Es war ein ganz gewöhnlicher Angeltag vor der Küste von North Carolina, als die Fischer plötzlich die Motorengeräusche vergaßen und nur noch auf das Wasser starrten. Neben ihrem Boot glitt ein Hammerhai durch die Wellen — nicht in den üblichen Graubrauntönen, sondern vollständig weiß.
Keiner an Bord hatte je etwas Vergleichbares gesehen. Sofort wurde die Kamera gezückt, das Video aufgenommen. Was damit ausgelöst wurde, geht weit über einen viralen Clip hinaus — denn diese Sichtung berührt eine der seltsamsten Erscheinungen in der Biologie der Weltmeere.
Der weiße Hammerhai: Was bei der Sichtung vor North Carolina aufgezeichnet wurde
Das Tier, das die Fischer filmten, zeigte keinerlei der typischen graubraunen Pigmentierung, die Hammerhaie normalerweise auszeichnet. Der gesamte Körper war weiß — eine Erscheinung, die bei Meerestieren als außerordentlich selten gilt. Die Fischer reagierten instinktiv richtig: Sie hielten Abstand und ließen die Kamera laufen.
Aufgenommen wurde das Video vor der Küste des US-Bundesstaates North Carolina. Ob es sich um einen Albino handelt oder eine andere genetische Besonderheit vorliegt, ist laut den vorliegenden Berichten bislang nicht geklärt. Klar ist hingegen: Eine solche Dokumentation gehört zu den außergewöhnlichsten Zufallsaufnahmen, die Hobby-Fischer je gemacht haben.
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Hammerhaie und ihre Färbung: Warum das Weiß ein Nachteil ist
Hammerhaie verdanken ihre typische graubraune Färbung einem evolutionären Zweck. Sie dient der Tarnung in den Tiefen des Ozeans — nach oben hin heller, nach unten dunkler, um Raubfeinden und Beute gleichermaßen zu entgehen. Dieses sogenannte Gegenschattierungsprinzip funktioniert bei einem vollständig weißen Exemplar schlicht nicht.
Ein weißes Meerestier fällt Fressfeinden laut Fachberichten deutlich leichter auf als seine normal gefärbten Artgenossen. Das bedeutet konkret: Die Überlebenschancen eines solchen Tieres sind in der freien Wildbahn statistisch erheblich geringer. Dass dieser Hai bis zu seiner Begegnung mit den Fischern überlebt hat, ist für sich genommen schon bemerkenswert.
Albinismus oder andere Ursache: Was hinter der weißen Färbung stecken kann
Bei Tieren gibt es mehrere mögliche Ursachen für eine ungewöhnlich helle oder vollständig weiße Färbung. Die bekannteste ist Albinismus — ein genetischer Defekt, der die Produktion des Farbstoffs Melanin verhindert. Albinistische Tiere haben in der Regel auch rote oder hellrosa Augen, weil die Iris ebenfalls unpigmentiert ist.
Eine weitere Möglichkeit ist Leuzismus, bei dem zwar keine Pigmentzellen in der Haut vorhanden sind, die Augen aber normal gefärbt bleiben. Beide Zustände kommen bei Haien vor, sind aber extrem selten dokumentiert. Ob bei dem Tier vor North Carolina tatsächlich einer dieser Fälle vorliegt, konnte bislang nicht wissenschaftlich bestätigt werden.
Hammerhaie: Was diese Tiere ohnehin besonders macht
Hammerhaie gehören schon in ihrer normalen Form zu den faszinierendsten Meeresbewohnern. Ihr unverkennbarer, breit ausladender Kopf — der sogenannte Cephalofoil — ist weit mehr als ein anatomisches Kuriosum. Da ihre Augen an den äußeren Enden des Kopfes sitzen, können Hammerhaie gleichzeitig nach oben, unten, vorne und hinten sehen — ein 360-Grad-Blickfeld, das unter Haien einzigartig ist.
Die bekanntesten Arten werden zwischen 3 und 6 Meter lang. Sie leben in tropischen und gemäßigten Meeren weltweit und sind für ihre Wanderungen in Schulen bekannt — Gruppen von bisweilen mehreren hundert Tieren. Ein einzelner weißer Hammerhai in Küstennähe ist damit gleich in mehrfacher Hinsicht ein Ausreißer.
Extrem seltene Sichtung: Was Biologen an solchen Aufnahmen interessiert
Zufallsvideos von Anglern und Fischern haben in den vergangenen Jahren einen wachsenden wissenschaftlichen Wert bekommen. Meeresbiologen nutzen solche Aufnahmen, um das Vorkommen seltener Phänomene geografisch zu kartieren und Populationsdaten zu ergänzen — besonders dann, wenn keine eigene Forschungsexpedition in der Nähe war.
Eine Sichtung eines vollständig weißen Hammerhais vor der Küste North Carolinas bleibt nach aktuellem Wissensstand ein Einzelfall. Ob das Tier erneut gesichtet wird oder ob es weitere Hinweise auf seinen Verbleib gibt, ist offen.
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