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Wilhelm Gabalier, Lehrer: Wie der 44-jährige Grazer Dancing-Star die Schule wechselt

Wilhelm Gabalier, Lehrer: Wie der 44-jährige Grazer Dancing-Star die Schule wechselt

Montagmorgen, Mittelschule Viktor Kaplan in Graz: Zwischen Schülerinnen und Schülern, die ihre Rucksäcke die Treppen hochwuchtern, betritt ein neues Gesicht das Lehrerzimmer. Wilhelm Gabalier, 44 Jahre alt, bekannt als Profitänzer, einstiger Servus-TV-Moderator und „Dancing Stars“-Teilnehmer, beginnt seinen ersten regulären Schultag als Lehrer.

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Der Wechsel vom Tanzparkett ins Klassenzimmer klingt nach einer dieser Geschichten, die man kaum glaubt, bis sie wirklich passiert. Doch Gabalier hat sich diesen Schritt hart erarbeitet — und die Mittelschule in der steirischen Landeshauptstadt musste erst überzeugt werden, ihn überhaupt anzustellen.

Drei Fächer, eine neue Bühne: Was Gabalier in Graz unterrichtet

An der Mittelschule Viktor Kaplan wird Gabalier künftig in den Fächern Kunst und Gestaltung, Bewegung und Sport sowie Werken unterrichten. Eine Kombination, die zu seiner Biografie passt: Bewegung hat ihn sein gesamtes Berufsleben begleitet, kreatives Arbeiten ebenso. Dass er nun beides in einen Lehrplan einbringt, ist weniger Zufall als konsequente Weiterentwicklung.

Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung vom 13. September 2026 freut sich Gabalier auf die neue Aufgabe. „Ich habe mein ganzes berufliches Leben mit Schülern zu tun. Und ich bin gerne mit jungen Menschen zusammen“, wird er dort zitiert.

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Chancenbonus-Programm: Wie Quereinsteiger in Österreich Lehrer werden

Der Weg in den Schuldienst verlief nicht über ein klassisches Lehramtsstudium. Gabalier absolvierte das sogenannte Chancenbonus-Programm, das in Österreich speziell für Quereinsteiger konzipiert wurde. Das Bildungsministerium setzt dabei auf Bewerberinnen und Bewerber, die Berufserfahrung aus anderen Feldern mitbringen und diese in der Schule einsetzen wollen.

Einfach war der Prozess nicht. „Das ist eine mehrstufige Prüfung, bis man das Zertifikat bekommt. Da wird einem nichts geschenkt“, sagte Gabalier über das Verfahren. Nach dem Zertifikat folgte ein reguläres Bewerbungsverfahren direkt an der Mittelschule Viktor Kaplan — also kein automatischer Einstieg, sondern eine weitere Hürde.

  • Mehrstufiges Auswahlverfahren des Bundesministeriums für Bildung
  • Abschluss mit einem anerkannten Zertifikat
  • Anschließende reguläre Bewerbung an der gewünschten Schule
  • Zusätzliches Aufnahmegespräch mit der Schulleitung

Bedenken wegen des Namens: Wie das Gespräch mit der Direktorin verlief

Dass Gabalier einen prominenten Nachnamen trägt, wurde an der Schule durchaus wahrgenommen. Die Direktorin hatte zunächst Bedenken, ob ein bekanntes Gesicht aus Fernsehen und Tanzsport ins Kollegium passt. Ein einstündiges Gespräch räumte diese Zweifel aus — danach stand der Entscheidung nichts mehr im Weg.

Der 44-Jährige ist kein völliger Neuling im Umgang mit jungen Menschen. Er war bereits als Tanzlehrer für Jugendliche tätig und sammelte Erfahrung als Nachhilfelehrer. Der direkte Kontakt mit Kindern und Teenagern ist ihm also vertraut, auch wenn der institutionelle Rahmen einer Mittelschule eine andere Dimension hat.

Vom TV-Studio in die Steiermark: Gabaliers Weg nach dem Servus-TV-Aus

Vor seinem Wechsel in den Schuldienst war Gabalier als Moderator der Sendung „Bares für Rares“ auf Servus TV tätig — ein Job, der ihm nach internen Veränderungen beim Sender wegfiel. Als Choreograf und Profitänzer hatte er sich über Jahre einen Namen gemacht, unter anderem durch seine Teilnahme an der ORF-Tanzshow „Dancing Stars“.

Statt in der Unterhaltungsbranche zu verharren, entschied er sich für einen radikalen Neustart. „Ich möchte mich — einmal mehr — selbst neu erfinden“, so Gabalier. Mit 44 Jahren und einem frischen Lehrerzertifikat in der Tasche beginnt dieses neue Kapitel nun konkret: im Klassenzimmer einer Grazer Mittelschule, Montag für Montag.

Was Gabaliers Wechsel über den Lehrermangel in der Steiermark sagt

Dass Österreich auf Quereinsteiger wie Gabalier setzt, ist kein Einzelfall. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat das Chancenbonus-Programm unter anderem deshalb ausgebaut, weil der Lehrermangel — besonders an Mittelschulen in städtischen Ballungsräumen wie Graz — spürbar geworden ist. Persönlichkeiten mit Berufspraxis aus Sport, Kunst oder Handwerk können Lücken füllen, die regulär ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer allein nicht mehr schließen.

Ob Gabaliers Einstieg ein Vorbild für andere Prominente oder Berufswechsler wird, bleibt offen. Fest steht: Das Ministerium beobachtet, wie sich Quereinsteiger in der Praxis bewähren — und zieht daraus Rückschlüsse für die Weiterentwicklung des Programms.

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