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Reh in Brunnenschacht Annaberg: Wie Höhenretter das Tier aus 6 Metern Tiefe befreiten

Reh in Brunnenschacht Annaberg: Wie Höhenretter das Tier aus 6 Metern Tiefe befreiten

Um 7.42 Uhr am Sonntagmorgen schlug eine Spaziergängerin in der Ortschaft Annaberg im Bezirk Eferding Alarm. Sie hatte ein Tier aus der Tiefe eines leeren Brunnenschachts schreien gehört — ein Laut, der in der Stille des frühen Morgens nicht zu überhören war. Die Landeswarnzentrale Oberösterreich alarmierte daraufhin sofort die Freiwillige Feuerwehr Alkoven.

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Was die Retter vorfanden, war ein ungewöhnlicher, aber lebensbedrohlicher Notfall: Ein Reh war tief in den gemauerten Schacht gestürzt, gefangen in der Dunkelheit, ohne jede Möglichkeit zur Selbstrettung. Wie das Tier überhaupt hineingelangen konnte — und wie die Bergung schließlich gelang — erklärt sich aus einer fatalen Verkettung von Zufällen.

Gebrochener Betondeckel öffnete die tödliche Falle

Vermutlich war zuvor die Hälfte des Betondeckels in den Schacht gefallen. Dadurch entstand eine Öffnung, die für das Reh groß genug war, um hindurchzubrechen. Von oben war das Tier kaum zu erkennen, denn es befand sich direkt unter dem verbliebenen Deckelteil — praktisch unsichtbar für einen flüchtigen Blick.

Ohne den Schrei, den die Spaziergängerin zufällig hörte, hätte das Tier in dem rund 6 Meter tiefen Schacht wohl keine Chance gehabt. Die Zeugin wies die eintreffenden Feuerwehrkräfte direkt ein und machte damit den Einsatz erst möglich.

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Feuerwehr Alkoven, Höhenretter und Jäger: Ein Einsatz, drei Kräfte

Die Freiwillige Feuerwehr Alkoven rückte als erste an. Rasch war klar, dass der Einsatz Spezialgerät und Spezialisten erforderte: Zur Verstärkung wurden die Höhenrettergruppe sowie ein Jäger angefordert. Der Jäger war für den Fall vor Ort, dass das Tier schwer verletzt und eine Behandlung oder ein Erlösungsschuss notwendig sein würde.

Dann übernahm die Höhenrettergruppe. Ein Feuerwehrmann wurde mithilfe einer Motorwinde sechs bis sieben Meter in die Tiefe abgeseilt — in einen engen, dunklen Schacht, in dem ein verängstigtes Wildtier auf ihn wartete. Das erfordert nicht nur Technik, sondern auch Ruhe und Erfahrung.

Abgeseilt in die Dunkelheit: So lief die Bergung ab

Der Retter erreichte die Schachtsohle und gelang es ihm trotz der beengten Verhältnisse, den Vierbeiner sicher zu greifen. Anschließend wurden Mensch und Tier gemeinsam per Motorwinde wieder an die Oberfläche gezogen. Der gesamte Ablauf der Bergung:

  1. Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Alkoven um 7.42 Uhr durch die Landeswarnzentrale Oberösterreich
  2. Anfahrt und Lagebewertung gemeinsam mit der Zeugin vor Ort
  3. Anforderung der Höhenrettergruppe und eines Jägers zur Unterstützung
  4. Abseilen eines Feuerwehrmanns auf 6 bis 7 Meter Tiefe per Motorwinde
  5. Greifen und Sichern des Rehs im Schacht
  6. Gemeinsames Hochziehen von Retter und Tier an die Oberfläche
  7. Bergung der verbliebenen Deckelhälfte; Einsatzende um 9.10 Uhr

Mit dem Schrecken davongekommen: Reh offenbar unverletzt

Sobald das Reh wieder auf festem Boden stand, zeigte es keinerlei Anzeichen schwerer Verletzungen. Es machte sich unmittelbar nach der Bergung davon — ohne zu zögern. Für die Einsatzkräfte war das der beste mögliche Ausgang eines fast 90-minütigen Einsatzes.

Im Anschluss an die Tierrettung bargen die Feuerwehrkräfte auch die abgebrochene Hälfte des Betondeckels aus dem Schacht. Um 9.10 Uhr konnten sämtliche Einheiten den Einsatz beenden und wieder abrücken, teilte die Freiwillige Feuerwehr Alkoven mit.

Alte Brunnen in Oberösterreich: Ein unterschätztes Risiko für Wildtiere

Der Vorfall in Annaberg ist kein Einzelfall. Offene oder beschädigte Brunnenschächte auf Privatgrundstücken und in landwirtschaftlichen Gebieten stellen für Wildtiere eine stille Gefahr dar, die oft erst dann auffällt, wenn ein Tier bereits hineingestürzt ist. Besonders Rehe, die in der Dämmerung durch unbekanntes Gelände ziehen, sind gefährdet.

Ob der Brunnen in Annaberg nach dem Einsatz dauerhaft gesichert wird, war zunächst offen. Für Grundstückseigentümer im ländlichen Oberösterreich gilt als Faustregel: Alte Schächte und Brunnen sollten regelmäßig auf den Zustand ihrer Abdeckungen kontrolliert werden — gerade nach Frost und Tauwetterperioden, wenn Beton brüchig wird.

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