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Mazal Tazazo, Nova-Überlebende: Wie eine 36-Jährige 8 Stunden Hamas-Terror überlebte

Mazal Tazazo, Nova-Überlebende: Wie eine 36-Jährige 8 Stunden Hamas-Terror überlebte

Um 6.30 Uhr am Morgen des 7. Oktober 2023 verstummte die Musik auf dem Nova-Festival bei Re’im im Süden Israels. Was danach folgte, waren keine technischen Probleme, kein geordnetes Ende einer Feier — es war der Beginn eines Massakers. Tausende junge Menschen, die in der Nacht zuvor Frieden und Freiheit gefeiert hatten, wurden plötzlich zu Zivilisten auf der Flucht vor Hamas-Terroristen, die in den Süden Israels eingedrungen waren.

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Drei Jahre nach dem Anschlag, der knapp 1.200 Menschen das Leben kostete und mehr als 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppte, kehrte Mazal Tazazo (36) an genau jenen Ort zurück, an dem für sie das Grauen begann. Im Gespräch mit Heute schildert sie, wie sie acht Stunden lang im Todesgebiet überlebte — und was sie dabei fast zerstört hätte.

Nova-Festival: Warum Mazal in jener Nacht dort war

Mazal Tazazo ist seit ihrem 15. Lebensjahr eine leidenschaftliche Festivalbesucherin. Für sie waren diese Veranstaltungen immer mehr als nur Musik — sie waren ein Rückzugsort, ein Raum der Freiheit. „Nova war für mich besonders spannend, weil es eine sehr große Produktion war“, erzählt sie. „Veranstaltungen in dieser Größenordnung gibt es in Israel normalerweise nicht.“

Sie fuhr mit ihren Freunden Danielle und Yochai dorthin — in der Erwartung einer unvergesslichen Nacht. Dass diese Nacht tatsächlich unvergesslich werden würde, aber aus einem Grund, den sie sich im schlimmsten Albtraum nicht hätte vorstellen können, ahnte sie nicht.

8 Stunden im Todesgebiet: Der Moment, als Mazal die Wahrheit erkannte

Den Wendepunkt beschreibt Mazal mit erschreckender Klarheit: „Der Moment, in dem ich wirklich begriffen habe, dass etwas nicht stimmt, war, als wir beschlossen, das Auto zurückzulassen und in Richtung Straße zu laufen. Da wurde mir klar, dass ich von Terroristen umgeben war.“ Kein Alarm, keine offizielle Warnung hatte diese Erkenntnis ausgelöst — nur die instinktive Panik im Körper.

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Was folgte, dauerte rund acht Stunden. Verletzt, ohne ihre Freunde, versteckte sie sich in Büschen auf dem Festivalgelände. Die Hamas-Terroristen setzten schließlich die Büsche in Brand. „Als das Feuer immer näher kam, hatte ich keine andere Wahl, als in Richtung Straße zu laufen“, sagt sie. „Wie durch ein Wunder wurde ich nicht erschossen.“ Sie fand ein verlassenes Auto und verbrachte darin weitere rund zwei Stunden, bis ein anderer Überlebender sie entdeckte und in Sicherheit brachte.

Danielle und Yochai: Die ermordeten Freunde, die sie nie vergessen wird

Mazal überlebte — ihre beiden Freunde Danielle und Yochai wurden ermordet. Dieser Verlust ist der Kern ihres Traumas, das sie bis heute nicht losgelassen hat. „Ich habe nur durch ein Wunder überlebt“, sagt sie, und die Formulierung klingt nach drei Jahren nicht weniger schwer.

Was ihr in den ersten sechs Monaten nach dem Massaker das Überleben ermöglichte, war ihr Sohn. „Die Tatsache, dass er mich brauchte, hat mich dazu gezwungen, jeden Morgen aufzustehen und zu funktionieren. Ohne ihn glaube ich nicht, dass ich diese Zeit überstanden hätte.“ Auf Partys und Festivals geht sie seither nicht mehr — ein Verlust, den sie als schmerzhaft empfindet, auch wenn er klein klingt neben allem anderen.

Wie Mazal heute lebt: Zwischen Überlebensmodus und Erinnerungsarbeit

Ihr Alltag dreht sich heute fast vollständig um den 7. Oktober. Sie führt Besucher, Gruppen und Delegationen über das Nova-Gelände bei Re’im, gibt Interviews und nimmt an Zoom-Gesprächen teil. „Fast alles in meinem Leben dreht sich um diesen einen Tag“, sagt sie. Es ist eine bewusste Entscheidung — Zeugin zu sein, auch wenn es kostet.

Den dritten Jahrestag am 7. Oktober 2026 erlebt sie als besonders schwere Last:

  • Das Trauma bleibt akut: „Ich habe immer noch das Gefühl, im Überlebensmodus zu sein.“
  • Die Zeit vergeht, aber die Verarbeitung stagniert: „Manchmal fühlt es sich an, als wäre ich in einer Endlosschleife gefangen.“
  • Außerhalb Israels erlebt sie sowohl Mitgefühl als auch offene Feindseligkeit — Menschen, die sie anschreien und als „Kindermörderin“ beschimpfen, obwohl sie lediglich als Musikfestivalbesucherin beinahe ermordet wurde.
  • Das Leugnen des Massakers trifft sie zutiefst: „Ich verstehe, dass es schwer sein kann zu glauben, dass derart schreckliche Dinge tatsächlich passiert sind. Aber sie sind passiert.“

Was Mazal Österreich mitgeben will: Eine Warnung, kein Vorwurf

Gegenüber den österreichischen Leserinnen und Lesern wählt Mazal Tazazo keine anklagenden Worte. Ihr Anliegen ist grundsätzlicher Natur. „Terrorismus breitet sich auf der ganzen Welt aus“, sagt sie. „Wenn die Menschen ihm weiterhin gleichgültig gegenüberstehen, wird er irgendwann auch ihre eigenen Häuser erreichen.“

Und sie korrigiert ein Bild, das in westlichen Öffentlichkeiten hartnäckig kursiert: „Israel ist ein Ort der Liebe, ein Ort, der Menschen willkommen heißt — unabhängig von ihrer Religion, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung. Wir sind ein Land, das Frieden will.“ Den Abschluss findet sie in einem schlichten Dankeschön — dafür, dass man zuhört.

Drei Jahre danach: Was vom 7. Oktober bleibt

Das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 kostete knapp 1.200 Menschen das Leben, überwiegend Juden. Mehr als 250 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt, Tausende weitere wurden verletzt. Das Nova-Festival bei Re’im war einer der Schwerpunkte des Angriffs — ein Ort, an dem junge, liberale Menschen gefeiert hatten und innerhalb weniger Minuten zu Überlebenden oder Opfern wurden.

Mazal Tazazo ist eine von vielen Überlebenden, die seither ihr Leben der Erinnerungsarbeit gewidmet haben. Ob das Schweigen, das nach jedem Jahrestag wieder einsetzt, jemals wirklich endet — diese Frage lässt sie bewusst offen.

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