L.A. Lakers Rekordverkauf: Wie Trumps Familienumfeld 12,5 Milliarden Dollar in 3 Tagen bewegte

Es war ein Mittwoch im August, als die Sportwelt kurz den Atem anhielt. Nicht wegen eines Spielergebnisses, nicht wegen einer Verletzung — sondern wegen einer Zahl: 12,5 Milliarden Dollar. So viel soll das Basketballteam der Los Angeles Lakers kosten, und so viel soll der bisherige Eigentümer Mark Walter dafür bekommen, gerade einmal 14 Monate nachdem er die Franchise für damals bereits rekordverdächtige 10 Milliarden Dollar übernommen hatte. Jeden einzelnen Tag in seinem Besitz legte das Team damit rein rechnerisch mehr als 290.000 Dollar an Wert zu.

Was diesen Deal jedoch von einem gewöhnlichen Milliardärsgeschäft unterscheidet, ist nicht allein die schwindelerregende Summe — es ist das Tempo, die Käufer und die Fragen, die seither unbeantwortet im Raum stehen. Drei Tage Verhandlungszeit für den teuersten Teamverkauf in der Geschichte des Profisports. Und als Käufer: der Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn.

Der Rekordpreis: Täglich 290.000 Dollar Wertzuwachs in 14 Monaten

Als Mark Walter im Frühjahr 2025 die Mehrheitsanteile an den Los Angeles Lakers von Jeanie Buss übernahm, Tochter des 2013 verstorbenen Langzeiteigentümers Jerry Buss, galt der Kaufpreis von 10 Milliarden Dollar (rund 8,6 Mrd. Euro) bereits als Sensation. Buss senior hatte das Team 1979 gemeinsam mit den L.A. Kings und der gemeinsamen Spielstätte für gerade einmal 67,5 Millionen Dollar erworben.

Nun, 14 Monate später, soll dasselbe Team für 12,5 Milliarden Dollar (rund 10,8 Mrd. Euro) den Besitzer wechseln. Konkrete sportliche oder wirtschaftliche Gründe für diesen Preissprung wurden laut Berichten des Sportportals The Athletic, der Sportnachrichtenplattform der New York Times, nicht genannt. In einer Branche, in der selbst deutlich kleinere Summen über Monate harten Verhandlungen standhalten, wirkt eine Einigung in drei Tagen schlicht aberrant.

Wer die Lakers wirklich kauft: Joshua Kushner und Bob Iger

Die Käufer sind zwei Figuren, die im amerikanischen Machtgefüge kaum zufälliger zusammentreffen könnten. Robert Iger, ehemaliger Vorstandschef von Disney, steigerte den Konzernwert während seiner Amtszeit von 56 auf 231 Milliarden Dollar und gilt als einer der einflussreichsten Medienmanager der USA.

An seiner Seite steht Joshua Kushner, Gründer des Risikokapitalunternehmens Thrive Capital — und Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Jared Kushner verhandelt derzeit erneut im Auftrag seines Schwiegervaters im Nahen Osten. Joshua Kushner war zuletzt international in den Schlagzeilen, weil er gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino rund 20 Milliarden Dollar in einen Plan investieren wollte, bei dem der Weltfußballverband Anteile an den Durchführungsrechten der Fußball-Weltmeisterschaft an Investoren abgegeben hätte. Dieses Vorhaben scheiterte am massiven Widerstand einer breiten Mehrheit der FIFA-Mitgliedsländer.

Mark Walter unter Druck: Staatsanwaltschaft und Börsenaufsicht ermitteln

Wer verstehen will, warum Walter ein Prestigeobjekt wie die Lakers nach so kurzer Zeit abstößt, muss seinen Blick auf eine andere Baustelle richten. Der 66-jährige Milliardär aus Iowa, CEO von Guggenheim Partners und TWG Global, steht seit geraumer Zeit im Fokus mehrerer Bundesbehörden. Laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erhielten seine Versicherungsgesellschaften Delaware Life Insurance Company und die damit verbundene Clear Spring Life and Annuity im Februar Vorladungen einer Grand Jury im Rahmen von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York.

Parallel dazu läuft eine gesonderte Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC. Das Wall Street Journal berichtete, es gehe um Kreditvergaben in der Größenordnung von fast 21 Milliarden Dollar an Unternehmen, die mit Walter oder seinem Firmenkonglomerat TWG Global in Verbindung stehen. Der Druck, rasch liquides Kapital zu beschaffen, gilt Branchenkennern als wahrscheinlichste Erklärung für den eiligen Verkauf.

Trumps Rolle: Ein Ring für 100.000 Dollar und ein Deal ohne offiziellen Beleg

Dass Donald Trump mit dem Lakers-Deal direkt zu tun hat, lässt sich nicht belegen. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte ausdrücklich, der Abschluss zwischen Kushner, Iger und Walter habe “nichts mit Präsident Trump oder seiner Regierung zu tun.” Gleichwohl sind die Verbindungen auffällig.

Mark Walter erschien mit den Los Angeles Dodgers — ebenfalls in seinem Besitz, zuletzt zweifacher Baseball-Meister — zur Feier im Weißen Haus, wo Trump ihn öffentlich lobte. Walter überreichte dem Präsidenten einen gravierten World-Series-Ring mit Brillanten, der Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Dollar wert ist. Branchenkenner weisen darauf hin, dass der Deal in seiner Gesamtheit — der außergewöhnlich hohe Preis, die fehlende Marktöffnung für andere Bieter, die dreitägige Verhandlungsdauer — besser zu erklären wäre, wenn ein einflussreicher Vermittler im Hintergrund agiert hätte. Beweise dafür gibt es keine.

Was Walter mit den Lakers verändert hat — und was nicht

Walters Einstieg war mit Versprechen verbunden: mehr Investitionen in Scouting, Sportmedizin, Analyse. Tatsächlich blieben viele dieser Ankündigungen laut Berichten aus dem Umfeld des Clubs weitgehend uneingelöst. Was sich hingegen spürbar veränderte:

  • Mehrere Kündigungsrunden innerhalb der Cluborganisation
  • Erhöhung der Saisonkartenpreise um teils mehr als 40 Prozent
  • Schaffung zusätzlicher Plätze am Spielfeldrand auf Kosten von Medienarbeitsplätzen
  • Keine nennenswerten sportlichen Kursänderungen auf dem Feld

Mit 17 NBA-Meistertiteln — zuletzt 2020 — und Legenden wie Wilt Chamberlain, Kareem Abdul-Jabbar, Magic Johnson, Kobe Bryant und LeBron James sind die Lakers die glamouröseste Franchise der Liga, nur die Boston Celtics mit 18 Titeln stehen vor ihnen. Dass ein solches Objekt so rasch wieder auf den Markt kommt, hat in der Geschichte der NBA keinen Präzedenzfall.

Wie es nach dem Verkauf weitergeht — und was noch offen bleibt

Die NBA muss dem Verkauf noch zustimmen, ein Prozess, der üblicherweise mehrere Monate dauert. Ob Walter mit dem Erlös aus dem Lakers-Verkauf seine rechtlichen und finanziellen Probleme tatsächlich lösen kann, gilt als offen. Laut britischen Medienberichten, auf die die FAZ verweist, könnte er auch seinen 38-Prozent-Anteil am englischen Fußballclub FC Chelsea verkaufen, dessen Marktwert das Wirtschaftsmagazin Forbes auf rund 3,5 Milliarden Euro schätzt.

Ob die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und SEC durch einen Kapitalzufluss dieser Größenordnung eingedämmt werden können, oder ob sie eine eigene Dynamik entwickelt haben, die sich durch Liquidität nicht mehr stoppen lässt, wird die entscheidende Frage für Walter in den kommenden Monaten sein.

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