Am Montag, dem 18. August 2026, sickerte aus Linz eine Personalmeldung durch, die in österreichischen Fußballkreisen sofort für Gesprächsstoff sorgte: Maximilian Ritscher, Co-Trainer des amtierenden Doublesiegers LASK, soll künftig auch im Trainerteam der österreichischen Nationalmannschaft arbeiten. Der 32-Jährige kennt die Raiffeisen Arena in Pasching bestens — und könnte schon bald regelmäßig auch in Wien gefragt sein.
Wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichteten, soll Ritscher seine bisherige Funktion beim LASK behalten und gleichzeitig als neuer Co-Trainer von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick tätig werden. Eine Doppelfunktion also — und die Frage, wie das in der Praxis aussehen soll, drängt sich angesichts des vollen Terminkalenders beider Klubs unmittelbar auf.
Ritscher kommt vom LASK: Was den 32-Jährigen für Rangnick interessant macht
Ritscher ist beim LASK kein unbeschriebenes Blatt. Der gebürtige Oberösterreicher musste seine aktive Karriere als Spieler aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme früh beenden und wechselte 2018 ins Trainergeschäft. Sein Einstieg erfolgte über die Linzer Akademie — also von ganz unten, Schritt für Schritt.
Bei den Athletikern arbeitete er sich bis zur Profimannschaft vor und übernahm zweimal interimistisch das Cheftraineramt, als der Verein einen Nachfolger suchte. Nach den Verpflichtungen von João Sacramento beziehungsweise Dietmar Kühbauer trat er jeweils wieder zurück ins zweite Glied — ohne Aufhebens, professionell. Genau diese Haltung dürfte Rangnick nicht verborgen geblieben sein.
Rangnicks neues Trainerteam: Warum die Doppelfunktion möglich sein soll
Dem Vernehmen nach soll Ritscher seine Stelle beim LASK nicht aufgeben, sondern beide Aufgaben parallel ausüben. Das klingt ambitioniert — zumal der LASK in dieser Woche bereits im Champions-League-Playoff gegen Celtic unter enormem Druck steht. Solche Konstruktionen sind im österreichischen Fußball nicht unbekannt, verlangen aber ein hohes Maß an Abstimmung zwischen Klub und Verband.
Der ÖFB hat sich zu der Personalie bisher nicht offiziell geäußert. Laut den Oberösterreichischen Nachrichten gilt die Verpflichtung jedoch als so gut wie fix. Rangnick, der das ÖFB-Team seit März 2022 betreut, baut sein Betreuerstab damit weiter um.
LASK gegen Celtic: Ritschers Timing mitten in der heißen Phase
Die Personalmeldung fällt in eine entscheidende Woche für den LASK. Am Mittwoch, dem 20. August 2026, treffen die Linzer im Champions-League-Playoff auf Celtic Glasgow — ein Duell auf europäischer Bühne, das dem Verein sportlich wie finanziell enorm wichtig ist. Ritscher steht in dieser Phase noch voll im Dienst der Athletiker.
Wie genau die Übergabe oder Parallelführung seiner Aufgaben organisiert wird, ist noch offen. Klar ist: Ein Spieler, der seinen aktiven Karriere 2018 beenden musste und acht Jahre später im ÖFB-Trainerteam sitzt, hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich.
Vom Akademietrainer zur Nationalmannschaft: Ritschers Laufbahn in Zahlen
Die wichtigsten Stationen im Werdegang des Maximilian Ritscher auf einem Blick:
- 2018: Wechsel ins Trainergeschäft nach verletzungsbedingtem Karriereende als Spieler
- Danach: Aufbau über die LASK-Akademie zur Profimannschaft
- 2-mal: Interimstrainer bei den Athletikern in der Bundesliga
- Zuletzt: Co-Trainer unter Dietmar Kühbauer beim Double-Sieger LASK
- Ab Herbst 2026: Geplante Doppelfunktion als Co-Trainer beim ÖFB-Nationalteam
Er wäre mit 32 Jahren einer der jüngsten Assistenten, die je im direkten Umfeld eines österreichischen Nationaltrainers tätig waren.
Was jetzt offen bleibt: ÖFB-Bestätigung und Rangnicks nächste Schritte
Eine offizielle Stellungnahme des Österreichischen Fußball-Bundes stand zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus. Auch LASK wollte die Meldung nicht kommentieren. Ob die formale Bekanntmachung vor oder nach dem Celtic-Spiel erfolgt, ist unklar — sportlich und diplomatisch wäre ein Zeitpunkt nach dem Playoff-Hinspiel wohl der geschicktere.
Rangnick selbst stand zuletzt in der Kritik, weil er nach Informationen von Torhüter Patrick Pentz nie persönlich bei Ersatzkeeper Heinz Lindner angerufen hatte — eine Meldung, die in der österreichischen Sportöffentlichkeit für Unruhe sorgte. Ob Ritschers Verpflichtung auch als Signal einer Neuausrichtung im Betreuerstab zu verstehen ist, werden die kommenden Wochen zeigen.



