 abgedeckten Länder sind auch Telefonate und SMS im Preis von 10 Euro monatlich enthalten.

Zwei Einschränkungen gibt es allerdings. Das Smartphone als mobilen Hotspot zu nutzen ist mit diesem Tarif nicht möglich. Und wer in Österreich lebt und auf Simsalasim wartet: Das Startup ist hierzulande zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht aktiv.

Das Geschäftsmodell: Keine Masten, kein Shop, nur 25 Mitarbeiter

Der Preis von 10 Euro ist kein Marketingtrick, sondern das Ergebnis eines konsequent schlanken Unternehmensmodells. Simsalasim betreibt weder eigene Funkmasten noch Ladengeschäfte. Stattdessen kauft das Unternehmen Netzkapazitäten bei Telefónica ein und verwaltet den gesamten Betrieb mit gerade einmal 25 Mitarbeitern.

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Hinrichs bezeichnet sein Ziel selbst als „One-Person-Unicorn“ – ein Milliarden-Startup, das mit minimalem Personalaufwand auskommt. Künstliche Intelligenz soll dabei zentrale Prozesse übernehmen, von der Kundenkommunikation bis zur Netzsteuerung.

Hinrichs‘ Abrechnung mit zehn Jahren Telekom-Aufsichtsrat

Lars Hinrichs saß über zehn Jahre im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom und schied Anfang 2025 aus, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Sein Urteil über die Branche fällt scharf aus. „Im Bereich Telekom gab es keine wirkliche Innovation in den letzten zwanzig, dreißig Jahren“, sagte Hinrichs gegenüber der FAZ.

Simsalasim sei deshalb „ein kompletter Angriff auf die Telekom, Vodafone und viele, viele andere“, so Hinrichs weiter. Dass er die internen Strukturen der größten deutschen Telekommunikationsgesellschaft aus nächster Nähe kennt, verleiht dieser Einschätzung ein ungewöhnliches Gewicht.

Warum 10 Euro für 100 Länder die Mobilfunkbranche nervös machen sollte

Zum Vergleich: Österreichische Anbieter wie Magenta, A1 oder Drei verlangen für internationale Datenpakete außerhalb der EU-Roaming-Zone je nach Destination zwischen 5 und 15 Euro – aber nur für begrenzte Datenmengen im einstelligen Gigabyte-Bereich. Ein unlimitierter Tarif für pauschal 10 Euro, der in rund 100 Ländern gilt, existiert im hiesigen Markt bisher nicht.

Das Modell funktioniert, solange Simsalasim günstige Großhandelspreise bei Telefónica sichert und der Kundenstamm wächst. Die entscheidende Frage ist, ob die Netzqualität jener entspricht, die Reisende von ihren Heimtarifen gewohnt sind.

Was österreichische Nutzer jetzt konkret wissen müssen

Für Österreicherinnen und Österreicher, die viel international unterwegs sind, klingt das Angebot attraktiv. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Tarif: 10 Euro pro Monat, unbegrenzte Daten ohne Drosselung
  • Aktivierung: ausschließlich per eSIM – das Smartphone muss eSIM-fähig sein
  • Telefonie und SMS: in rund 50 von etwa 100 abgedeckten Ländern inklusive
  • Hotspot-Nutzung: nicht möglich
  • Österreich-Verfügbarkeit: derzeit noch nicht aktiv
  • Netzinfrastruktur: eingekaufte Kapazitäten über Telefónica

Wer bereits heute eine eSIM-fähiges Gerät besitzt und regelmäßig Länder außerhalb der EU bereist, sollte Simsalasim im Blick behalten. Für reine Österreich-Nutzer besteht vorerst kein Handlungsbedarf.

Wann Simsalasim nach Österreich kommt – und was noch offen ist

Einen konkreten Starttermin für den österreichischen Markt hat Simsalasim bislang nicht kommuniziert. Offen bleibt auch, ob das Unternehmen mittelfristig Roaming-Vereinbarungen mit weiteren Netzanbietern abschließt oder ausschließlich auf Telefónica setzt – eine Abhängigkeit, die bei Preisverhandlungen zum Risiko werden könnte.

Ob Hinrichs‘ Startup tatsächlich das schafft, was er der gesamten Branche vorwirft versäumt zu haben, wird sich spätestens dann zeigen, wenn die ersten Nutzer außerhalb Deutschlands auf Simsalasim zugreifen können.

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