Schwarzes Schiff Linz: Kult-Wirtshaus am Donauufer bekommt nach Monaten Leerstand neues Leben

Der Gastgarten mit seinen alten Kastanienbäumen, der Blick auf die Donau, der Geruch von frisch Gekochtem – wer in Alt-Urfahr aufgewachsen ist, kennt das “Schwarze Schiff” an der Oberen Donaustraße 36 in Linz wie eine zweite Wohnstube. Jahrzehntelang war der Platz unter den Kastanien einer der beliebtesten Treffpunkte des Stadtteils, Stammgäste und Tagestouristen drängten sich an warmen Abenden gleichermaßen an den Holztischen.

Zuletzt herrschte dort jedoch bedrückendes Schweigen. Nach einem Betreiberwechsel und einem Umbau im Jahr 2019 verlor das Haus zusehends an Schwung – ein gelegentliches Pizza-Pop-up ausgenommen blieb der legendäre Gastgarten geschlossen. Nun hat die Stadt Linz eine Ankündigung gemacht, die viele Urfahraner aufhorchen lässt.

Monatelanger Leerstand am Linzer Donauufer

Seit dem letzten Betreiberwechsel ist am Schwarzen Schiff nicht mehr viel passiert. Das Lokal, das über Jahrzehnte hinweg als fester Anker der Gastro-Szene in Alt-Urfahr galt, stand de facto leer. Nur sporadisch öffneten Veranstalter das Areal für einzelne Abende – von einem geregelten Betrieb konnte keine Rede mehr sein.

Die Lage am nördlichen Donauufer ist dabei alles andere als unattraktiv: gute Erreichbarkeit, schattenreicher Außenbereich, unmittelbarer Flussbezug. Dass ein solcher Standort monatelang ungenutzt bleibt, ist für Linzer Gastronomiekenner schwer nachvollziehbar gewesen.

Behutsamer Umbau mit Blick auf die Geschichte des Hauses

Die Projektträgerin, die Businesspark Schloss Puchenau GmbH, plant nun einen neuerlichen, ausdrücklich “behutsamen” Umbau. Ziel ist die Verbindung der bestehenden historischen Bausubstanz mit einer zeitgemäßen, einladenden Gestaltung – ohne den Charakter des Hauses zu zerstören.

Besonders hoch auf der Prioritätenliste steht dabei der Erhalt des gesamten Gastgartens mit seinem alten Baumbestand. “Der Umbau soll den historischen Charakter des Hauses erhalten und die Verbindung mit einer modernen, einladenden Gestaltung herstellen”, erklärt Geschäftsführerin Patrizia Außerwöger. “Wir möchten mit dem vorliegenden Konzept an die lange Geschichte als beliebter Treffpunkt in Urfahr anknüpfen und wieder Maßstäbe in Qualität und Gastfreundschaft setzen.”

Was das neue Konzept für Gäste bedeutet

Das geplante Angebot soll möglichst breit aufgestellt sein und unterschiedliche Besuchsanlässe abdecken. Die Betreibergesellschaft nennt konkret folgende Nutzungsszenarien:

  • Entspanntes Mittagessen für Berufstätige aus der Umgebung
  • Gesellige Abende mit Freunden im renovierten Innenbereich
  • Besondere Anlässe wie Feiern und private Veranstaltungen
  • Weiterhin voller Betrieb im denkmalgeschützten Kastaniengarten

Die Kombination aus historischer Bausubstanz und neuem Betreiberprofil soll dem Schwarzen Schiff jenen Rahmen geben, den es nach Einschätzung der Projektwerberin braucht, um dauerhaft zu bestehen.

Paralleles Revival: Auch der Schneiderwirt in Ampflwang sperrt wieder auf

Das Schwarze Schiff ist in Oberösterreich kein Einzelfall. Im Bezirk Vöcklabruck stand ein weiteres beliebtes Wirtshaus zwölf Jahre lang leer: der Schneiderwirt in Ampflwang, einst bei Jung und Alt gleichermaßen geschätzt.

Dort hat sich die Lage bereits konkret gewendet. Betreiberin Mary Purer hat das Lokal unter dem Namen Maryalm wiedereröffnet und empfängt ihre Gäste mit einem Angebot, das bewusst auf Hausmannskost setzt: Almsuppentopf, Linsenpfandl, Schweinsbraten, Bratljause und hausgemachte Mehlspeisen. Auf ihrer Homepage schreibt sie schlicht: “Mia gfrein uns, eich wieda z’sehn!”

Wie es beim Schwarzen Schiff in Linz nun weitergeht

Einen konkreten Eröffnungstermin für das umgebaute Schwarze Schiff hat die Businesspark Schloss Puchenau GmbH bislang nicht kommuniziert. Die Stadt Linz hat die Pläne nach Angaben vom 18. August 2026 öffentlich gemacht und das Vorhaben als positives Signal für die Gastro-Entwicklung am nördlichen Donauufer gewertet.

Wann die ersten Gäste wieder unter den Kastanien am Linzer Donauufer Platz nehmen können, hängt nun vom Verlauf des Umbauverfahrens ab – und davon, wie rasch Planung und Ausführung ineinandergreifen.

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