Es war kurz nach halb zwei am Dienstagnachmittag, als auf der Silberegger Landesstraße L82 zwischen Mösel und Guttaring ein folgenschweres Überholmanöver begann. Ein 35-jähriger tschechischer Staatsbürger lenkte sein Motorrad in einer leicht abfallenden Rechtskurve auf den Gegenfahrstreifen — er wollte gleichzeitig einen Pkw und einen vor ihm fahrenden Lkw überholen. Sein 40-jähriger Begleiter, ebenfalls tschechischer Staatsbürger, fuhr auf seinem eigenen Motorrad unmittelbar hinter ihm und war Augenzeuge des Unglücks.
Was folgte, dauerte Sekunden. Ein 26-jähriger Lenker eines Kleintransporters kam dem Motorradfahrer auf dem Gegenfahrstreifen entgegen. Beide Fahrer versuchten noch auszuweichen — doch die Frontalkollision ließ sich nicht mehr verhindern. Die Frage, ob der 35-Jährige auf der L82 wirklich keine Chance hatte, beantwortet der Unfallhergang mit erschreckender Eindeutigkeit.
Das Überholmanöver auf der L82: Kurve, Gefälle und zwei Fahrzeuge
Die Silberegger Landesstraße L82 ist eine schmale Regionalstraße im Bezirk Sankt Veit an der Glan in Kärnten. Der 35-Jährige war von Mösel in Richtung Guttaring unterwegs, als er versuchte, gleich zwei Fahrzeuge auf einmal zu überholen — einen Pkw und dahinter einen Lkw. Die Stelle, an der er auf die Gegenfahrbahn wechselte, war denkbar ungünstig: eine leichte Rechtskurve mit abfallendem Gelände, die die Sicht auf entgegenkommende Fahrzeuge einschränkt.
Genau in diesem Moment kam dem Motorradfahrer der Kleintransporter entgegen, gesteuert von einem 26-jährigen Mann. Trotz Ausweichversuchen beider Fahrer prallten die beiden Fahrzeuge frontal aufeinander. Der Aufprall schleuderte den Biker nach rechts in eine angrenzende Grünfläche.
Mehr zum Lesen
Reanimation an der Unfallstelle — der 35-Jährige stirbt vor Ort
Die eintreffende Polizeistreife leitete sofort Reanimationsmaßnahmen ein. Trotz aller Bemühungen erlag der 35-jährige Motorradfahrer noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Sein 40-jähriger Freund, der das gesamte Geschehen aus nächster Nähe mitangesehen hatte, blieb körperlich unverletzt.
Laut dem Einsatzbericht der Landespolizeidirektion Kärnten war der Tscheche aufgrund der Schwere der Kollision nicht mehr zu retten. Der genaue Unfallhergang ist Gegenstand weiterer polizeilicher Erhebungen.
Kleintransporter-Fahrer eingeklemmt: FF Althofen befreit 26-Jährigen
Auch für den Fahrer des Kleintransporters endete der Dienstag im Krankenhaus. Sein Fahrzeug kam nach dem Aufprall ebenfalls rechts von der Fahrbahn ab, der 26-Jährige wurde im Wrack eingeklemmt. Die Freiwillige Feuerwehr Althofen musste anrücken, um ihn aus dem Fahrzeug zu befreien.
Der Rettungsdienst brachte den 26-jährigen Mann anschließend in das Krankenhaus Friesach. Er erlitt Verletzungen unbestimmten Grades — der genaue Umfang seiner Verletzungen war zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht abschließend festgestellt.
Überholunfälle auf Kärntner Landesstraßen: Ein bekanntes Muster
Frontalkollisionen nach riskanten Überholmanövern gehören österreichweit zu den häufigsten Unfallursachen mit tödlichem Ausgang. Nach Angaben der Statistik Austria entfallen Jahr für Jahr rund 30 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle auf Überholvorgänge oder Fahren auf der falschen Fahrbahn. Besonders auf schmalen Landes- und Bezirksstraßen mit kurvenreichen Streckenabschnitten — wie der L82 im Kärntner Gurktal — sind die Verhältnisse für waghalsige Manöver fatal.
Die Landespolizeidirektion Kärnten hat den Unfall aufgenommen. Der genaue Unfallhergang sowie eine allfällige Mitverantwortung weiterer Beteiligter werden derzeit noch untersucht.
Was nach dem Unfall bei Althofen folgt
Die Ermittlungen zu dem tödlichen Unfall vom 8. September 2026 auf der L82 bei Althofen laufen. Die Polizeiinspektion Sankt Veit an der Glan ist mit der Klärung des genauen Hergangs betraut. Ob neben dem verunglückten Motorradfahrer weitere Personen strafrechtlich relevant gehandelt haben, ist Teil der laufenden Erhebungen.
Ob der Streckenabschnitt bei Mösel in der Folge mit zusätzlichen Überholverbotsschildern oder anderen Verkehrsmaßnahmen gesichert wird, darüber hat sich die zuständige Kärntner Straßenbaubehörde bislang nicht geäußert.
Ihre Meinung hilft uns










Das Gespräch geht weiter
Kommentare