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ÖFB-Team in Dublin: Wie Prass und Gregoritsch ein 0:2 in ein 2:2 verwandelten

ÖFB-Team in Dublin: Wie Prass und Gregoritsch ein 0:2 in ein 2:2 verwandelten

77. Minute, Aviva Stadium Dublin. Michael Gregoritsch steht am Ball, etwa 18 Meter vom Tor entfernt. Keeper Caoimhin Kelleher von Brentford erwartet keinen direkten Schuss über die Mauer — und liegt damit falsch. Der Ball zischt ins kurze Eck, und das ÖFB-Team, das die gesamte erste Hälfte wie ein Schatten seiner selbst gewirkt hat, steht plötzlich bei 2:2.

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Es war der emotionale Höhepunkt eines Abends, der für Rot-Weiß-Rot lange Zeit nach einer schmerzhaften Niederlage aussah. Wie Österreich nach einem 0:2-Pausenrückstand noch einen Punkt aus Dublin rettete — und was das für die Nations-League-Gruppe bedeutet.

0:2 zur Pause: Eine erste Hälfte zum Vergessen

Teamchef Ralf Rangnick musste für das Donnerstagsspiel in Dublin tief in die Personalreserve greifen. Kevin Danso fehlte gesperrt, Paul Wanner, Nikolas Veratschnig und Sascha Horvath reisten verletzt ab. Als dritten Keeper im dritten Gruppenspiel hintereinander nominierte Rangnick Florian Wiegele zwischen die Pfosten.

Die neu zusammengestellte Viererkette offenbarte früh Abstimmungsprobleme. Ein riskantes Tackling von Stefan Posch im eigenen Strafraum blieb zunächst folgenlos — er verfehlte Ball und Gegner gleichermaßen (8.). Vier Minuten später war es vorbei mit dem Glück: Troy Parrott von Real Betis tanzte einen Österreicher nach dem anderen aus und schob den Ball durch die Beine von Wiegele zum 1:0 (12.).

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Protestaktionen unterbrachen das Spiel zweimal

Die Partie wurde in der ersten Hälfte gleich zweimal unterbrochen. In der 21. Minute warfen Aktivisten der Bewegung „Stop The Game“ Tennisbälle mit palästinensischen Flaggen auf das Spielfeld — ein Protest gegen Israels Militäreinsatz im Gazastreifen. Die Sicherheitskräfte reagierten rasch.

In der 35. Minute schaffte es ein Flitzer mit einer Palästina-Fahne auf den Rasen, wurde aber ebenfalls schnell gestoppt. Kurios: Beide Male kam Österreich griffiger aus den kurzen Unterbrechungen zurück. Patrick Wimmer ließ kurz vor der Pause die beste Chance der Gäste aus, Kelleher klärte zur Ecke (40.). Statt des Anschlusstreffers folgte mit dem Halbzeitpfiff der nächste Schock: Nicolas Seiwald traf Ryan Manning im Strafraum am Unterschenkel — Elfmeter. Parrott verwertete zur 2:0-Halbzeitführung (45.+1).

Rangnicks Dreifachwechsel und das Comeback ab der 72. Minute

Zur Pause reagierte Rangnick entschlossen und wechselte dreifach: Michael Gregoritsch, Konrad Laimer und Maximilian Wöber ersetzten Carney Chukwuemeka, Seiwald und David Affengruber. Den erhofften sofortigen Schwung brachten die frischen Kräfte zunächst nicht. Es war Alexander Prass, der als weiterer Joker für Romano Schmid kam, der das Spiel drehte.

In der 72. Minute setzte sich Wimmer auf der rechten Seite stark durch — Prass hämmerte den Ball unter die Latte. Anschlusstreffer. Nur fünf Minuten später der Doppelschlag: Gregoritsch täuschte Kelleher beim direkten Freistoß aus dem Halbfeld, der Keeper rechnete nicht mit dem Direktschuss über die Mauer ins kurze Eck. 2:2 (77.).

Zittern bis zum Schluss — Sieg war möglich

Die letzten Minuten verlangten beiden Teams alles ab. Wiegele rettete in der 79. Minute mit einem Blitz-Reflex gegen Dara O’Shea. Gregoritsch verpasste in der 81. Minute nach einem Pass von Sasa Kalajdzic seinen zweiten Treffer des Abends — in Rücklage schoss er über das Tor. Prass hatte in der 89. Minute sogar den möglichen Siegtreffer auf dem Fuß, verzog aber aus kurzer Distanz.

  • Minute 12: Troy Parrott (Irland) — 1:0
  • Minute 45+1: Troy Parrott per Elfmeter (Irland) — 2:0
  • Minute 72: Alexander Prass (Österreich) — 2:1
  • Minute 77: Michael Gregoritsch per Freistoß (Österreich) — 2:2

Österreich bleibt nach drei Nations-League-Spieltagen ungeschlagen und hält weiterhin Platz 1 in der Gruppe.

Weiter nach Pristina: Das nächste Spiel wartet am Sonntag

Für das ÖFB-Team gibt es nach diesem nervenaufreibenden Abend in Dublin keine Verschnaufpause. Am Sonntag steht das Rückspiel gegen den Kosovo in Pristina an — das vierte und letzte Spiel der XXL-Länderspielpause. Wie belastbar die Mannschaft nach dem Kräfteaufwand in Dublin ist, wird sich im Avni-Rrustemi-Stadion zeigen.

Ob Rangnick die bewährten Joker Prass und Gregoritsch von Beginn an aufbietet oder erneut auf Rotation setzt, bleibt bis zur Aufstellung am Sonntag offen.

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