Freitagmittag, kurz vor 15 Uhr, auf der Bundesstraße B320 bei Weißenbach nahe Liezen: Ein slowakisches Ehepaar ist mit drei kleinen Kindern unterwegs Richtung Liezen, als das Fahrzeug unvermittelt auf die Gegenfahrbahn gerät. Was folgt, dauert nur einen Augenblick — und hinterlässt sieben Verletzte, einen Rettungshubschrauber im Einsatz und zwei demolierte Pkw mitten auf der steirischen Bundesstraße.
Der Frontalzusammenstoß am Nachmittag des 28. August 2026 traf zwei Fahrzeuge mit insgesamt sieben Insassen. Eine Frau musste mit dem Rettungshubschrauber in ein steirisches Krankenhaus geflogen werden — wie es dazu kommen konnte und was über den Unfallhergang bekannt ist.
Auf der B320 bei Weißenbach: Ein Auto gerät auf die Gegenfahrbahn
Gegen 14.45 Uhr lenkte ein 36-jähriger slowakischer Staatsbürger seinen Pkw auf der B320 in Fahrtrichtung Liezen. Auf dem Beifahrersitz saß seine 32-jährige Frau, auf der Rückbank die drei gemeinsamen Kinder im Alter von einem, vier und sechs Jahren. Zur selben Zeit fuhr ein 40-jähriger Oberösterreicher mit seiner 36-jährigen Beifahrerin in die entgegengesetzte Richtung auf derselben Bundesstraße.
Im Bereich Weißenbach bei Liezen geriet das Fahrzeug des 36-Jährigen aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn. Dort kam es zur frontalen Kollision mit dem entgegenkommenden Pkw des Oberösterreichers. Die Wucht des Aufpralls verletzte sämtliche sieben Insassen beider Fahrzeuge.
Sieben Verletzte: Wer wie schwer betroffen war
Die schwersten Verletzungen erlitt die 32-jährige Beifahrerin des Unfallverursachers. Sie wurde nach der notärztlichen Erstversorgung noch an der Unfallstelle mit dem Rettungshubschrauber C14 ins LKH Leoben geflogen. Alle übrigen fünf Unfallbeteiligten — darunter die drei Kinder im Alter von einem, vier und sechs Jahren sowie das Ehepaar aus Oberösterreich — erlitten laut Einsatzkräften leichte Verletzungen.
Die Verletzten wurden auf zwei steirische Krankenhäuser verteilt:
- LKH Leoben: schwerverletzte 32-Jährige (Eintreffen per Hubschrauber C14)
- Krankenhaus Rottenmann: weitere leichtverletzte Unfallbeteiligte
- LKH Leoben: zusätzliche leichtverletzte Personen
Rettungshubschrauber C14 im Einsatz: Was das für den Verletzungsgrad bedeutet
Der Einsatz des Rettungshubschraubers C14, der zur Flugrettung der ÖAMTC-Flugrettung gehört und in der Steiermark stationiert ist, deutet auf den Ernst der Verletzungen der 32-Jährigen hin. Hubschraubereinsätze werden bei Verkehrsunfällen dann angefordert, wenn eine rasche Versorgung in einem überregionalen Traumazentrum notwendig ist oder der Bodentransport zu zeitaufwendig wäre. Das LKH Leoben verfügt über eine Abteilung für Unfallchirurgie und gilt als eines der Versorgungszentren für schwere Trauma-Fälle in der Obersteiermark.
Zum genauen Ausmaß der Verletzungen der Frau machten die Einsatzkräfte am Freitagabend zunächst keine weiteren Angaben. Ihr Zustand blieb nach dem Abtransport per Hubschrauber vorerst unklar.
Unfallursache ungeklärt: Ermittlungen der Polizei Liezen laufen
Warum das Fahrzeug des 36-jährigen Slowaken auf die Gegenfahrbahn geriet, ist nach aktuellem Stand der Erhebungen nicht gesichert. Laut Angaben der Polizeiinspektion Liezen war die Ursache des Spurwechsels am Freitagabend noch Gegenstand der Unfallaufnahme. Ob Sekundenschlaf, ein medizinischer Notfall, ein technisches Gebrechen oder überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle spielten, wird im Zuge der weiteren Ermittlungen geklärt.
Die B320, auch bekannt als Ennstalstraße, ist eine stark befahrene Bundesstraße, die das steirische Ennstal erschließt und für Pendler sowie Urlauber eine wichtige Verbindungsachse darstellt. Frontalunfälle auf zweispurigen Überlandstraßen zählen laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) zu den folgenschwersten Unfalltypen in Österreich.
Drei Kinder unter den Verletzten: Der menschliche Preis eines Sekundenversagens
Besonders betroffen machte Einsatzkräfte und Zeugen der Umstand, dass auf dem Rücksitz des Unfallfahrzeugs drei Kleinkinder saßen — das Jüngste gerade einmal ein Jahr alt. Alle drei wurden verletzt, nach derzeitigem Stand aber jeweils nur leicht. Sie wurden gemeinsam mit den übrigen Leichtverletzten in die Regionalkrankenhäuser gebracht und dort versorgt.
Für die Ersthelfer und die Besatzungen der angerückten Rettungsfahrzeuge bedeutete der Einsatz einen hohen Koordinationsaufwand: Sieben Patienten, darunter ein Kleinkind und zwei Kinder im Vorschulalter, mussten gleichzeitig erstversorgt und auf verschiedene Spitäler verteilt werden.
Was die Polizei Liezen als nächstes untersucht
Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache liegen bei der zuständigen Polizeiinspektion Liezen. Neben der Auswertung der Fahrzeugdaten und der Spurensicherung an der Unfallstelle werden Zeugenaussagen ausgewertet. Ob gegen den 36-jährigen Fahrzeuglenker strafrechtliche Schritte eingeleitet werden, hängt vom Ergebnis dieser Erhebungen ab.
Wie lange die B320 im Bereich der Unfallstelle bei Weißenbach für den Verkehr gesperrt blieb und ob es zu nennenswerten Stauungen im Ennstal kam, war am Freitagabend noch nicht abschließend bekannt — die endgültigen Ergebnisse der Unfalluntersuchung werden in den kommenden Tagen erwartet.



