Minute 23 im Bernabéu: Reals Federico Valverde stand völlig allein vor dem leeren Tor, nachdem Inter-Keeper Josep Martinez den Ball sich selbst vom Fuß hatte springen lassen. Was wie ein schlechter Witz wirkte, war bittere Realität für die Mailänder — und der zweite Treffer einer Real-Mannschaft, die an diesem Abend gar nicht in Bestform sein musste, um zu gewinnen.
Mit diesem 2:1-Sieg gegen Inter Mailand startete Real Madrid am 8. September 2026 mit vollen drei Punkten in die neue Champions-League-Saison. Gleichzeitig kämpfte sich Borussia Dortmund mit ÖFB-Star Marcel Sabitzer in der Startelf zu einem turbulenten 3:2 gegen Villarreal — ein Spiel, das eigentlich längst entschieden schien, ehe es am Ende noch einmal richtig zitterte.
Mbappé und Valverde treffen früh: So schoss Real Inter nieder
Kylian Mbappé eröffnete das Toreschießen in der 14. Minute. Brahim Díaz spielte ihn durch die löchrige Mailänder Hintermannschaft, der Franzose ließ Martinez keine Chance. Schon da war klar: Inter hatte hinten massive Probleme. Neun Minuten später folgte die Kuriositäten-Einlage des Abends — Martinez ließ den Ball beim Abschlag abprallen, Valverde reagierte sofort und schob zum 2:0 ein.
Dabei hatte Inter in der Frühphase durchaus mitgespielt, sogar phasenweise dominiert. Lautaro Martínez scheiterte in der 13. Minute knapp, Hakan Çalhanoğlu vergab in der 16. Minute eine gute Chance, und Curtis Jones traf in der 36. Minute die Stange. Real agierte phasenweise im eigenen Stadion wie ein Konterteam — und wurde doppelt belohnt.
Inter kämpft zurück, doch Real hält stand
Nach dem Seitenwechsel blieben die Mailänder das aktivere Team. Jones scheiterte in der 50. und erneut in der 55. Minute an Thibaut Courtois im Real-Tor. Auf der Gegenseite ließ Jude Bellingham eine starke Vorarbeit von Díaz ungenutzt (58.). Das Spiel blieb offen, die Chancen fielen auf beiden Seiten.
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In der 77. Minute gelang Carlos Augusto der Anschlusstreffer zum 1:2 — plötzlich war es wieder spannend. Yan Diomandé traf kurz darauf die Stange für Real (81.), Inter drückte auf den Ausgleich, fand ihn aber nicht mehr. Real hielt die drei Punkte fest, auch wenn der Sieg am Ende weniger komfortabel war, als das frühe 2:0 vermuten ließ.
Sabitzers BVB: Eigentor, Guirassy-Doppelpack und ein Schreckmoment
In Dortmund verlief die Partie gegen Villarreal — das mit gerade einmal 39 mitgereisten Fans nach Deutschland gekommen war — alles andere als gradlinig. Den Führungstreffer der Schwarz-Gelben in der 53. Minute bereitete ein Eigentor vor: Ex-Salzburg-Keeper Péter Gulácsi parierte einen Schuss von Maxi Beier, doch der Ball prallte von Renato Veiga ins eigene Netz. Santiago Mouriño glich per Kopf für das „Gelbe U-Boot“ aus.
Dann übernahm Serhou Guirassy. In der 80. Minute traf er nach Zuspiel von Fábio Silva zum 2:1, vier Minuten später verwandelte er einen Elfmeter zum 3:1 — Mouriño hatte ihn zuvor im Strafraum gehalten. Ein kurioser Eigentor von Guirassy selbst sorgte in der 94. Minute noch für den zweiten Villarreal-Treffer und Zittern bis zum Abpfiff. Marcel Sabitzer war da bereits seit der 75. Minute nicht mehr auf dem Feld, Landsmann Carney Chukwuemeka wurde in der 82. Minute eingewechselt.
Schreckmoment: Karetsas auf Trage vom Feld gebracht
Überschattet wurde der Dortmund-Abend von einem medizinischen Zwischenfall. Konstantinos Karetsas brach nach gut 20 Minuten ohne erkennbare Fremdeinwirkung auf dem Rasen zusammen, musste mehrere Minuten behandelt werden und wurde schließlich auf einer Trage vom Spielfeld gebracht. Der BVB teilte kurz darauf mit, dass der griechische Mittelfeldspieler Kreislaufprobleme gehabt habe und zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werde.
Sein Zustand war zunächst der beherrschende Gesprächsstoff nach dem Spiel — noch bevor Guirassys späte Tore für Erleichterung sorgten.
Haaland schreibt Geschichte, Lille scheitert an Betis
Weitere Ergebnisse des Abends lieferten ebenfalls reichlich Gesprächsstoff. Erling Haaland war der entscheidende Mann beim 2:0 von Manchester City in Porto: Der Norweger köpfte in der 47. Minute zum 1:0 ein und legte in der 90.+1. Minute nach. Es waren seine Champions-League-Tore Nummer 58 und 59 in seinem 59. Einsatz in diesem Bewerb — womit er Bayern-Ikone Thomas Müller in der ewigen Torjägerliste überholte.
Weniger erfreulich lief es für Lille gegen Betis Sevilla. Die Franzosen führten zweimal, verloren am Ende aber 2:3. Bemerkenswert: Ethan Mbappé, der 19-jährige Bruder von Kylian, sah in der 56. Minute wegen eines Ellbogenschlags die Rote Karte und hinterließ seine Mannschaft in Unterzahl. Aston Villa schlug derweil Brügge mit 3:2 — John McGinn, Emiliano Buendía und Nicolás Jackson trafen für die Engländer.
Was der Champions-League-Auftakt für die weiteren Wochen bedeutet
Real Madrid unterstrich mit dem Erfolg gegen einen der härtesten möglichen Auftaktgegner seinen Anspruch auf den Titel — auch wenn die Abwehr der Mailänder durch eklatante Fehler half. Für Borussia Dortmund gilt es nun, in den nächsten Spielen Konstanz zu zeigen: Ein Sieg ist ein Sieg, aber die Art und Weise, wie dieser zustande kam, dürfte Trainer und Fans gleichermaßen nachdenklich stimmen.
Wie sich Konstantinos Karetsas in den kommenden Tagen erholt und ob er dem BVB bald wieder zur Verfügung steht, bleibt die offene Frage, die über dem Dortmunder Abend hängt.
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