Am Set von “Die Rettungsschwimmer vom Wörthersee” hätte eigentlich alles passen sollen: eine Volksmusik-Legende als Gaststars, ein Titelsong von ihm persönlich, Kärntner Seeluft als Kulisse. Dann änderte Produzentin Stefanie Mayer den Projekttitel — still und ohne vorherige Absprache mit dem Sänger.
Aus “Die Rettungsschwimmer vom Wörthersee” wurde “Die Rettungsschwimmer:innen”. Für Heino, 87 Jahre alt und seit Jahrzehnten eine der bekanntesten Stimmen der deutschen Schlagermusik, war das kein bloßes typografisches Detail. Es war ein Bruch. Und nun stellt er seinen gesamten Verbleib im Projekt infrage.
Der Streit: Wie ein Doppelpunkt eine TV-Produktion zum Stoppen bringt
Heino hatte für den Film eine Gastrolle übernommen und sollte darüber hinaus den Titelsong einsingen — ein für solche Produktionen nicht unwesentlicher Teil des Gesamtpakets. Dass die Produzentin den Arbeitstitel nachträglich abänderte, empfand der Sänger als Affront. Sein Manager Helmut Werner habe Mayer umgehend kontaktiert, heißt es laut Berichten der “Bild”.
“Wir haben der Produzentin noch einmal unmissverständlich klargemacht, dass ich den gegenderten Filmtitel so nicht akzeptieren werde, weil ich das Gendern ablehne”, erklärte Heino gegenüber “Bild”. Die Konsequenz formulierte er ohne Umschweife: Sollte der Titel in der neuen Form bleiben, besteht er darauf, dass seine bereits gedrehte Szene im Film keine Verwendung findet — und auch den Titelsong werde er unter diesen Umständen nicht aufnehmen.
Heinos Haltung zum Gendern: Bekannt und konsequent
Dass der Schlagerstar in dieser Frage keine Kompromisse sucht, ist keine neue Entwicklung. Im “Sat.1-Frühstücksfernsehen” formulierte er seine Ablehnung einst auf rheinisch-drastische Art: “Denen haben sie ins Gehirn geschissen, so wie wir im Rheinland sagen.” Auch in einem RTL-Interview bekräftigte er danach, an dieser Haltung nichts geändert zu haben.
“Es ist bekannt, dass ich vom Gendern nichts halte, weil es meiner Meinung nach unsere schöne deutsche Sprache verhunzt. Deshalb würde ich nie bei einem Projekt mitmachen, bei dem gegendert wird”, so Heino laut Medienberichten. Für spätere Nachdreharbeiten oder zusätzlich geplante Szenen stünde er ebenfalls nicht mehr zur Verfügung, sofern seine Forderung ignoriert wird.
Produzentin Mayer lässt den Titel vorerst offen
Während des Drehs hatte Stefanie Mayer den Sänger zunächst beruhigt: Die gegenderte Version sei lediglich ein Arbeitstitel, erklärte sie damals. Diesen Standpunkt hat sie inzwischen nicht aufrechterhalten. Gegenüber “Bild” stellte sie klar: “Ich verstehe Heinos Meinung, aber in meinem Film spielen auch Frauen und queere Menschen mit. Deshalb habe ich den Titel geändert.”
Welche Version am Ende auf dem Filmplakat steht, ließ Mayer jedoch bewusst offen: “Für welchen Titel ich mich am Ende entscheide, möchte ich noch offen lassen.” Damit bleibt die Frage, ob Heinos Szenen und sein Titelsong tatsächlich Teil des fertigen Films werden, vorerst unbeantwortet.
Die anderen Mitwirkenden: Vom Wörthersee nach Hollywood?
Neben Heino sind weitere Prominente an der Produktion beteiligt. Julian F. M. Stoeckel beschrieb seine Rolle gegenüber dem ORF mit einem Vergleich, der beim Wörthersee-Publikum nostalgische Saiten anschlagen dürfte:
- Julian F. M. Stoeckel übernimmt nach eigenen Worten die “schwule Version von Roy Black — in sehr schön und sehr bunt”
- Christoph Fälbl ist ebenfalls in einer Rolle zu sehen
- Heino war als Gaststars und als Interpret des Titelsongs vorgesehen
- Produzentin ist Stefanie Mayer, die den geänderten Titel verantwortet
Stoeckel spielte damit auf die Kultserie “Ein Schloss am Wörthersee” an, in der Roy Black einst zur Ikone des österreichischen TV-Unterhaltungsfilms wurde. “Jetzt machen wir aus dem Wörthersee wieder Hollywood”, sagte er.
Was die Drohung konkret bedeutet — und was nun auf dem Spiel steht
Heinos Ultimatum ist präzise formuliert. Drei Konsequenzen stellt er bei Nichterfüllung in Aussicht: Die bereits gedrehte Szene darf nicht verwendet werden, der Titelsong wird nicht aufgenommen, und für Nachdrehtermine steht er nicht zur Verfügung. Das entspräche einem vollständigen Rückzug aus dem Projekt.
Ob Produzentin Mayer nachgibt oder auf ihrer Version des Titels beharrt, entscheidet letztlich darüber, ob der 87-Jährige im fertigen Film zu sehen sein wird — und welchen Namen dieser Film dann trägt, wenn er auf die Bildschirme kommt.



