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Smartwatch Kalorienverbrauch: Wie Apple Watch, Garmin und Samsung beim Sport um bis zu 68 Kkal danebenliegen

Smartwatch Kalorienverbrauch: Wie Apple Watch, Garmin und Samsung beim Sport um bis zu 68 Kkal danebenliegen

Nach einem schweißtreibenden Lauf schaut man auf die Smartwatch — und sieht eine stattliche Zahl verbrannter Kalorien. Das Gefühl der Leistung ist unmittelbar, die Zahl wirkt präzise, und viele passen danach ihre Mahlzeiten entsprechend an. Doch genau dieses Vertrauen in die kleinen Displays am Handgelenk könnte trügerisch sein.

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Eine neue Studie der Florida International University hat vier der meistgenutzten Smartwatch-Modelle unter Laborbedingungen geprüft — und die Ergebnisse zeigen ein deutliches Bild: Die angezeigten Kalorienwerte weichen teils erheblich von der Realität ab. Die Frage, die sich danach stellt, ist nicht nur technischer Natur: Wer verlässt sich bei der Gewichtskontrolle täglich auf Zahlen, die systematisch zu hoch sind?

Apple Watch, Garmin und Samsung: Die Abweichungen im direkten Vergleich

Im Labortest wurden vier populäre Modelle gleichzeitig mit einem klinischen Stoffwechselmessgerät verglichen — dem einzigen Verfahren, das den tatsächlichen Energieverbrauch zuverlässig erfasst. Geprüft wurden die Apple Watch Series 8, die Fitbit Sense 2, die Samsung Galaxy Watch 5 sowie der Garmin Forerunner 955.

Die Ergebnisse fallen je nach Hersteller unterschiedlich aus — aber keine Uhr lieferte durchgehend genaue Werte. Im Einzelnen lagen die durchschnittlichen Abweichungen so:

  • Apple Watch Series 8: überschätzte den Verbrauch im Schnitt um 21,6 Kilokalorien
  • Samsung Galaxy Watch 5: überschätzte um durchschnittlich 56,8 Kilokalorien
  • Garmin Forerunner 955: überschätzte um durchschnittlich 68,6 Kilokalorien
  • Fitbit Sense 2: zeigte teils massive, unregelmäßige Ausreißer nach oben

Alle vier Geräte überschätzten den Kalorienverbrauch — keines unterschätzte ihn systematisch. Das ist insofern relevant, als es bedeutet: Wer seiner Uhr vertraut, geht regelmäßig davon aus, mehr verbrannt zu haben, als es tatsächlich der Fall war.

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15 bis 25 Prozent Fehler — und was das in der Praxis bedeutet

Insgesamt überschätzen Smartwatches den Kalorienverbrauch beim Sport laut der Studie um 15 bis 25 Prozent. Das klingt zunächst nach einer vertretbaren Toleranz. In der Praxis summiert sich der Fehler jedoch schnell.

Zeigt die Uhr nach einem Training einen Verbrauch von 500 Kilokalorien an, könnte der tatsächliche Wert eher bei 350 bis 425 liegen. Über eine Woche können sich so mehrere Hundert Kilokalorien Differenz ansammeln — genug, um eine sorgfältig geplante Kalorienreduktion vollständig zu unterlaufen.

Mehr Körperfett, größerer Messfehler

Besonders auffällig war ein spezifischer Zusammenhang, den die Forschenden der Florida International University feststellten: Der Körperfettanteil der Testpersonen beeinflusst die Messgenauigkeit direkt. Je höher der Körperfettanteil, desto stärker wichen die angezeigten Kalorienwerte vom tatsächlichen Verbrauch ab.

Für den Hauttyp konnte dieser Zusammenhang hingegen nicht bestätigt werden. Die optischen Sensoren an der Unterseite der Uhren — sie messen Herzfrequenz und ableiten daraus den Energieverbrauch — scheinen mit veränderter Gewebezusammensetzung weniger präzise zurechtzukommen. Das betrifft besonders jene, die Wearables gezielt zur Gewichtsabnahme nutzen.

Was Smartwatches zuverlässig messen — und was nicht

Nicht alles an den kleinen Geräten ist unzuverlässig. Laut der Studie messen Smartwatches andere Gesundheitswerte deutlich genauer als den Kalorienverbrauch. Allen voran die Herzfrequenz: Sie wird von allen vier getesteten Modellen mit deutlich höherer Präzision erfasst als der Energieverbrauch.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Wer seine Uhr zur Trainingssteuerung über Herzfrequenzzonen nutzt, bekommt verlässliche Daten. Wer sich hingegen auf die Kalorienanzeige verlässt, um hinterher sein Essen zu planen, sitzt einer Scheingenauigkeit auf. Die Zahl auf dem Display ist präzise formatiert — sie ist es inhaltlich aber nicht.

Wie man mit den fehlerhaften Werten umgeht

Die Forschenden empfehlen, die angezeigten Kalorienwerte als grobe Obergrenze zu verstehen — nicht als exakten Messwert. Wer Wearables zur Gewichtskontrolle einsetzt, sollte den angezeigten Verbrauch gedanklich nach unten korrigieren und einen Puffer von mindestens 15 bis 25 Prozent einrechnen.

Das bedeutet konkret: Bei 500 angezeigten Kilokalorien lieber von 380 ausgehen. Über Zeit ist es sinnvoller, auf Trends und die Herzfrequenzdaten zu achten als auf die absolute Kalorienzahl. Ernährungsberatende und Sportmediziner in Österreich weisen seit Längerem darauf hin, dass Wearable-Daten als ergänzende Orientierung taugen — aber klinische Messverfahren nicht ersetzen, so die Einschätzung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung.

Was die Studie offenlässt

Die Untersuchung der Florida International University liefert belastbare Labordaten — aber keine endgültige Antwort auf alle Fragen. Getestet wurde unter kontrollierten Bedingungen; wie stark die Abweichungen beim Alltagssport, bei Hitze oder bei verschiedenen Trainingsformen ausfallen, bleibt offen. Zudem erfasste die Studie nur vier Modelle — neuere Geräte wie die Apple Watch Series 10 oder die Samsung Galaxy Watch 7 wurden nicht einbezogen.

Ob die Hersteller auf die Befunde reagieren und ihre Algorithmen anpassen werden, ist derzeit nicht bekannt — Apple, Samsung, Garmin und Fitbit haben sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert.

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