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Sturm Graz Europa League: Warum das 0:0 gegen Rennes ein echter Achtungserfolg war

Sturm Graz Europa League: Warum das 0:0 gegen Rennes ein echter Achtungserfolg war

Dienstagabend, Rennes, 16. September 2026. Sturm Graz betritt die europäische Bühne der Europa League und sieht sich einem französischen Topteam gegenüber, das ballsicherer wirkt, technisch überlegen ist und das Spiel über weite Strecken kontrolliert. Was in solchen Momenten fehlen kann, ist Mut zur Defensive. Die Steirer brachten ihn mit.

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Am Ende stand ein 0:0, das die Grazer nicht nur zufriedengestellt hat, sondern in der Schlussphase sogar noch nach mehr greifen ließ. Wie eine bewusst abwartende Taktik zum Erfolgsrezept wurde — und warum Jürgen Heil dabei das letzte Wort hatte.

Das 0:0 gegen Rennes: Kein Zufallsergebnis, sondern Plan

Über weite Strecken des Spiels hatte Stade Rennes das Geschehen fest im Griff. Die Franzosen präsentierten sich ballsicher und qualitativ stark, Sturm agierte auffällig defensiv. Für viele Beobachter hätte das nach Aufgabe ausgesehen — für die Steirer war es Kalkül.

Neuzugang Jürgen Heil, erst im Sommer von Hartberg zu Sturm gewechselt und in der Schlussphase trotzdem mit der Kapitänsschleife auf dem Platz, brachte es gegenüber dem Sender Canal+ auf den Punkt: „Wir haben gegen einen Gegner mit richtiger Qualität gespielt. Man hat gesehen, wie ballsicher die sind. Wir haben es kämpferisch richtig gut gelöst.“

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„Für deppert erklärt“: Heils klares Bekenntnis zur Taktik

Kritik an der abwartenden Spielweise ließ Heil nicht gelten. Seine Antwort darauf war direkt: „Jeder hätte uns für deppert erklärt, wenn wir ins offene Messer gelaufen wären. Man muss schon einmal zu Null spielen.“ Der rechte Außenverteidiger machte damit klar, dass die taktische Zurückhaltung keine Schwäche war, sondern eine bewusste Entscheidung gegen einen Gegner mit deutlich mehr individueller Klasse.

Und der Punkt trägt. „Der Punkt gibt uns Auftrieb, wir erarbeiten uns Stück für Stück das Selbstvertrauen“, schob Heil nach. In einem Europacup-Auftaktspiel zählt dieses Kapital oft mehr als das Ergebnis selbst.

Weinhandl sah den Sieg — und ließ ihn ziehen

U17-Vizeweltmeister Luca Weinhandl war nach dem Abpfiff ehrlicher als mancher Klubfunktionär es gewesen wäre. „Vor dem Spiel hätten wir den Punkt sofort genommen. Die haben die Qualität, um ein Spiel zu entscheiden, wir haben alles reingeschmissen“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Einer Niederlage musste Weinhandl nicht hinterherschauen — aber dem Sieg eben auch nicht. „Sie hatten die Chancen, wir hätten das Tor machen können“, stellte er nüchtern fest. Sturm war in der Schlussphase dem Siegtor näher als Rennes, verpasste die Sensation jedoch.

Sturms Europa-League-Auftakt: Was dieser Punkt wirklich bedeutet

Für einen österreichischen Klub ist ein Remis gegen ein etabliertes Ligue-1-Team zu Auswärtsbedingungen kein Selbstläufer. Sturm Graz zeigte, dass die Defensive hält — und das ist in der Gruppenphase der Europa League die wichtigste Währung für Klubs, die nicht mit dem finanziellen Gewicht der großen Ligen antreten können.

Der Auftritt zeigt auch, wie sich Heil nach seinem Wechsel von Hartberg in die steirische Landeshauptstadt entwickelt hat: In einem entscheidenden Europacup-Spiel Kapitänsverantwortung zu tragen, ist eine andere Aufgabe als ein Bundesligaduell im Hartberg-Dress. Er bestand sie.

Wie es für Sturm Graz in der Europa League weitergeht

Mit einem Punkt aus dem ersten Gruppenspiel steht Sturm Graz nicht schlecht da. Die Ausgangslage in der Europa League ist offen, der Auftakt hat gezeigt, dass die Grazer auf diesem Niveau konkurrenzfähig sind — zumindest defensiv. Ob die Offensive im nächsten Spiel nachlegen kann, wird die entscheidende Frage der kommenden Wochen sein.

Rennes seinerseits wird den verpassten Sieg zu Hause verdauen müssen. Die nächsten Partien werden zeigen, ob das Remis gegen Sturm ein Ausrutscher war oder ob die Steirer in dieser Gruppe für mehr Überraschungen sorgen können.

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