Wissenswertes

Basketball-WM Berlin: Wie Stewart die USA nach 14-Punkte-Rückstand zum 12. Titel führte

Basketball-WM Berlin: Wie Stewart die USA nach 14-Punkte-Rückstand zum 12. Titel führte

Berlin, 13. September 2026, kurz vor 23 Uhr. In der Halle stehen noch 12.233 Zuschauer auf den Beinen, aber die Stimmung gehört längst nicht mehr den Gastgeberinnen. Die amerikanischen Basketballerinnen haben gerade das letzte Viertel eröffnet, und Frankreich — das Team, das dieses Finale hätte gewinnen sollen — findet schlicht keine Antworten mehr. Das Endergebnis, 97:79, klingt souverän. Es war es nicht von Anfang an.

Artikel teilen

XRedditLinkedIn

Denn eine Stunde zuvor lagen die USA mit 14 Punkten im Hintertreffen. Frankreich spielte schnell, präzise, selbstbewusst — und für kurze Zeit sah es so aus, als könnte die erfolgreichste Mannschaft der Basketball-Geschichte tatsächlich stolpern. Was dann folgte, ist eine der bemerkenswertesten Aufholjagden dieser WM.

14 Punkte Rückstand: Frankreich dominiert den Start

Die Französinnen erwischten den besseren Beginn und setzten die Titelverteidigerinnen früh unter Druck. Der Rückstand wuchs, das Staunen in der Halle auch. Sieben WNBA-Profis standen im französischen Kader — diese Mannschaft kam nicht als Statist nach Berlin. Sie kam, um zu gewinnen.

Für Frankreich war das Finale auch eine Frage der Wiedergutmachung. Bei den Olympischen Spielen in Paris hatten die Französinnen das Endspiel mit 66:67 denkbar knapp gegen die USA verloren, ein einziger Punkt trennte sie damals vom Gold. Dieser Stachel saß tief, und das war dem Auftritt in den ersten Minuten deutlich anzumerken.

Der Wendepunkt: USA kämpfen sich noch vor der Pause zurück

Doch der große Rückstand wirkte wie ein Weckruf. Die Amerikanerinnen fanden ihren Rhythmus, verkürzten Schritt für Schritt — und gingen in die Halbzeit mit nur noch zwei Punkten Rückstand. Aus 14 Zählern Differenz war innerhalb weniger Minuten fast nichts mehr geworden.

Neueste Beiträge

Mehr zum Lesen

Neues aus der Redaktion
01Frauenhelpline 0800 222 555: Warum Österreichs neue Gewista-Kampagne jeden Anruf zählen lässt02Dunkle Schokolade: Was wirklich in 70%-Kakao steckt – und was das für deinen Körper bedeutet03Yasin Mohamed vor Gericht: Heimlich aufgezeichnetes Telefonat erschüttert Münchner Vergewaltigungsprozess

Im dritten Viertel drehte der große Favorit dann endgültig auf. Frankreich fand kaum noch Zugriff, die USA setzten sich konsequent ab. Nach 30 gespielten Minuten stand es 73:57 — die Vorentscheidung war gefallen, auch wenn es das Ergebnis noch nicht offiziell war.

Breanna Stewart liefert ein Double-Double im Endspiel

Angeführt wurde die Aufholjagd von Kapitänin Breanna Stewart. Die erfahrenste Spielerin im amerikanischen Kader bestimmte Tempo und Energie, wenn es darauf ankam — und lieferte im Finale das, was man von ihr erwartet: ein Double-Double mit 22 Punkten und zehn Rebounds. Für Stewart persönlich war es bereits das vierte WM-Gold ihrer Karriere.

Ihr Auftritt war kein statistisches Kunststück allein, sondern eine Führungsdemonstration. Die anderen Spielerinnen folgten ihr, das Spiel kippte, und Frankreich hatte keine Mittel mehr, den Trend umzukehren.

USA: 5 WM-Titel in Folge, 12 insgesamt — und 36 Spiele ungeschlagen

Mit dem 97:79-Erfolg krönte sich die US-amerikanische Frauennationalmannschaft zum zwölften Mal in ihrer Geschichte zur Weltmeisterin. Es ist der fünfte Titel in Folge. Noch eindrucksvoller ist eine andere Zahl: Bei Weltmeisterschaften ist das Team mittlerweile seit 36 Spielen ungeschlagen. Eine Serie, die in dieser Sportart ihresgleichen sucht.

  • Endstand WM-Finale Berlin: USA – Frankreich 97:79
  • Halbzeitstand: Rückstand der USA auf zwischenzeitlich 14 Punkte, dann auf 2 Punkte verkürzt
  • Stand nach drei Vierteln: 73:57 für die USA
  • Breanna Stewart: 22 Punkte, 10 Rebounds
  • Zuschauer in der Halle: 12.233
  • Spiel um Platz drei: Spanien – Deutschland 81:58

Frankreich bleibt das ewige Finale-Schicksal — Spanien holt Bronze

Für Frankreich endet erneut das große Endspiel gegen die USA mit einer Enttäuschung. Trotz eines starken Kaders, trotz des Heimvorteils im kollektiven Gedächtnis und trotz eines vielversprechenden ersten Abschnitts reichte es nicht zur Revanche für das Olympia-Drama von Paris.

Im Spiel um Platz drei war Gastgeber Deutschland klar chancenlos. Spanien ließ den Deutschen beim 81:58-Sieg keine Chance und sicherte sich damit Bronze bei der Weltmeisterschaft in Berlin. Für das deutsche Team war das Turnier-Ende schmerzhaft — vor eigenem Publikum, ohne Medaille.

Was nach dem Titel kommt: Stewarts Vermächtnis und Frankreichs nächste Chance

Für die USA stellt sich nun die Frage, wie lange diese Dominanz anhält. Die Mannschaft um Stewart zählt weiterhin zu den besten der Welt, der Kader ist jung genug für weitere Titelläufe — und die Serie von 36 ungeschlagenen WM-Spielen macht deutlich, wie hoch die Hürde für alle Herausforderer bleibt.

Frankreich wird die nächste große Bühne suchen, um die Rechnung zu begleichen — ob das beim nächsten Großereignis gelingt, bleibt die offene Frage, die den Frauenbasketball in den kommenden Jahren begleiten wird.

Artikel teilen

4 Min. Lesezeit

XRedditLinkedIn

Ihre Meinung hilft uns

War dieser Artikel lesenswert?

Das Gespräch geht weiter

Kommentare

Mitdiskutieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mitdiskutieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll to Top