Es war kurz vor halb zwei am Nachmittag des 18. August 2026, als ein 76-jähriger Mann aus dem Bezirk Villach mit einem Radlader von der Scheinitzenalpe in der Ortschaft Stein talwärts fuhr. Die Strecke führt durch steiles, bewaldetes Gelände oberhalb der Gemeinde Dellach im Drautal — eine Straße, die Ortskundige kennen, die aber wenig Spielraum für Fehler lässt.
Gegen 14.10 Uhr verlor das schwere Fahrzeug aus bisher ungeklärter Ursache die Spur. Was danach folgte, dauerte nur Sekunden: Der Radlader stürzte rund 30 Meter über steiles und bewaldetes Gelände ab, bevor er auf der darunterliegenden Straße zum Stillstand kam. Warum der 76-Jährige von der Fahrbahn abkam, ist bis heute nicht bekannt.
Der Absturz: 30 Meter über unwegsames Gelände in Dellach im Drautal
Der Unfall ereignete sich auf einer Forststraße unterhalb der Scheinitzenalpe, unweit der Ortschaft Stein in der Gemeinde Dellach im Drautal. Das Gelände ist steil, dicht bewaldet und für Rettungskräfte nur schwer erreichbar. Genau das machte den Einsatz besonders schwierig.
Der Radlader — ein schweres Baufahrzeug, das auf Almwegen und Forststraßen in Kärnten alltäglich eingesetzt wird — kam gegen 14.10 Uhr von der Fahrbahn ab und stürzte die Böschung hinunter. Das Fahrzeug legte dabei rund 30 Meter zurück, bevor es auf der tiefer gelegenen Straße zum Liegen kam.
Entdeckung durch einen Nachfolgenden: Die Rettungskette beginnt
Ein nachfolgender Grundstückseigentümer entdeckte den 76-Jährigen auf der Straße liegend und setzte sofort die Rettungskette in Gang. Jede Minute zählte. Doch das Gelände ließ keinen raschen Zugang zu Fuß zu.
Ein Notarzt wurde mit einem Rettungshubschrauber zum Unfallort geflogen. Trotz des schnellen Einsatzes kam jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte am Unfallort nur noch den Tod des Mannes feststellen.
Bergung mit Polizeihubschrauber „Libelle”: Taubergung im Kärntner Berggelände
Aufgrund des schwer zugänglichen Geländes war eine konventionelle Bergung des Leichnams nicht möglich. Der Polizeihubschrauber „Libelle” wurde angefordert. Die Besatzung führte eine Taubergung durch — ein aufwendiges Verfahren, bei dem Einsatzkräfte an einem Seil abgeseilt werden, um den Leichnam zu sichern und anschließend ins Tal zu bringen.
Der Einsatz verdeutlicht, wie anspruchsvoll Rettungseinsätze in den Kärntner Bergregionen sein können — selbst wenn das Unglück vergleichsweise nah an einer Straße passiert. Die Kombination aus Steilhang, Bewaldung und fehlendem Bodenweg machte den Hubschrauber zur einzigen praktikablen Option.
Unfallursache weiterhin ungeklärt: Ermittlungen der Polizei Kärnten laufen
Warum der 76-Jährige mit dem Radlader von der Fahrbahn abgekommen ist, stand zum Zeitpunkt der Erstmeldung am Abend des 18. August 2026 noch nicht fest. Die Landespolizeidirektion Kärnten hat Ermittlungen zum genauen Unfallhergang eingeleitet.
Technisches Versagen, ein medizinischer Notfall oder ein Fahrfehler auf der schmalen Bergstraße — alle Möglichkeiten gelten derzeit als offen. Befragungen von Zeugen sowie eine Untersuchung des Fahrzeugs sind laut Angaben der Einsatzkräfte Teil der laufenden Erhebungen.
Tödliche Abstürze auf Kärntner Alm- und Forstwegen: Ein wiederkehrendes Muster
Unfälle mit land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen auf Bergstraßen sind in Österreich keine Seltenheit. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) zählen Traktoren und verwandte Fahrzeuge zu den häufigsten Unfallverursachern im ländlichen Bereich — besonders auf steilen, unbefestigten Wegen.
Für Fahrer im Pensionsalter kommen altersbedingte Reaktionsveränderungen als mögliche Risikofaktoren hinzu, auch wenn eine solche Einschätzung im konkreten Fall Dellach derzeit rein spekulativ wäre. Der Bezirk Villach-Land, dem der Verstorbene angehörte, ist von alpiner Topographie geprägt — Forstwege dieser Art sind dort Teil des landwirtschaftlichen Alltags.
Folgende Eckdaten zum Unfall lassen sich festhalten:
- Datum: 18. August 2026, gegen 14.10 Uhr
- Ort: Ortschaft Stein, Gemeinde Dellach im Drautal, Bezirk Spittal an der Drau, Kärnten
- Fahrzeug: Radlader, talwärts unterwegs von der Scheinitzenalpe
- Absturzhöhe: rund 30 Meter über steilem, bewaldetem Gelände
- Opfer: 76-jähriger Mann aus dem Bezirk Villach
- Bergung: Polizeihubschrauber „Libelle” mittels Taubergung
Die genaue Unfallursache bleibt offen — und damit auch die Frage, ob technische, gesundheitliche oder streckenbezogene Faktoren das Fahrzeug von der Fahrbahn gebracht haben.



