Donnerstag, kurz nach 14 Uhr, Kundl im Tiroler Unterinntal. Eine Zeugin beobachtet etwas, das sie sofort aufhorchen lässt: Ein Mann bricht in ein Wohnhaus ein. Sie alarmiert die Polizei — und setzt damit eine Fahndung in Gang, die keine halbe Stunde dauern wird.
Der Täter ist da schon auf der Flucht. Mit einem Brecheisen hatte er die Terrassentüre aufgehebelt, war ins Hausinnere eingedrungen — und durch ein Fenster auf der Nordseite wieder verschwunden, offenbar gestört durch das Eintreffen der Zeugin. Was er als Fluchtmittel wählt, macht die Sache nicht besser: ein E-Bike. Das sich, wie sich später herausstellen wird, ebenfalls nicht in seinem Besitz befindet.
Brecheisen, Terrassentür, Flucht durch das Nordfenster: So lief der Einbruch ab
Laut den Ermittlungen der Landespolizeidirektion Tirol verschaffte sich der Mann gewaltsam Zutritt zum Wohnhaus, indem er die Terrassentüre mit einem Brecheisen aufbrach. Im Inneren hielt er sich nur kurz auf. Die Zeugin, die das Geschehen bemerkte und die Polizei verständigte, dürfte ihn beim Verlassen des Hauses gestört haben — er flüchtete durch ein Fenster an der Nordseite des Gebäudes.
Mehrere Polizeistreifen wurden um 14:10 Uhr nach Kundl entsandt. Die Fahndung lief sofort an.
Flucht auf einem gestohlenen E-Bike — und das Ende nach 32 Minuten
Der Flüchtige setzte seine Flucht auf einem E-Bike fort. Um 14:42 Uhr — gerade einmal 32 Minuten nach dem ersten Notruf — konnte der Tatverdächtige von Beamten angehalten und festgenommen werden. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 49-jährigen Mann aus Ungarn.
Das verwendete E-Bike stellte sich als gestohlen heraus. Entwendet worden war es in Kirchbichl, einer Gemeinde rund 10 Kilometer westlich von Kundl.
Drei Taten auf einmal: Kundl, Auffach und ein weiterer Einbruchsversuch
Die Ermittlungen nach der Festnahme förderten rasch mehr ans Licht. Der 49-Jährige steht im dringenden Verdacht, nicht nur für den beobachteten Einbruch in Kundl verantwortlich zu sein. Die Behörden gehen davon aus, dass er auch hinter einem Einbruchsdiebstahl in Auffach steckt — dort konnte entsprechendes Diebesgut sichergestellt werden. Zusätzlich wird ihm ein weiterer versuchter Einbruchsdiebstahl in Kundl zur Last gelegt.
Damit stehen dem Mann insgesamt drei separate Tatvorwürfe gegenüber, verteilt auf zumindest zwei Tiroler Gemeinden.
Sichergestelltes Diebesgut in Auffach
Welche Gegenstände beim Einbruch in Auffach entwendet wurden, gab die Landespolizeidirektion Tirol zunächst nicht bekannt. Das sichergestellte Diebesgut wurde von den Beamten asserviert und dürfte Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.
Geständnis und Einlieferung in die Justizanstalt Innsbruck
Nach seiner Festnahme zeigte sich der 49-Jährige geständig. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Innsbruck wurde er noch am selben Tag in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert. Eine Untersuchungshaft wurde damit eingeleitet.
Die Festnahme verlief ohne Zwischenfälle. Der Mann leistete den Angaben zufolge keinen Widerstand.
Was das Verfahren gegen den 49-Jährigen als nächstes bringt
Mit der Einlieferung in die Justizanstalt Innsbruck liegt der Fall nun bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck, die über das weitere Vorgehen entscheidet. Ob und in welchem Umfang dem 49-Jährigen auch Delikte außerhalb des Bezirks Kufstein zugeordnet werden können, dürfte von den laufenden Ermittlungen der Landespolizeidirektion Tirol abhängen — insbesondere davon, ob das sichergestellte Diebesgut weiteren Tatorten zugeordnet werden kann.



