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Dunkle Schokolade: Was wirklich in 70%-Kakao steckt – und was das für deinen Körper bedeutet

Dunkle Schokolade: Was wirklich in 70%-Kakao steckt – und was das für deinen Körper bedeutet

Ein Stück zum Nachmittagskaffee, dann noch eines gegen das kleine Tief um vier – und ehe man sich versieht, fehlt die halbe Tafel. Am 13. September hat dieses Ritual zumindest einen würdigen Rahmen: Den Internationalen Tag der Schokolade, der weltweit begangen wird und seinen Ursprung in einem Geburtstag hat, der weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht.

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Doch Schokolade ist mehr als Genuss und Gewohnheit. Vor allem in dunklen Sorten stecken Inhaltsstoffe, die Ernährungswissenschaftler seit Jahren beschäftigen – und die Frage, ob die süße Sünde vielleicht gar keine so große Sünde ist, bekommt damit eine überraschend differenzierte Antwort.

Warum der 13. September als Schokoladen-Feiertag gilt

Das Datum ist kein Zufall. Am 13. September 1857 wurde Milton S. Hershey geboren, der Gründer der Hershey Chocolate Company. Er machte Schokolade in den USA vom Luxusgut zum Massenprodukt – ein Umbruch, dessen Wirkung bis heute spürbar ist.

Heute wird der Tag als International Chocolate Day begangen. Ganz unter sich ist die Schokolade an diesem Datum allerdings nicht: Rund um den Globus existieren gleich mehrere Aktionstage für Kakao und Schokoladeprodukte, verteilt über das ganze Jahr.

Flavanole in dunkler Schokolade: Was diese Pflanzenstoffe im Körper bewirken

Kakao enthält sogenannte Flavanole – sekundäre Pflanzenstoffe, die besonders in dunklen Schokoladesorten konzentriert vorkommen. Sie können die Bildung von Stickstoffmonoxid in den Blutgefäßen unterstützen. Die Folge: Die Gefäße entspannen sich leichter, die Durchblutung verbessert sich.

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Kakaoflavanole werden in Untersuchungen deshalb mit positiven Effekten auf die Gefäßfunktion und den Blutdruck in Verbindung gebracht. Dazu liefert dunkle Schokolade nennenswerte Mengen an Magnesium, Eisen, Kupfer und Zink. Grundsätzlich gilt dabei: Je höher der Kakaoanteil, desto mehr dieser Bestandteile sind in der Tafel tatsächlich enthalten.

Dunkle Schokolade vs. Milchschokolade: Wo der Unterschied wirklich liegt

Wer beim Naschen auch auf Inhaltsstoffe achtet, ist mit dunkler Schokolade deutlich besser beraten als mit Milchschokolade. Dunkle Varianten enthalten mehr kakaohaltige Bestandteile und damit potenziell mehr Flavanole. Häufig ist auch der Zuckeranteil geringer.

Eine große Beobachtungsstudie aus dem Jahr 2024 lieferte einen weiteren bemerkenswerten Hinweis: Regelmäßiger Verzehr von dunkler Schokolade war darin mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden. Bei Milchschokolade zeigte sich dieser Zusammenhang nicht. Einen Beweis, dass dunkle Schokolade vor Diabetes schützt, stellt das allerdings nicht dar – dafür fehlen kontrollierte Langzeitstudien.

Was Ernährungsexperten trotzdem zur Vorsicht raten

So verlockend die Befunde klingen mögen: Aus dunkler Schokolade wird dadurch kein Heilmittel. Auch Sorten mit hohem Kakaoanteil liefern reichlich Kalorien und können viel Fett enthalten. Hinzu kommt, dass der Flavanolgehalt je nach Sorte und Verarbeitungsverfahren erheblich schwankt – ein Stück „70-Prozent-Schokolade“ ist eben nicht automatisch gleich das andere.

Ernährungsexperten empfehlen daher eher kleine, bewusst genossene Mengen dunkler Schokolade als den täglichen Griff zur Großpackung. Wer möglichst viele Kakaobestandteile aufnehmen möchte, greift am besten zu Sorten mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil. Dabei sind folgende Punkte beim Kauf hilfreich:

  • Kakao als erstes oder zweites Ingredient in der Zutatenliste prüfen
  • Sorten mit 70 Prozent Kakaoanteil oder mehr bevorzugen
  • Auf wenige Zusatzstoffe und einen niedrigen Zuckeranteil achten
  • Stark alkalisierte („Dutch Process“) Kakaosorten meiden, da dabei Flavanole abgebaut werden können
  • Kleine Mengen bewusst genießen statt unbewusst naschen

Was dunkle Schokolade leisten kann – und was nicht

Die Datenlage ist interessant, aber sie hat Grenzen. Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Wer täglich ein oder zwei Stücke dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil isst, tut seinem Körper damit zumindest nichts Schlechtes – und nimmt nebenbei Magnesium, Eisen und Flavanole auf.

Was Schokolade nicht leisten kann: eine ausgewogene Ernährung ersetzen oder gezielt als Therapie eingesetzt werden. Die süße Sünde bleibt eine Süßigkeit – eine mit einigen bemerkenswerten Begleiterscheinungen, aber eben keine mehr.

Ob der Flavanolgehalt auf Verpackungen künftig standardisiert ausgewiesen werden muss, diskutieren Ernährungsbehörden in der EU derzeit noch ohne abschließendes Ergebnis.

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