Waldbrand Windische Höhe: Wie 90 Feuerwehrleute in Kärnten 5 Stunden gegen die Flammen kämpften

Freitag, kurz nach 10 Uhr morgens, irgendwo im steilen Waldgelände der Windischen Höhe im Gemeindegebiet von St. Stefan im Gailtal: Rauch stieg aus einem schwer zugänglichen Hang im Bezirk Hermagor auf, die Alarmierung lief an, und binnen kurzer Zeit strömten Einsatzkräfte aus der gesamten Region zusammen. Was zunächst nach einem lokalen Brandereignis aussah, entwickelte sich rasch zu einem Großeinsatz der Kärntner Feuerwehren.

Das unwegsame Gelände machte eine Bekämpfung vom Boden aus zunächst unmöglich — die Frage war nicht nur, wie der Brand gelöscht werden sollte, sondern überhaupt erst, wie die Einsatzkräfte sicher an den Brandherd gelangen konnten.

Brandherd auf der Windischen Höhe: Steilhang macht Löscharbeiten gefährlich

Der Waldbrand brach am Freitag, dem 28. August 2026, im Bereich der Windischen Höhe im Gemeindegebiet von St. Stefan im Gailtal aus. Das betroffene Waldstück liegt in einem ausgesprochen steilen und schwer erreichbaren Terrain im Bezirk Hermagor — einer der walddichtesten Regionen Kärntens.

Die Brandursache war zunächst unklar. Laut Polizeiangaben belief sich die betroffene Waldfläche auf rund 20 bis 40 Quadratmeter. Für österreichische Verhältnisse ein überschaubarer Flächenbrand — doch die Topographie machte selbst diesen kleinen Brandherd zur ernsthaften Herausforderung für die Einsatzkräfte.

Polizeihubschrauber „Libelle-Lima”: 30 Wasserabwürfe aus der Luft

Weil eine direkte Annäherung am Boden zunächst zu gefährlich war, übernahm der Polizeihubschrauber „Libelle-Lima” die erste Brandbekämpfung. Insgesamt führte er 30 Wasserabwürfe über dem Brandherd durch. Parallel dazu unterstützte eine Drohne die Einsatzkräfte bei der Lageerkundung — ein Vorgehen, das inzwischen bei schwierigen Waldbränden in Österreich zum Standardinstrumentarium zählt.

Auch für die Suche nach dem genauen Brandherd war der Hubschrauber unentbehrlich: Aus der Luft ließ sich das Ausmaß des Feuers weit präziser einschätzen als vom dichten, abschüssigen Waldboden aus.

Fast 90 Einsatzkräfte im Großeinsatz — darunter 6 Feuerwehren aus dem Bezirk

Am Boden koordinierten sich die Feuerwehren Matschiedl, St. Stefan, Hermagor, Kerschdorf-Wertschach, Tratten und Vorderberg sowie die Flugunterstützung Spittal. Gemeinsam mit Kräften der Polizei standen rund 90 Einsatzkräfte vor Ort. Das entspricht dem Personalaufgebot eines mittleren Großeinsatzes in Kärnten.

Zur Absicherung der Feuerwehrleute im Steilgelände waren ein Polizeibergführer sowie Flughelfer der Feuerwehr eingesetzt. Ohne diese Sicherungsmaßnahmen wäre ein Vorrücken am Hang schlicht zu riskant gewesen.

Fünf Stunden Kampf: Um 15 Uhr hieß es „Brand aus”

Die Löscharbeiten begannen gegen 10 Uhr und zogen sich über den gesamten Vormittag in den frühen Nachmittag. Nach rund fünf Stunden konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Gegen 15 Uhr meldete die Einsatzleitung „Brand aus” — ein langer, kräftezehrender Einsatz für alle Beteiligten, der durch die Kombination aus Luftunterstützung und koordiniertem Bodeneinsatz bewältigt werden konnte.

Die wichtigsten Eckdaten des Einsatzes im Überblick:

  • Einsatzbeginn: Freitag, 28. August 2026, gegen 10 Uhr
  • Einsatzende: gegen 15 Uhr
  • Einsatzdauer: rund 5 Stunden
  • Beteiligte Einsatzkräfte: rund 90 Personen (Feuerwehr und Polizei)
  • Wasserabwürfe aus der Luft: 30 (Polizeihubschrauber „Libelle-Lima”)
  • Betroffene Waldfläche: rund 20 bis 40 Quadratmeter
  • Beteiligte Feuerwehren: 6 Ortsfeuerwehren plus Flugunterstützung Spittal

Steiles Gelände als eigentliche Gefahr: Was diesen Einsatz so komplex machte

Der Einsatz auf der Windischen Höhe verdeutlicht ein Problem, das Kärntens Feuerwehren in Trockensommern zunehmend beschäftigt: Waldbrände in alpinem Steilgelände lassen sich kaum mit konventionellen Löschmethoden bekämpfen. Der Polizeibergführer vor Ort war kein Sonderfall, sondern ein notwendiges Sicherheitselement.

Gerade in einer Periode anhaltender Hitze — am selben Tag wurde in Österreich ein absoluter Hitzerekord gemeldet — steigt das Waldbrandrisiko in solchen Lagen erheblich. Trockenes Unterholz, geringe Luftfeuchtigkeit und schwieriges Terrain sind eine Kombination, die selbst erfahrenen Einsatzkräften alles abverlangt.

Was nach dem Einsatz offen bleibt

Die Brandursache war am Freitagabend noch nicht geklärt. Die Polizei hatte Erhebungen aufgenommen, ob Fahrlässigkeit oder ein natürlicher Auslöser — etwa ein Blitzeinschlag — für das Feuer verantwortlich war. Der Bezirk Hermagor bleibt angesichts der anhaltenden Hitzeperiode in erhöhter Bereitschaft.

Ob die betroffene Waldfläche dauerhaft geschädigt wurde und welche Maßnahmen zur Brandursachenermittlung folgen, wird die Landespolizeidirektion Kärnten in den kommenden Tagen kommunizieren.

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