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Kaffee-Timing-Studie: Warum der Morgenkaffee dein Herzrisiko um 31 Prozent senken kann

Kaffee-Timing-Studie: Warum der Morgenkaffee dein Herzrisiko um 31 Prozent senken kann

Die Maschine brummt, der Duft zieht durch die Küche – und für viele Österreicherinnen und Österreicher beginnt der Tag erst mit dem ersten Schluck Kaffee richtig. Sorte, Stärke, Milch oder kein Milch: Über all das wird nachgedacht. Dass aber ausgerechnet die Uhrzeit des Konsums gesundheitlich entscheidend sein könnte, gerät dabei kaum in den Blick.

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Eine große Beobachtungsstudie legt nun nahe, dass Kaffeetrinker, die ihr Getränk überwiegend am Morgen zu sich nehmen, statistisch deutlich besser abschneiden als jene, die ihn über den ganzen Tag verteilen. Die Frage lautet also nicht mehr nur, ob Kaffee gesund ist – sondern wann.

Über 40.000 Personen, knapp 10 Jahre: So groß war die Studie

Die Untersuchung, veröffentlicht im Fachjournal European Heart Journal, analysierte Daten von mehr als 40.000 Erwachsenen aus den USA. Die Beobachtungszeit betrug im Mittel knapp zehn Jahre. Während dieser Periode wurden 4.295 Todesfälle erfasst, was der Studie eine solide statistische Grundlage verleiht.

Die Forschenden identifizierten dabei zwei typische Trinkmuster. Rund 36 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehörten zum sogenannten Morgentyp: Sie tranken ihren Kaffee überwiegend vor Mittag, also im Zeitfenster zwischen 4 Uhr und 11.59 Uhr. Eine deutlich kleinere Gruppe verteilte den Konsum hingegen über den gesamten Tag – inklusive Nachmittag und Abend.

31 Prozent weniger Herzrisiko: Was der Morgenkaffee bewirkt

Die Ergebnisse für die Morgentypen sind bemerkenswert. Im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern hatten sie ein 16 Prozent niedrigeres Risiko, im Beobachtungszeitraum zu sterben. Noch deutlicher fiel der Unterschied bei Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus: Hier lag das statistische Risiko sogar um 31 Prozent niedriger.

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Der Zusammenhang zeigte sich sowohl bei moderatem als auch bei höherem Kaffeekonsum. Wer allerdings nur eine einzige Tasse am Morgen trank, profitierte vergleichsweise weniger stark. Besonders aufschlussreich: Bei jenen, die ihren Kaffee über den ganzen Tag verteilt tranken, ließ sich gegenüber Nicht-Kaffeetrinkern kein statistisch signifikanter Vorteil feststellen.

Warum der Zeitpunkt entscheidend sein könnte – und was noch unklar bleibt

Studienleiter Lu Qi von der Tulane University nennt den natürlichen zirkadianen Rhythmus als mögliche Erklärung. Kaffee am Nachmittag oder Abend könnte diesen Tag-Nacht-Takt stören sowie Hormone wie Melatonin beeinflussen. Davon wiederum könnten Entzündungsprozesse und der Blutdruck abhängen.

Eines muss aber klar festgehalten werden: Es handelt sich dabei um eine Hypothese, nicht um einen nachgewiesenen Mechanismus. Die Studie belegt eine statistische Assoziation – sie beweist keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Faktoren wie Schlafqualität, Ernährungsgewohnheiten oder körperliche Aktivität könnten das Bild ebenfalls beeinflussen.

Der Mythos mit dem 90-Minuten-Warten nach dem Aufstehen

Immer wieder kursiert die Empfehlung, nach dem Aufstehen 60 bis 90 Minuten mit dem ersten Kaffee zu warten. Begründet wird das mit dem morgendlichen Cortisolanstieg: Das Stresshormon erreicht kurz nach dem Erwachen seinen Tageshöchststand, und Koffein soll diesen Effekt angeblich abschwächen oder zu einer Toleranzentwicklung führen.

Für eine so präzise Wartezeit liefert die aktuelle Studie allerdings keinen Beleg. Sie untersuchte deutlich größere Zeitfenster. Als „Morgen“ galt der gesamte Zeitraum von 4 Uhr bis 11.59 Uhr – eine Empfehlung, exakt eine oder eineinhalb Stunden zu warten, lässt sich daraus nicht ableiten.

Was die Ergebnisse für den Kaffeekonsum im Alltag bedeuten

Konkret lassen sich aus der Studie folgende Punkte festhalten:

  • Kaffee vor Mittag war mit einem 16 Prozent niedrigeren allgemeinen Sterblichkeitsrisiko verbunden.
  • Das Herzrisiko war bei Morgentrinkern um bis zu 31 Prozent geringer als bei Nicht-Kaffeetrinkern.
  • Kaffee, der über den ganzen Tag verteilt getrunken wurde, zeigte diesen statistischen Vorteil nicht.
  • Das Zeitfenster „Morgen“ umfasst laut Studie die Stunden zwischen 4 Uhr und 11.59 Uhr.
  • Ob eine oder mehrere Tassen konsumiert wurden, spielte eine Rolle – mehr als eine Tasse zeigte tendenziell stärkere Effekte.

Das bedeutet nicht, dass der Nachmittagskaffee per se schädlich ist. Die Studie zieht keinen solchen Schluss. Sie zeigt lediglich, dass ein morgendliches Muster mit messbaren statistischen Vorteilen verbunden war.

Beobachtungsstudie mit Grenzen: Was Forscher noch herausfinden müssen

Beobachtungsstudien dieser Art können grundsätzlich keine Kausalität beweisen. Die Daten stammen aus Selbstauskünften der Teilnehmenden, was Unschärfen mit sich bringt. Auch ist unklar, ob nicht andere Faktoren – etwa ein generell gesünderer Lebensstil bei Morgentypen – die Ergebnisse zumindest teilweise erklären.

Studienleiter Lu Qi hat angekündigt, die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen in weiteren Untersuchungen zu erforschen. Erst dann ließe sich sagen, ob eine Verschiebung des Kaffeekonsums auf die Morgenstunden tatsächlich einen kausalen gesundheitlichen Nutzen bringt – oder ob der beobachtete Zusammenhang andere Ursachen hat.

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