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Schlaf-Studie: Warum 9 Stunden pro Nacht dein Sterberisiko erhöhen

Schlaf-Studie: Warum 9 Stunden pro Nacht dein Sterberisiko erhöhen

Der Wecker klingelt, man streckt sich wohlig aus und denkt: Endlich gut ausgeschlafen. Neun, manchmal sogar zehn Stunden Schlaf — das fühlt sich nach einem Luxus an, den der Körper verdient hat. Doch genau diese Gewohnheit steht nun im Mittelpunkt einer Untersuchung, deren Ergebnisse überraschend eindeutig ausfallen.

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Taiwanesische Forscher haben die Schlafgewohnheiten von über 3.000 Menschen über einen Zeitraum von 30 Jahren ausgewertet — und dabei eine klare Grenze gefunden, jenseits derer mehr Schlaf dem Körper offenbar nicht mehr nützt, sondern schadet. Die entscheidende Frage: Ab wann wird die Nachtruhe zum Risiko?

Was die Studie im Journal of Sleep Research gemessen hat

Die Untersuchung, deren Ergebnisse im Fachjournal Journal of Sleep Research veröffentlicht wurden, analysierte systematisch, wie viele Stunden Schlaf mit welcher Sterblichkeitsrate verbunden sind. Das Ergebnis ist bemerkenswert präzise. Erwachsene, die sieben bis acht Stunden pro Nacht schliefen, wiesen mit 10,57 Todesfällen pro 1.000 Personen die niedrigste Sterberate aller untersuchten Gruppen auf.

Wer hingegen weniger als sechs Stunden schlief, lag bereits etwas höher — bei 10,97 Fällen pro 1.000 Personen. Doch die auffälligste Zahl betrifft jene, die regelmäßig neun Stunden oder länger im Bett verbrachten: Ihre Sterberate stieg auf 11,27 pro 1.000 Personen. Langschläfer hatten damit das höchste Risiko aller Gruppen.

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9 Stunden Schlaf und erhöhtes Sterberisiko: Was dahintersteckt

Die Forscher betonen, dass die genauen Ursachen für diesen Zusammenhang noch nicht vollständig geklärt sind. Einen wichtigen Hinweis liefert jedoch der Blutdruck. Die Autoren schreiben: „Wir fanden heraus, dass eine lange Schlafdauer mit einem höheren Risiko für Gesamtsterblichkeit verbunden war, und der Blutdruck machte einen bescheidenen Teil dieses Zusammenhangs aus.“

Menschen, die besonders lange schlafen, neigen demnach häufiger zu erhöhtem Blutdruck — einem bekannten Risikofaktor für Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Zusätzlich können bei Langschläfern Entzündungswerte erhöht sein, was das Bild weiter verkompliziert.

Blutdruck, Hormone, Immunsystem: Wie zu viel Schlaf den Körper aus dem Takt bringt

Zu viel Schlaf stört nach Einschätzung der Forschenden nicht nur den Blutdruck, sondern greift tiefer in biologische Abläufe ein. Der innere Rhythmus des Körpers — die sogenannte zirkadiane Uhr — gerät aus dem Gleichgewicht, wenn die Schlafphasen regelmäßig zu lang ausfallen. Davon sind auch der Hormonhaushalt und das Immunsystem betroffen.

Darüber hinaus wird eine überlange Schlafdauer in der medizinischen Fachliteratur mit einer Reihe weiterer Erkrankungen in Verbindung gebracht:

  • Herzprobleme und erhöhtes Herzinfarktrisiko
  • Diabetes Typ 2
  • Übergewicht
  • Beeinträchtigungen des Gedächtnisses und der allgemeinen Hirngesundheit

Warum die idealen 7 bis 8 Stunden mehr als eine Faustregel sind

Die Empfehlung, zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht zu schlafen, ist keine bloße Daumenregel. Sie spiegelt den Schwellenwert wider, unterhalb dessen das Risiko am geringsten gemessen wurde. Weniger als sechs Stunden schadet nachweislich, aber mehr als neun Stunden ebenfalls — das ist die eigentliche Kernaussage dieser Untersuchung. Übrigens gilt das für Erwachsene; Kinder und Jugendliche brauchen naturgemäß deutlich mehr Schlaf.

Es klingt seltsam, aber Schlafen ist eben kein „je mehr, desto besser“-Prinzip. Der Körper braucht Erholung in einem bestimmten Fenster — nicht endlos davon.

Schlafdauer als Frühwarnzeichen: Was Ärzte künftig fragen sollten

Die Forschungsgruppe zieht aus ihren Daten eine konkrete Schlussfolgerung für die Gesundheitsversorgung: Die Schlafdauer sollte bei medizinischen Routinekontrollen aktiv erfragt werden. Wer regelmäßig neun Stunden oder mehr schläft, ohne sich dabei ausgeruhter zu fühlen, könnte ein erhöhtes Gesundheitsrisiko aufweisen — und sollte entsprechend früher untersucht werden.

Ob überlanger Schlaf also Ursache oder Symptom ist, bleibt eine offene Frage, der künftige Studien nachgehen müssen — und genau das haben die Autoren des Journal of Sleep Research als nächsten Schritt angekündigt.

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