Es war der Abend des 6. September 2026 im Arthur Ashe Stadium, als Carlos Alcaraz einmal mehr demonstrierte, warum er als Titelverteidiger nach New York gereist war. Tommy Paul, der von den New Yorker Fans lautstark angefeuert wurde, stand einem Spanier gegenüber, der sich von keiner Kulisse beeindrucken lässt.
Der Sieg fiel am Ende so klar aus, wie es die Zahlen zeigen: 6:4, 6:3 und 6:4 — drei Sätze, keine Schwankungen, kein Aufbäumen des US-Amerikaners. Damit stellt sich die Frage, wer in diesem Turnier überhaupt in der Lage ist, den Spanier ernsthaft zu fordern.
6:4, 6:3, 6:4: Warum Paul kein einziges Mittel fand
Paul gilt als einer der gefährlichsten Akteure auf der ATP-Tour, wenn er Heimunterstützung genießt. Doch Alcaraz ließ das druckvolle Spiel, das den 21-jährigen Spanier seit Jahren auszeichnet, keine Lücke offen. Paul fand über weite Strecken schlicht keine Antwort auf die Kontrolle, mit der Alcaraz die Rallyes diktierte.
Es war nach Angaben von Beobachtern vor Ort die konstanteste Leistung des Titelverteidigers in diesem gesamten Turnierverlauf. Kein Einbruch, kein verlorener Fokus — auch nicht, als das Publikum bei jedem Paul-Winner aufbrauste.
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Rückkehr nach viereinhalb Monaten Pause: Alcaraz marschiert durch New York
Was diesen Auftritt noch bemerkenswerter macht: Alcaraz stand erst vor wenigen Wochen nach einer rund viereinhalb Monate langen Verletzungspause wieder auf der Tour. Seither hat er auf dem Weg ins Viertelfinale gerade einmal einen einzigen Satz abgegeben. Für einen Rückkehrer ist das eine außergewöhnliche Bilanz.
Auch Alexander Zverev, selbst noch im Turnier, zeigte sich öffentlich beeindruckt von Alcaraz‘ Auftritten. Während andere Favoriten bereits hart kämpfen mussten, marschiert der siebenfache Grand-Slam-Sieger weitgehend problemlos durch das Tableau.
Viertelfinale in New York: Shelton oder Tsitsipas wartet
Im Viertelfinale könnte die Aufgabe deutlich schwieriger werden. Als möglicher Gegner wartet der Sieger aus dem Duell zwischen Ben Shelton und Stefanos Tsitsipas. Shelton reiste nach seinem Triumph beim ATP-Masters-1000-Turnier in Montreal mit besonderem Selbstvertrauen nach New York — der 23-jährige US-Amerikaner gilt auf seinen Heimböden als besonders gefährlich.
Die Begegnung zwischen Shelton und Tsitsipas stand zum Zeitpunkt von Alcaraz‘ Sieg noch aus. Welcher der beiden Spieler letztlich wartet, dürfte die taktische Vorbereitung des spanischen Lagers in den kommenden Stunden bestimmen.
7 Grand-Slam-Titel: Was Alcaraz‘ aktuelle Form so besonders macht
Mit sieben Grand-Slam-Titeln im Gepäck zählt Alcaraz längst zu den prägenden Figuren seiner Generation. Doch die Art und Weise, wie er nach einer langen Verletzungspause in New York auftritt, überrascht selbst erfahrene Tennisbeobachter. Die entscheidenden Zahlen aus diesem Turnier:
- Lediglich 1 verlorener Satz auf dem Weg ins Viertelfinale
- Sieg gegen Tommy Paul: 6:4, 6:3, 6:4 in weniger als zwei Stunden
- Rückkehr nach einer Verletzungspause von rund viereinhalb Monaten
- Alcaraz ist 21 Jahre alt und bereits Titelverteidiger bei den US Open 2026
- 7 Grand-Slam-Titel insgesamt in seiner Karriere
Was diese Zahlen nicht erfassen: die Leichtigkeit, mit der er Paul im zweiten und dritten Satz regelrecht überrollte, ohne je in Gefahr zu geraten.
Titelverteidigung rückt näher — wenn nicht Shelton dazwischenfunkt
Alcaraz hat in New York bislang keinen Gegner gefunden, der seinen Rhythmus ernsthaft stören konnte. Das Viertelfinale gegen Shelton oder Tsitsipas wird zeigen, ob das Turnier endlich eine echte Prüfung für den Titelverteidiger bereithält — oder ob der Spanier auch diese Hürde mit derselben Souveränität überwindet, die er in den ersten Runden an den Tag gelegt hat.
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