Es war eine der folgenreichsten Entscheidungen in der Geschichte des britischen Königshauses: Im Januar 2020 erklärten Prinz Harry und Herzogin Meghan ihren Rückzug als hochrangige Royals. Was damals wie ein abrupter Bruch wirkte, könnte nach neuen Enthüllungen aus dem engsten Umfeld der verstorbenen Königin deutlich vielschichtiger gewesen sein, als bisher bekannt.
Hinter den Palasttüren hatte Königin Elizabeth II. offenbar alles andere als die Absicht, ihren Enkel ziehen zu lassen — und soll dafür sogar bereit gewesen sein, traditionsreiche Spielregeln des Königshauses zu brechen. Was sie angeblich plante und warum es trotzdem nicht reichte, enthüllt nun ein Mann, der die Königsfamilie von innen kannte wie kaum ein anderer.
Paul Burrell: Der Mann, der 21 Jahre lang hinter den Palasttüren stand
Paul Burrell war insgesamt 21 Jahre lang für die britische Königsfamilie tätig, davon viele Jahre als persönlicher Butler von Prinzessin Diana. Sein Zeugnis trägt deshalb ein besonderes Gewicht — er spricht nicht als Außenstehender, sondern als jemand, der die innere Dynamik des Hauses Windsor aus nächster Nähe erlebte.
Gegenüber dem Daily Express äußerte sich Burrell nun zu den Vorgängen rund um den sogenannten Megxit. Seine Aussagen wurden vom deutschen Magazin Bunte aufgegriffen und verbreitet. Demnach war Elizabeth II., die im September 2022 im Alter von 96 Jahren starb, alles andere als passiv, als sich die Krise im Winter 2019/2020 zuspitzte.
Regel-Änderungen als letztes Mittel: Was die Queen für Meghan bereit war zu tun
Burrell zufolge soll Elizabeth II. bereit gewesen sein, für Harry und Meghan Ausnahmen zu schaffen, die es in dieser Form noch nie gegeben hatte. Konkret soll die Monarchin erwogen haben, die strengen Protokollregeln für das Paar zu lockern — ein Schritt, der innerhalb des Königshauses als beispiellos gegolten hätte.
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„Sie wollte, dass Harry ihr so nahe wie möglich blieb“, sagte Paul Burrell im Gespräch mit dem Daily Express. Diese Aussage deutet darauf hin, dass die Queen nicht nur als Staatsoberhaupt, sondern auch als Großmutter handeln wollte — und den Verlust ihres Enkels unbedingt verhindern wollte.
Welche konkreten Zugeständnisse geplant waren, ist nicht bis ins Detail bekannt. Fest steht laut Burrell, dass die geplanten Ausnahmen für ein Mitglied der Königsfamilie in der Form eines noch nie Dagewesenen dargestellt hätten — ein außerordentliches Signal der Kompromissbereitschaft.
„Meghan wollte Veränderung“: Warum die Zugeständnisse nicht griffen
Doch die Pläne der Queen stießen offenbar an eine entscheidende Grenze. Burrell beschreibt Meghan als den entscheidenden Faktor, der eine andere Richtung vorgab: „Die Amerikanerin in der Gleichung wollte eine andere Lösung. Meghan wollte Veränderung.“
Keine halben Maßnahmen, keine angepassten Protokolle — Meghan soll auf einen grundlegenden Neustart bestanden haben, der sich innerhalb der royalen Struktur schlicht nicht realisieren ließ. Das Ergebnis ist bekannt: Anfang 2020 zogen sich Harry und Meghan offiziell aus ihren Pflichten als hochrangige Mitglieder des Königshauses zurück und verließen Großbritannien.
Das neue Leben in den USA — und was seitdem aus dem Bruch wurde
Ihr neues Zuhause fanden Harry und Meghan in den Vereinigten Staaten, wo sie seither ihren eigenen Weg gehen. Die öffentlichen Spannungen mit dem Königshaus rissen seitdem nicht ab. Interviews, Memoiren und Dokumentationen folgten — und mit ihnen immer neue Kapitel einer Geschichte, die trotz räumlicher Distanz nicht zur Ruhe kommt.
Die nun bekanntgewordenen Details über die Bereitschaft der Queen zu weitreichenden Regel-Änderungen werfen ein neues Licht auf die Ereignisse von 2019 und 2020. Sie zeigen, dass der Bruch kein unausweichliches Schicksal war, sondern das Ergebnis von Entscheidungen — auf beiden Seiten.
Was Burrells Enthüllungen über das Innenleben der Windsors verraten
Für Royal-Beobachter sind solche Insider-Berichte mehr als Klatsch. Sie dokumentieren, wie das Haus Windsor auf interne Krisen reagiert — und wie weit eine Institution bereit ist, ihre eigenen Grundsätze zu dehnen, um den Zusammenhalt zu wahren. Dass selbst Elizabeth II., bekannt für ihr unbedingtes Festhalten an Tradition, zu Ausnahmen bereit war, gilt als außergewöhnliches Zeugnis ihrer persönlichen Bindung an Harry.
Zugleich machen Burrells Schilderungen deutlich, dass die Erwartungen von Meghan und jene des Königshauses fundamental verschieden waren — nicht bloß in Protokollfragen, sondern in der grundlegenden Frage, was das Leben als Royal bedeuten sollte und was nicht.
Ob und wie Harry und Meghan langfristig zu König Charles III. und dem Königshaus zurückfinden, bleibt eine der meistdiskutierten Fragen rund um das britische Königshaus — und Burrells Worte dürften diese Debatte neu befeuern.
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