Es ist ein Samstagabend in Premstätten, keine zwanzig Kilometer südlich von Graz, und Allessa steht auf der Bühne des “Woazln”. Wer sie dort am 5. September erlebt, trifft eine Künstlerin, die gerade den erfolgreichsten Abschnitt ihrer Karriere durchlebt — und das mit einer Gelassenheit, die ihr neues Album von der ersten Sekunde an ausstrahlt.
Denn hinter dem lächelnden Auftritt steckt eine Geschichte, die im österreichischen Schlager so noch nicht erzählt worden ist: die einer Steirerin, die in Deutschland einen Airplay-Rekord gebrochen hat, der bislang keiner Österreicherin gelungen war. Wie das passiert ist — und was das Album “Spielerin” über Allessa als Mensch verrät — das ist die eigentliche Geschichte.
“20.000 Meilen”: Zwölf Wochen, sechs Wochen auf Platz eins — ein Rekord für die Bücher
Die Zahlen sprechen für sich. Die Single “20.000 Meilen” verbrachte zwölf Wochen in den deutschen Airplay-Top-10 — eine Ausdauer, die im modernen Radiobetrieb kaum einer Schlager-Produktion gelingt. Sechs Wochen lang hielt der Song Platz eins, weitere fünf Wochen Platz zwei.
Damit setzte Allessa eine Marke, die in der Geschichte des österreichischen Schlagerpops einmalig ist: Noch keiner Österreicherin war zuvor in Deutschland eine vergleichbare Platzierung in den Airplay-Charts gelungen. Für eine Künstlerin, die Ende der 1990er-Jahre mit der Girlgroup C-Bra und dem Song “Make Up Your Mind” ihr erstes Publikum fand, ist das eine bemerkenswerte Wegstrecke.
“Spielerin”: Was der Albumtitel wirklich bedeutet
Das neue Album heißt “Spielerin” — und das ist Absicht, kein Zufall. Der Titel steht für eine Haltung: das Leben als Feld begreifen, auf dem man selbst die Züge macht, Chancen ergreift, Niederlagen einsteckt und dennoch weiterspielt. Diese Idee zieht sich durch alle zwölf Tracks des Albums.
“Ich liebe Spiele — die machen das Leben locker, genauso wie guter Humor”, erklärte Allessa im Gespräch mit Heute. “Und auch Musik trägt vieles dazu bei, dass man das Leben humorvoll, spielerisch und leicht nimmt und nicht so viel in sich hineinfrisst.”
An acht der zwölf Songs war die Sängerin selbst am Songwriting beteiligt. Das macht “Spielerin” zu ihrem bislang persönlichsten Album — einem, das moderne Schlagerproduktion mit autobiografischen Zügen verbindet, ohne je in Nabelschau zu verfallen.
Niederlagen als Teil des Spiels: Allessa über Rückschläge und den eigenen Weg
Zum Bild der Spielerin gehört auch die Bereitschaft, zu verlieren. Allessa spricht darüber ohne Beschönigung. “Niederlagen muss man lernen”, sagt sie. “Es gibt Leute, die bleiben dann einfach liegen und sagen: ‘Tja, geht halt nicht anders, soll halt so sein’ — und warten, was passiert. Oder machen alles abhängig von anderen.”
Ihre eigene Antwort auf Rückschläge klingt ebenso direkt wie unprätentiös: “Ich bin jemand, der wieder aufsteht und versucht und weitermacht. Eine verlorene Schlacht muss kein verlorener Krieg sein.” Die Steirerin lacht dabei — nicht um das Gesagte zu relativieren, sondern weil sie es offensichtlich wirklich so meint.
Was die digitale Version von der CD unterscheidet
Wer “Spielerin” streamt oder digital kauft, bekommt mehr als das physische Album. Die digitale Ausgabe enthält vier zusätzliche Tracks, die auf der CD-Version fehlen. Das macht den Unterschied zwischen 12 und 16 Songs — ein Detail, das für Fans relevant ist, die das Album in voller Länge erleben wollen.
- CD-Version: 12 Titel
- Digitale Version: 16 Titel, darunter 4 exklusive Bonus-Tracks
- Allessa als Co-Autorin bei 8 der 12 Haupttitel
- Genre: moderner Schlager mit vielseitigen musikalischen Einflüssen
- Liveauftritt: 5. September, “Woazln” in Premstätten (Bezirk Graz-Umgebung)
Vom Pferdehof auf den Charts-Thron: Woher Allessa kommt
Die Karriere der Steirerin begann nicht auf einer großen Bühne, sondern in der Girlgroup C-Bra in den späten 1990er-Jahren. Der Weg von dort bis zu einem Airplay-Rekord in Deutschland umfasst mehr als zwei Jahrzehnte Branchenerfahrung — inklusive der Höhen und Tiefen, über die sie auf “Spielerin” so offen singt.
Musikalisch lässt das Album bewusst Grenzen offen. Unterschiedliche Einflüsse fließen zusammen, ohne dass ein dominantes Stilkorsett den Gesamtklang einengt. Frei nach Allessas eigenem Motto: Erlaubt ist, was gefällt. Und nach zwölf Wochen in den deutschen Top-10 hat sie damit offenkundig den Nerv eines breiten Publikums getroffen.
Was nach dem Sommer kommt
Der Liveauftritt am 5. September in Premstätten ist der nächste konkrete Termin im Kalender — für viele steirische Fans der erste Moment, das neue Material auf einer Bühne zu erleben. Ob nach dem Rekorderfolg von “20.000 Meilen” weitere Deutschlandtermine folgen, ist derzeit noch offen.
Ob das nächste Kapitel wieder auf einem Pferdehof beginnt oder direkt auf einer Konzertbühne — Allessa hat gezeigt, dass sie auch lange Spiele gewinnen kann.



