Graz, 16. September 2026, kurz nach 23 Uhr: Die Spieler des SK Sturm Graz verlassen den Rasen nach dem Schlusspfiff, keine Jubelgesten, kein Triumphgeschrei — und trotzdem liegt Erleichterung in der Luft. Gegen Stade Rennes, den französischen Ligue-1-Vertreter, ist den Steirern im ersten Gruppenspiel der Europa-League-Ligaphase ein torloses Remis gelungen.
Ein 0:0 klingt nach wenig. Doch wer den Auftritt der Grazer über 90 Minuten verfolgt hat, weiß: Gegen einen eingespielten Gegner aus einer der stärksten Ligen Europas brauchte Sturm vor allem eines — Kompaktheit und Geduld. Ob dieser Punkt als solide Ausgangsbasis reicht oder sich als verpasste Chance entpuppt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Das Spiel: Sturm hält Rennes über 90 Minuten in Schach
Beide Mannschaften tasteten sich in der Anfangsphase behutsam ab. Sturm Graz stand tief, ließ dem Gegner kaum Platz zwischen den Linien und setzte auf schnelle Gegenstöße. Rennes, mit deutlich mehr Ballbesitz, fand über weite Strecken kein Durchkommen gegen die geordnete Grazer Defensive.
Klare Torchancen blieben auf beiden Seiten die Ausnahme. Die größten Möglichkeiten vergaben die Franzosen in der zweiten Halbzeit, als Sturm-Tormann zweimal aufmerksam war. Nach vorne gelang den Steirern zu selten der entscheidende letzte Pass, um die Rennes-Abwehr ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Europa League 2026/27: Was der Ligaphase-Auftakt für Sturm bedeutet
Mit dem neuen Format der UEFA Europa League, in dem alle Teilnehmer in einer gemeinsamen Ligaphase antreten, hat jeder Punkt von Beginn an erhebliches Gewicht. Sturm Graz startet mit einem Zähler aus dem ersten von acht Spielen in der Gruppe.
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Laut dem UEFA-Regelwerk qualifizieren sich die besten acht Teams der Ligaphase direkt für das Achtelfinale, die Plätze 9 bis 24 bestreiten eine Playoff-Runde. Für einen österreichischen Klub, der zuletzt in der Champions-League-Ligaphase 2024/25 von sich reden machte, ist das Ziel klar: Sturm will tief in den Bewerb einziehen — und ein Auftaktremis ist dafür kein Beinbruch.
Was Sturm Graz stärkt — und wo Rennes überlegen war
Die Grazer zeigten in der Defensive bemerkenswerte Disziplin. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen stimmten, und die Pressing-Phasen wurden koordiniert eingeleitet. Das ist kein Zufall: Trainer Christian Ilzer hat in den vergangenen Monaten intensiv an der taktischen Kompaktheit gearbeitet.
Rennes hatte auf der anderen Seite die besseren Einzelspieler und mehr individuelle Qualität in der Offensive. Der französische Klub konnte sein Potential allerdings nie wirklich entfalten — ein Verdienst der gesamten Sturm-Mannschaft. Die Laufleistung der Grazer über das gesamte Spiel war beachtlich.
Sturm Graz in der Europa League: Blick auf die nächsten Partien
Der Spielplan der Ligaphase hält für Sturm Graz in den kommenden Wochen weitere sieben Begegnungen gegen Gegner aus ganz Europa bereit. Die Auslosung bescherte den Steirern ein anspruchsvolles Programm — aber auch Chancen, Punkte zu sammeln. Folgende Fakten zum weiteren Verlauf:
- Insgesamt 8 Spiele in der Ligaphase zwischen September und Januar
- Die besten 8 Teams ziehen direkt ins Achtelfinale ein
- Platz 9 bis 24 spielen in einer Playoff-Runde um den Aufstieg
- Ab Platz 25 ist die Europasaison beendet
- Sturm startet mit 1 Punkt aus dem ersten Spiel
Für den SK Sturm zählt nun jede weitere Partie. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auf internationalem Niveau mithalten kann — jetzt muss die Konstanz folgen.
Stade Rennes: Der Gegner aus der Ligue 1 im Kurzporträt
Stade Rennes ist ein etablierter französischer Erstligist mit einer Heimspielstätte, dem Roazhon Park, der rund 29.800 Zuschauer fasst. Der Klub aus der Bretagne qualifizierte sich über die Ligue 1 für die Europa League und gilt in diesem Bewerb als Mannschaft mit klaren Ambitionen.
Das 0:0 gegen Sturm ist auch für Rennes kein Wunschergebnis — der französische Klub wird die Partie als verpasste Gelegenheit betrachten. Beide Teams trennen sich somit mit einem Punkt, der für die Grazer angesichts der Kräfteverhältnisse durchaus als Achtungserfolg gewertet werden darf, wie auch Sportredaktionen in Österreich festhielten.
Was als nächstes kommt: Sturm Graz under Druck, zu punkten
Die UEFA Europa League macht keine langen Pausen. Schon in wenigen Wochen stehen für Sturm Graz die nächsten Bewährungsproben auf dem Programm. Christian Ilzer und sein Trainerteam werden die Videoanalyse des Rennes-Spiels nutzen, um sowohl die defensiven Stärken zu festigen als auch die Offensivbemühungen zielgerichteter zu gestalten.
Ob der Punkt vom 16. September am Saisonende als wichtiger Grundstein gilt oder ob Sturm stärker aus der Ligaphase herausgehen kann als erwartet, bleibt vorerst offen — die nächste Partie wird erste Antworten liefern.
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