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Flydubai-Entführung: Wie Passagier Asaf Rajuan den Täter 55 Minuten lang in Schach hielt

Flydubai-Entführung: Wie Passagier Asaf Rajuan den Täter 55 Minuten lang in Schach hielt

Am Mittwochabend des 30. September 2026 rollte eine Flydubai-Maschine auf dem Flughafen Ben Gurion aus — begleitet von besorgten Angehörigen, Fotografen und dem stillen Aufatmen all jener, die wenige Stunden zuvor geglaubt hatten, sie würden nie wieder landen. Die Passagiere, viele von ihnen frisch aus dem Urlaub in Thailand zurückgekehrt, wurden am Rollfeld von Familienmitgliedern empfangen, die seit Stunden keine gesicherten Informationen hatten.

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Was sich an Bord abgespielt hatte, war kein technischer Notfall und kein Wetterereignis. Es war eine versuchte Flugzeugentführung — ausgeführt vom Co-Piloten selbst, der mit einem Messer auf den Kapitän einstach. Was danach folgte, entschied über Leben und Tod.

55 Minuten Widerstand: Was Passagier Asaf Rajuan erzählt

Asaf Rajuan war einer derjenigen, die eingriffen. Gegenüber dem israelischen TV-Sender Channel 12 schilderte er die Situation mit ungewöhnlicher Nüchternheit: „Wir konnten den Terroristen 55 Minuten lang neutralisieren. Ich danke Gott und allen, die geholfen haben. Besonders den beiden Piloten, die zufällig an Bord waren und das Flugzeug sicher gelandet haben.“

Rajuan selbst zog sich dabei eine Kopfverletzung zu — nach eigenen Angaben nicht schwerwiegend. Doch der Schock saß tief. „Wir haben uns entschieden, um unser Leben zu kämpfen“, sagte er. Ein Satz, der beschreibt, was an Bord innerhalb von Sekunden zur einzigen Option wurde.

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Kapitän Smit Machchhar: Schwer verletzt, aber am Leben

Der Angriff des Co-Piloten galt dem Kapitän der Maschine. Kapitän Smit Machchhar wurde durch den Messerstich schwer verletzt — nach Angaben der indischen Botschaft in Saudi-Arabien befindet er sich mittlerweile in stabilem Zustand. Passagiere berichten, dass er trotz seiner Verletzungen mit letzter Kraft die von innen verriegelte Cockpit-Tür geöffnet habe.

Das Flugzeug konnte zwischenzeitlich in Saudi-Arabien notlanden. Dort übernahm ein Arzt an Bord — laut Berichten ein Zahnarzt — die Erstversorgung des verletzten Piloten, bis professionelle Hilfe übernehmen konnte.

„Jeder an Bord war ein Held“: Passagiere schildern dramatische Szenen

Shota Musaev, ein weiterer Passagier, fasste die Stimmung an Bord in einem kurzen Satz zusammen: „Ich glaube, jeder an Bord war ein Held.“ Seine Frau habe während des Vorfalls gemeinsam mit anderen Passagieren gebetet. Die Mischung aus körperlichem Widerstand und kollektivem Ausharren prägte die rund 55 Minuten, in denen der Täter unter Kontrolle gehalten wurde.

Premiermminister Benjamin Netanyahu würdigte die Passagiere öffentlich als Helden mit „außergewöhnlicher Geistesgegenwart und Wagemut“ und betonte, sie hätten viele Leben gerettet. Selten wird dieser Begriff in der Politik so konkret unterlegt wie in diesem Fall.

Wer war der Täter — und welche Verbindungen gibt es?

Der Co-Pilot, der den Angriff verübte, wurde während des Vorfalls selbst verletzt und anschließend festgenommen. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand ist bislang nichts bekannt. Laut der englischsprachigen Times of Israel handelt es sich um einen religiösen Fanatiker aus dem Oman, der als Einzelgänger galt.

Hinweise auf Verbindungen zu Terrornetzwerken gibt es nach aktuellem Erkenntnisstand nicht. Die Ermittlungen laufen. Ob politische oder ideologische Hintermänner existieren, bleibt eine der zentralen offenen Fragen der laufenden Untersuchung.

Israels Reaktion: Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen

Als direkte Konsequenz aus dem Vorfall kündigte Israel die Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen für Flugreisen an. Passagiere müssen bei künftigen Flügen mit deutlich intensiveren Kontrollen und Überprüfungen beim Check-in rechnen. Welche Stellen genau betroffen sind und ab wann die neuen Maßnahmen gelten, wurde bislang nicht im Detail kommuniziert.

  • Co-Pilot griff Kapitän mit Messer an — Kapitän schwer verletzt, stabil
  • Passagiere überwältigten den Täter und hielten ihn 55 Minuten lang unter Kontrolle
  • Notlandung in Saudi-Arabien, medizinische Erstversorgung durch Zahnarzt an Bord
  • Sichere Endlandung am Flughafen Ben Gurion in Israel
  • Co-Pilot festgenommen, Hintergrund: religiöser Einzelgänger aus dem Oman
  • Israel verschärft Sicherheitskontrollen an Flughäfen

Ob und in welcher Form der festgenommene Co-Pilot vor Gericht gestellt wird — und welche Ermittlungsergebnisse die israelischen und internationalen Behörden noch vorlegen werden — bleibt in den kommenden Wochen abzuwarten.

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