Am Rettenbachferner in Sölden herrscht dieser Tage geschäftiges Treiben. Die Vorbereitungen auf den Ski-Weltcup-Auftakt am 24. und 25. Oktober laufen auf Hochtouren — und das mit Schnee, der den ganzen Sommer über überlebt hat. Fünf große Depots wurden mit Schutzfolien abgedeckt, um die weißen Massen durch die warmen Monate zu retten.
Nun werden die Folien geöffnet, der gelagerte Schnee auf dem Gelände des Gletschers verteilt und zur Piste präpariert. Auf einen frühen Wintereinbruch von oben können die Verantwortlichen dabei vorerst nicht zählen — doch ein Meteorologe sieht in den Wetterkarten ein Signal, das aufhorchen lässt.
Weltcup-Vorbereitung in Sölden: Schnee aus dem Vorjahr rettet den Auftakt
Der Rettenbachferner ist der einzige Ort in Österreich, an dem es derzeit tatsächlich schon weiß ist — allerdings durch Menschenhand, nicht durch frischen Schneefall. Der über den Sommer konservierte Schnee wird nun maschinell aufbereitet, um für den ersten Weltcup-Riesenslalom der Saison rechtzeitig eine taugliche Piste bereitzustellen.
In weniger als vier Wochen müssen Kurs und Sicherheitszonen stehen. Ob die Natur bis dahin mit eigenem Nachschub hilft, bleibt ungewiss.
Kaltfront im Westen: Warum sie kaum nach Osten vordringt
In der Nacht auf Freitag erreicht laut dem European Warning System UWZ eine abgeschwächte Kaltfront den äußersten Westen Österreichs. Weit kommt sie allerdings nicht: Am Freitag selbst dringt die Front kaum über die westlichen Bundesländer hinaus vor und löst sich anschließend rasch auf.
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Die bekannte Wetter-Zweiteilung des Landes bleibt damit bestehen. In der Osthälfte dominiert weiterhin Hochdruckeinfluss — häufig sonnig, für die Jahreszeit deutlich zu warm. Auch am Wochenende zeigt sich das Wetter vielerorts ruhig und freundlich. Nur im Westen hält sich eine leicht unbeständige Wetterlage.
„Erster Schneekracher für Österreich“: Was van der Poel in den Karten sieht
Spannender wird der Blick weiter in den Oktober hinein. Der unabhängige niederländische Meteorologe Michael van der Poel hat auf der Plattform X ein potenziell markantes Signal veröffentlicht. „Erster Schneekracher für Österreich? Ein mäandrierender, Nord-Süd ausgerichteter Jetstream drückt später im Monat feuchte maritime Polarluft in Richtung Alpen“, schrieb van der Poel.
Konkret stützt er seine Einschätzung auf das amerikanische GFS-Modell, das eine großräumige Umstellung der Wetterlage signalisiert. Sollte der Jetstream tatsächlich in diese Konfiguration kippen, könnte arktisch geprägte Luftmasse bis in die Alpenregion vordringen — mit entsprechenden Folgen für die Schneefallgrenze.
GFS-Modell mit hoher Unsicherheit: Wie belastbar ist das Signal?
Bei einem so weit in die Zukunft reichenden Vorhersagezeitraum ist Vorsicht geboten. Das GFS-Modell liefert auf dieser Zeitskala noch erhebliche Schwankungsbreiten — andere Modelle können die Lage anders berechnen, und kleinste Abweichungen im Ausgangszustand der Atmosphäre führen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen.
Van der Poel selbst dämpft voreilige Erwartungen: „Ich bin gespannt, ob es hält“, kommentierte er seinen eigenen Post. Folgende Faktoren bestimmen, wie verlässlich das Signal in den nächsten Tagen wird:
- Konsistenz des GFS-Modells über mehrere Berechnungsläufe hinweg
- Übereinstimmung mit dem europäischen ECMWF-Modell
- Verhalten des Jetstreams in den nächsten 5 bis 7 Tagen als Frühindikator
- Entwicklung des Polarwirbels in der Stratosphäre
Erst wenn mehrere Modelle dasselbe Signal zeigen, wächst die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Wintereinbruchs spürbar an.
Was als Nächstes kommt: Weltcup-Termin und Wetterbeobachtung im Fokus
Vorerst bleibt das mögliche Winter-Signal ein erster, noch unsicherer Hinweis. In Sölden wird derweil pragmatisch gearbeitet: Der Schnee aus dem vergangenen Winter tut seinen Dienst, unabhängig davon, was die Atmosphäre plant. Ob der Rettenbachferner am 24. Oktober von frischem Naturschnee profitiert oder vollständig auf das eingelagerte Material angewiesen bleibt, werden die kommenden Wochen zeigen.
Die nächsten Modellläufe des GFS und des europäischen ECMWF-Modells — erwartet werden jeweils aktualisierte Langfristprognosen innerhalb der kommenden 48 bis 72 Stunden — werden zeigen, ob van der Poels Schneekracher-Signal an Substanz gewinnt oder sich in Luft auflöst.
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