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Domenik Habian, Steiermark: Wie ein 36-Jähriger Hodenkrebs besiegte – und trotzdem Vater wurde

Domenik Habian, Steiermark: Wie ein 36-Jähriger Hodenkrebs besiegte – und trotzdem Vater wurde

Neun Monate lang bemerkte Domenik Habian, dass etwas nicht stimmte. Eine Veränderung, die er verdrängte, weil die Hemmschwelle, mit ihr zum Arzt zu gehen, einfach zu groß war. Erst seine Freundin brachte ihn dazu, den entscheidenden Schritt zu wagen.

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Was dann folgte, war für den Steirer ein langer, harter Weg – durch OP-Säle, Chemotherapien und einen Lungeninfarkt. Heute ist Domenik Habian 36 Jahre alt, krebsfrei und Vater einer Tochter. Seine Geschichte wirft eine Frage auf, die viele Männer betrifft: Wie lange wartet man, bis man zu viel wartet?

Neun Monate Schweigen: Warum Domenik Habian so lange zögerte

Habian spürte die Veränderung an seinem Körper, doch er tat nichts. Scham, Verdrängung, das ungute Gefühl, die betreffende Stelle untersuchen zu lassen – all das hielt ihn zurück. Erst als seine Freundin bestand, suchte er medizinische Hilfe auf.

Am LKH Hochsteiermark, Standort Leoben, untersuchte ihn Urologe Thomas Alber. Die Aufnahme folgte rasch. Die Diagnose: Hodenkrebs. Für den damals Mitte 20-Jährigen brach eine Welt zusammen. „Ich wusste nicht, ob ich das überlebe“, erinnert er sich. Der Anruf bei seiner Mutter sei besonders schwer gewesen. Seine Freundin kam weinend ins Spitalszimmer.

Operation, Chemotherapie, Lungeninfarkt: Was die Behandlung mit ihm machte

In einem ersten Eingriff wurde Habian ein Hoden entfernt. Danach folgte eine belastende Chemotherapie – mit schwerwiegenden Folgen. Der Körper reagierte mit einem Lungeninfarkt. Sport, Arbeit, normaler Alltag: all das verschwand für lange Zeit. „Ich habe in einem Jahr über 100 Nächte hier im LKH verbracht“, erzählt er.

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Doch der Krebs war damit noch nicht besiegt. Folgeuntersuchungen zeigten Metastasen im Bauch- und Lungenraum. Der Oberlappen seines linken Lungenflügels musste entfernt werden. Erst ein zweiter Chemotherapie-Durchgang brachte die Wende: Habian wurde für krebsfrei erklärt.

Eingefrorene Spermien, eine Tochter namens Elina: Das Leben nach der Krankheit

Vor Beginn der Behandlung wurden Habians Spermien eingefroren – eine Vorsichtsmaßnahme, die sich als entscheidend erweisen sollte. Trotz der schweren Therapie konnte er sich so seinen Kinderwunsch erfüllen. Heute steht für ihn vor allem seine fünfjährige Tochter Elina im Mittelpunkt. Für ihn sei sie das größte Geschenk nach der Krankheit.

Der Steirer ist längst wieder aktiv. „Ich gehe jetzt wieder viel wandern und radeln und bin fitter denn je“, sagt er. Mit seiner Geschichte in der Kronen Zeitung will er anderen Männern Mut machen, Veränderungen nicht zu verdrängen.

Hodenkrebs in Österreich: Selten, aber häufig bei jungen Männern

Urologe Thomas Alber vom LKH Hochsteiermark betont, dass Hodenkrebs zwar zu den selteneren Krebsarten zählt, aber besonders junge Männer treffen kann. Laut Statistik Austria erkrankten im Jahr 2022 in Österreich insgesamt 425 Männer an Hodenkrebs – das entsprach 1,8 Prozent aller neuen Krebserkrankungen bei Männern.

Alber verweist auf typische Warnsignale, die nicht ignoriert werden sollten:

  • Schmerzlose Verhärtung im Hodenbereich
  • Schwellung oder spürbare Vergrößerung eines Hodens
  • Ungewohntes Schweregefühl im Hodensack
  • Ziehen im Unterleib oder im Rücken

„Leider denken viele Männer, sie sind unverwundbar“, sagt Alber. Scham dürfe kein Grund sein, einen Arztbesuch hinauszuzögern.

Habians Appell: Frühzeitig zum Arzt – das spart Leid und Strapazen

Domenik Habian hat aus seiner Erfahrung eine klare Botschaft an andere Männer destilliert. „Ich kann den Leuten nur raten, frühzeitig zum Arzt zu gehen. Das spart viel Leid, Strapazen und Kummer!“, sagt er. Neun Monate Zögern kosteten ihn einen Lungeninfarkt, zwei Chemotherapie-Runden und den Oberlappen seiner linken Lunge.

Wer früh zur urologischen Abklärung geht, hat statistisch deutlich bessere Chancen: Hodenkrebs gilt bei rechtzeitiger Diagnose als eine der am besten behandelbaren Krebsformen überhaupt. Ob Habians Fall nun andere Männer in der Steiermark – und darüber hinaus – dazu bringt, Veränderungen früher ernst zu nehmen, bleibt abzuwarten.

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