Moskau-Angriff, 620 Drohnen: Wie die Ukraine Russlands Hauptstadtregion in einer Nacht lahmlegte

In der Nacht auf Dienstag, den 18. August 2026, brach über der Region Moskau der bislang größte Drohnenangriff des Ukraine-Krieges herein. Luftalarmsirenen rissen Hunderttausende aus dem Schlaf, während die russische Luftabwehr fieberhaft versuchte, eine Welle von Flugkörpern abzufangen, die in ihrer schieren Zahl alles bisher Dagewesene übertraf.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte am frühen Dienstagmorgen über Telegram, dass insgesamt 620 Drohnen auf die Hauptstadtregion abgefeuert worden waren. Wie viele davon ihr Ziel erreichten, warum ausgerechnet ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries getroffen wurde — und welche Schäden die Nacht hinterlassen hat.

620 Drohnen in einer Nacht: Was die russischen Behörden bestätigten

Bürgermeister Sobjanin veröffentlichte die Zahl von 620 abgefeuerten Drohnen in den frühen Morgenstunden des 18. August 2026 auf seinem Telegram-Kanal. Es handelt sich laut russischen Angaben um den umfangreichsten Drohnenangriff auf die Moskauer Region seit Beginn des Krieges.

Gouverneur Andrej Worobjow ergänzte, die regionale Luftabwehr habe 180 Drohnen über der Hauptstadtregion abgeschossen. Über den Verbleib der übrigen Flugkörper machten die Behörden zunächst keine vollständigen Angaben.

Drei Verletzte, darunter ein zehnjähriges Mädchen

Bei den Einschlägen wurden laut Gouverneur Worobjow drei Personen verletzt, darunter ein zehnjähriges Mädchen. Mehrere Gebäude in der Region erlitten Schäden. Angaben zu den genauen Einschlagsorten hielten die russischen Stellen zunächst weitgehend zurück.

Unter den betroffenen Objekten befand sich ein Lagerhaus des Online-Versandhändlers Wildberries. Der Angriff auf diese Anlage war kein Zufall.

Warum Wildberries gezielt ins Visier genommen wird

Wildberries gilt als größter Online-Marktplatz Russlands und wird wegen seines dichten Liefernetzes und seines breiten Sortiments häufig als „russisches Amazon” bezeichnet. Die Ukraine wirft dem Unternehmen vor, in den Transport und die Lagerung von Kriegsmaterial für die russischen Streitkräfte verwickelt zu sein.

Seit mehreren Wochen nehmen ukrainische Drohnenangriffe deshalb wiederholt Lagerhäuser und Logistikeinrichtungen mit mutmaßlichen Verbindungen zu Wildberries ins Visier. Der Angriff vom 18. August reiht sich in diese Strategie ein, bei der die Ukraine gezielt die Versorgungsinfrastruktur des russischen Militärs treffen will.

Moskau als Ziel: Wie sich die Angriffsmuster seit 2024 verändert haben

Drohnenangriffe auf die Region Moskau hatten bereits in den Monaten zuvor zugenommen. Frühere Angriffe forderten Todesopfer: Bei einem Drohnen-Beschuss auf Moskau kamen zuletzt vier Menschen ums Leben, bei einem weiteren Angriff auf ein russisches Lager, das mit dem Online-Handel in Verbindung stand, starben acht Personen.

Die Zahl von 620 Drohnen in einer einzigen Nacht markiert dennoch eine neue Dimension. Ukrainische Streitkräfte setzen dabei auf Schwarmtaktiken, die darauf ausgelegt sind, die Kapazitäten der russischen Flugabwehrsysteme zu überlasten — von den 620 abgefeuerten Drohnen konnten die Russen nach eigenen Angaben lediglich 180 abfangen.

Was nach dem Angriff vom 18. August offen bleibt

Weder das ukrainische Militär noch offizielle Stellen in Kiew haben den Angriff bis zum Redaktionsschluss öffentlich kommentiert. Russische Behörden sprachen von beschädigten Gebäuden, nannten aber keine vollständige Liste der betroffenen Standorte.

Offen ist auch, ob und wie Russland auf den bislang größten Drohnenangriff auf seine Hauptstadtregion reagieren wird — und ob die Ukraine die Angriffsserie auf Wildberries-Logistikzentren in den kommenden Tagen fortsetzt.

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