Auf dem Tierschutzhof Pfotenhilfe in Lochen, Oberösterreich, liegt ein kleiner Mischlingsrüde in seiner Koje und wartet. Mogli ist 15 Jahre alt — ein Hundeopa, wie ihn die Mitarbeiterinnen liebevoll nennen. Sein Herrchen ist gestorben. Was danach kam, war für den alten Hund eine Abfolge von Verlusten: Tierklinik, überforderte neue Halterin, Tierheim.
Jetzt, wenige Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen, könnte Mogli sein erstes Fest ohne seinen Menschen verbringen — und das in einem Zwinger statt in einem Wohnzimmer. Ob sich das ändert, hängt davon ab, ob sich noch eine Familie findet, die einem Senior eine Chance gibt.
Moglis Weg nach Lochen: Tod, Tierklinik, Überforderung
Als Moglis Besitzer starb, fehlte jede Vorsorge für den Hund. Der Rüde gelangte zunächst in eine Tierklinik, von dort zu einer neuen Halterin — doch die war mit dem alten, pflegebedürftigen Tier schnell überfordert. So kam Mogli schließlich zur Pfotenhilfe in Lochen.
Was die Mitarbeiterinnen dort vorfanden, war besorgniserregend. Grundlegende Maßnahmen wie Impfungen und Entwurmungen waren offenbar über Jahre versäumt worden. Bevor Mogli überhaupt Ruhe finden konnte, musste er medizinisch versorgt werden.
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Was ein 15-jähriger Hund im Tierheim wirklich braucht
Seniorenhunde wie Mogli haben im Tierheim einen schweren Stand. Die Verweildauer älterer Tiere ist in österreichischen Tierschutzeinrichtungen erfahrungsgemäß deutlich länger als bei Welpen oder jungen Hunden — obwohl ihr Bedarf an Geborgenheit mindestens ebenso groß ist.
Was Mogli konkret benötigt, lässt sich in wenigen Punkten zusammenfassen:
- Ein ruhiges Zuhause ohne große Trubel und laute Kinder
- Regelmäßige, aber kurze Spaziergänge, angepasst an sein Alter
- Veterinärische Begleitung für altersbedingte Beschwerden
- Verlässliche Bezugspersonen, die ihm Sicherheit geben
- Geduld in der Eingewöhnungsphase nach mehreren Umzügen
Pfotenhilfe-Chefin Stadler: „Eine eigene Familie können auch wir nicht ersetzen“
Johanna Stadler, Geschäftsführerin der Pfotenhilfe, macht keinen Hehl daraus, was Mogli fehlt. „Wir bieten unseren Hunden zwar sehr viel Liebe, Platz und Auslauf, beste Pflege und tierärztliche Versorgung, aber eine eigene Familie können auch wir nicht ersetzen“, sagte Stadler gegenüber dem Tierschutzhof.
Der Appell der Pfotenhilfe richtet sich aber nicht nur an potenzielle Adoptionsfamilien. Anlässlich des Welthundetags am 10. Oktober macht die Einrichtung auf ein strukturelles Problem aufmerksam: Hunde, deren Halter ins Krankenhaus oder Altersheim müssen oder sterben — und für die niemand vorgesorgt hat.
Der Welthundetag als Mahnmal: Wenn Herrchen wegfällt
„Egal wie alt man selbst ist, man sollte sich immer vor einer Hundeanschaffung gut überlegen und planen, was mit dem Hund passiert, wenn man sich einmal selbst nicht mehr um ihn kümmern kann“, betont Stadler. Dieser Satz klingt banal, hat aber für den Tierschutzhof in Lochen handfeste Konsequenzen: Immer wieder landen Tiere dort, weil ihre Besitzer erkranken oder versterben und keinerlei Notfallplan existiert.
Mogli ist dafür das sichtbarste, aktuellste Beispiel. Er ist kein Problemhund. Er ist ein alter Hund, dem das Schicksal seines Menschen zum Verhängnis wurde.
So kann Mogli geholfen werden: Kontakt zur Pfotenhilfe Lochen
Für Mogli wird dringend eine liebevolle Familie gesucht, die dem 15-jährigen Mischlingsrüden noch eine schöne, ruhige Zeit ermöglicht. Interessierte können sich direkt an den Tierschutzhof Pfotenhilfe in Lochen, Oberösterreich, wenden. Auch wer selbst keine Kapazität für einen weiteren Hund hat, aber das Anliegen kennt und teilt, kann helfen — indem er bei der Vorsorgefrage für den eigenen Hund konkreter wird als bisher.
Ob Mogli die Weihnachtstage noch im Zwinger verbringt oder in einem Wohnzimmer einschläft, ist eine offene Frage, die die kommenden Wochen beantworten werden.
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