Mittwochabend, Champions-League-Sendezeit auf Sky Sport Austria: Moderator Martin Konrad begrüßt seine Runde im Münchner Studio, neben ihm sitzen Analytiker Marko Stankovic und der langjährige Fußball-Nationalspieler Andreas Herzog. Dann tritt ein vierter Mann ins Bild — und wer genau hinschaut, reibt sich die Augen.
Armin Assinger, 62 Jahre alt, Ex-Skiläufer, „Millionenshow“-Moderator und nun ausgerechnet Gesprächspartner in der Königsklasse des europäischen Fußballs. Wie er dorthin kam und was er zu sagen hatte, überraschte nicht nur das Publikum vor den Bildschirmen.
Assinger bei Sky: Vom Skifahrer in die Champions-League-Runde
Vier Weltcupsiege als Skiläufer, danach jahrelang Analytiker bei Skirennen, seit Jahrzehnten das Gesicht der ORF-Quizshow „Millionenshow“ — die Rollenpalette des Kärntners ist breit. Am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, kam eine weitere hinzu. Sky Sport Austria holte Assinger als Überraschungsgast in sein Champions-League-Studio nach München.
Dort stand er Seite an Seite mit Andreas Herzog — jenem Herzog, den Assinger nur zwei Tage zuvor, am Montag, noch als Gast in der Promi-Sportler-Ausgabe der „Millionenshow“ gehabt hatte, gemeinsam mit Toni Polster. Vom Quizstudio direkt in die Fußball-Analyse: Das geht schnell, wenn man Assinger heißt.
Mehr zum Lesen
Stimme des Volkes: Wie der 62-Jährige seine Rolle erklärte
„Ich bin einer von achteinhalb Millionen Trainern. Und sozusagen die Stimme des Volkes“, schmunzelte Assinger und umriss damit seine Funktion in der Runde präzise. Kein Anspruch auf Expertenstatuts, aber durchaus Begeisterung für den Sport. Fußball sei beim Skifahren immer eine große Leidenschaft gewesen, so der Moderator.
„Wir haben immer am Nachmittag gekickt“, erinnerte sich Assinger — und landete prompt bei einer Anekdote, die das Publikum aufhorchen ließ. „Einmal in Gröden ist mir der Karl Schranz über das Schienbein gefahren, dass ich am nächsten Tag fast nicht in den Skischuh gekommen bin.“ Der Name Schranz, eine österreichische Skilegend, sorgte für den entsprechenden Wiedererkennungseffekt.
Bayern Münchens 3:3 und der Manchester-City-Skandal: Assingers Analyse
Besonders das 3:3 der Bayern hatte Assinger am Dienstag aufmerksam verfolgt. Sein Urteil fiel nüchtern aus: „Wenn es 3:3 ausgeht, geht es 3:3 aus. Verdient oder unverdient ist vollkommen uninteressant. Am Ende steht dann ein Ergebnis.“ Über den Gegner, ein Antreten norwegischer Prägung, fand er klare Worte: „Die Norweger sind ein extremes Sport-Volk, die sind fanatisch, legen sehr aufs Körperliche wert. Da haben sie sich super verkauft.“
Auch den Finanzskandal rund um Manchester City ließ Assinger nicht unkommentiert. „Ich habe mir die Frage gestellt, ob die Spieler mit einer psychischen Belastung aufs Spielfeld gehen?“, meinte er — und gab die Antwort gleich selbst: „Ich glaube überhaupt nicht. Das Spielfeld ist ihre Wohlfühlzone. Das kennt man auch hin und wieder aus privaten Dingen: Wenn man Schwierigkeiten hat, dann vergisst man das, weil man voll auf der Ebene da ist.“
Kurioses TV-Format: Wenn die Quizshow-Bühne und die Champions League verschmelzen
Was der Auftritt zeigte, ist ein Phänomen, das österreichische Medien gut kennen: Assinger ist ein Allrounder, dem die Zuschauer vertrauen — egal in welchem Format er auftaucht. Sky Sport Austria setzte genau auf diesen Effekt. Die Konstellation war dabei durchaus bemerkenswert:
- Martin Konrad als Moderator des Champions-League-Abends
- Marko Stankovic als Analytiker mit Fußball-Fachwissen
- Andreas Herzog als ehemaliger Nationalspieler und anerkannter Experte
- Armin Assinger als selbsternannte „Stimme des Volkes“ — und einzig Ungelernter der Runde
Diese Mischung funktionierte als Unterhaltungsformat, weil Assinger nicht so tat, als wäre er etwas anderes als das, was er ist: ein leidenschaftlicher Fußballfan mit einer Biografie, die Geschichten liefert.
Assingers Doppelleben zwischen Millionenshow und Sportstudio
Der Montag gehörte der Promi-„Millionenshow“, der Mittwoch Sky Sport Austria — Assinger absolvierte innerhalb von 48 Stunden zwei völlig unterschiedliche TV-Auftritte. Das ist kein Zufall, sondern Methode: Der 62-jährige Kärntner ist seit Jahren eine der verlässlichsten Größen des österreichischen Fernsehens, weil er Authentizität nicht spielt, sondern lebt.
Ob aus diesem Gastauftritt eine regelmäßigere Zusammenarbeit mit Sky Sport Austria wird, ließ der Sender am Mittwochabend offen — Assinger selbst deutete zumindest an, dass seine Fußball-Begeisterung nicht mit dem Sendeschluss erloschen ist.
Ihre Meinung hilft uns










Das Gespräch geht weiter
Kommentare