Dienstag, 7. September 2026, kurz nach Mittag: Auf den Thermometern in Wien-Döbling stehen bereits über 30 Grad, die Luft flimmert über dem Asphalt, und an der Alten Donau suchen Hunderte Abkühlung im Wasser. Es ist ein hochsommerlicher Tag, als würde der August noch einmal zurückkehren. Doch Meteorologe Nikolas Zimmermann hat am Montag bereits gewarnt: „Am Dienstag und Mittwoch steht wohl das letzte Aufbäumen des Hochsommers bevor, mit bis zu 34 Grad im Osten. In der Nacht auf Mittwoch dürfte es in der Wiener Innenstadt wahrscheinlich auch die letzte Tropennacht des Jahres geben.“
Was danach kommt, ist eine radikale Wende. Eine Kaltfront rollt von Westen heran, bringt kräftige Gewitter, Sturmböen und einen Temperatursturz, der die Hochsommerzeit für Österreich vorerst beendet. Wie schnell der Absturz vonstattengeht und welche Regionen am härtesten getroffen werden, zeigt der Blick auf die kommenden Tage.
35 Grad: Dienstag wird der letzte Hochsommertag für ganz Österreich
Die Unwetterzentrale (UWZ) spricht Klartext: Der Dienstag sei „der letzte Hochsommertag für alle“. Verbreitet werden Höchstwerte zwischen 29 und 34 Grad erwartet, in der östlichen Tiefebene vereinzelt sogar bis zu 35 Grad. Besonders betroffen sind Niederösterreich, Wien und das Nordburgenland — Regionen, in denen die Temperaturen laut UWZ „im Bereich der Septemberrekorde“ liegen könnten.
Der aktuelle Spitzenwert für Wien-Döbling stammt vom 16. September 2015 und liegt bei 33,5 Grad. Clemens Grohs von Kachelmannwetter bestätigt die Prognose: „Am Dienstag wird es im ganzen Land nochmals hochsommerlich heiß und die Temperaturen steigen auf 28 bis 34 Grad. Vereinzelt sind im Osten bis 35 Grad dabei.“ Im Westen Österreichs können sich zwar nachmittags Quellwolken mit einzelnen Schauern bilden, doch die Osthälfte bleibt bis zum Abend überwiegend sonnig.
Mittwoch: Wenn das Italientief Schauer und Gewitter über das Land schickt
Der Wetterbruch kommt am Mittwoch — und er trifft das Land von West nach Ost in Wellen. Vorarlberg und das Tiroler Oberland starten bereits trüb und nass in den Tag. Mit der Ausbildung eines sogenannten Italientiefs greifen Schauer und Gewitter im Tagesverlauf auf den Südwesten über, am Nachmittag erfasst das Geschehen auch das östliche Bergland.
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Zum Abend hin erreicht die Störung schließlich den Osten des Landes. Grohs warnt explizit für Niederösterreich und Wien: „Am Mittwoch wird es nochmals hochsommerlich heiß und nachmittags/abends kommen im Vorfeld einer Kaltfront vom Westen starke Gewitter samt Sturmböen bis 100 km/h auf!“ Die Temperaturen am Mittwoch spiegeln den Übergang wider: Von West nach Ost liegen die Höchstwerte zwischen 16 und 33 Grad — ein Unterschied von fast 20 Grad innerhalb ein und desselben Landes.
Sturmböen bis 100 km/h: Welche Regionen das größte Risiko tragen
Mit dem Durchzug der Gewitterlinie frischt der Westwind teils stürmisch auf. Die gefährlichste Phase tritt ein, wenn die Kaltfront auf die noch heiße, schwüle Luftmasse im Osten trifft — genau dort, wo die Energie für heftige Konvektion am größten ist. Im Vorfeld solcher Ereignisse warnt die UWZ erfahrungsgemäß mit regionalen Unwetterwarnungen, die kurzfristig ausgesprochen werden.
Wer am Mittwochabend im Freien ist — ob in Wien, St. Pölten oder dem Weinviertel — sollte wettergeeignete Unterkünfte in der Nähe kennen. Die Entwicklung lässt sich stundengenau verfolgen:
- Vorarlberg und Tirol: Bereits am Mittwochmorgen trüb und nass, erste Schauer ab Frühstückszeit
- Steiermark und Salzburg: Gewitter ab dem frühen Nachmittag, teils mit Hagel
- Niederösterreich und Wien: Hitze bis in den späten Nachmittag, dann rasch aufziehende Gewitter mit Sturmböen
- Nördliches Burgenland: Ähnliche Entwicklung wie Wien, starke Temperaturgegensätze
- Kärnten: Mischlage, tagsüber noch sonnige Phasen, abends unbeständig
Nach dem Wetterbruch: Donnerstag bringt höchstens 24 Grad
Am Donnerstag ist die Hochsommerwelt endgültig vorbei. Der Tag startet oft trüb, von Kärnten über das zentrale und östliche Bergland bleibt es häufig nass. Im Westen und Norden trocknet es dagegen ab — vor allem vom Bodensee bis ins Innviertel zeigt sich zeitweise die Sonne. Der Temperaturrahmen schrumpft auf 15 bis 24 Grad.
Im Osten weht anfangs noch lebhafter West- bis Nordwestwind, der im Tagesverlauf nachlässt. Der Kontrast zum Dienstag könnte kaum größer sein: Innerhalb von weniger als 48 Stunden sinken die Höchstwerte im Wiener Raum um gut 10 Grad. Das ist keine leichte Herbstfrische, sondern ein markanter Einschnitt in die Wetterlage.
Septemberrekorde unter Druck: Wie außergewöhnlich dieser Hitzepeak wirklich ist
Dass Anfang September noch einmal 35 Grad gemessen werden, ist auch in Österreich keine Selbstverständlichkeit. Der gültige Septemberrekord für Wien-Döbling liegt bei 33,5 Grad — aufgestellt am 16. September 2015. Die aktuelle Prognose stellt diesen Wert zumindest im östlichen Flachland infrage. Die Unwetterzentrale ordnet die erwarteten Temperaturen ausdrücklich als „im Bereich der Septemberrekorde“ ein.
Für Niederösterreich und Wien gilt das besonders. Diese Kombination — ein letzter extremer Hitzepeak, unmittelbar gefolgt von einem Gewittersturm mit Böen jenseits der 100-km/h-Marke — macht das aktuelle Wetterereignis zu einem der markantesten Übergänge vom Sommer zum Herbst der vergangenen Jahre. Ob tatsächlich ein neuer Rekordwert fällt, wird sich erst am Dienstagnachmittag entscheiden.
Was nach dem Kaltfrontdurchgang für Österreich folgt
Die Frage, wie lange die kühle Phase anhält, bleibt vorerst offen. Nach dem Donnerstag zeigen die Modelle keine unmittelbare Rückkehr zu extremer Hitze. Für den weiteren Septemberverlauf rechnen Meteorologen mit einer typisch herbstlichen Wetterlage — also einem Wechselspiel aus milden, sonnigen Tagen und unbeständigen Phasen, ohne die Hochdruckdominanz des Augusts.
Ob die Saison damit endgültig gedreht hat oder ob noch ein kurzer Spätsommerschub folgt, werden die nächsten Modellläufe der kommenden Tage zeigen.
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