155 Meter über dem Salzachtal, eingebettet zwischen den Felsen des Pongaus, thront die Festung Hohenwerfen — fast 950 Jahre alt, im Herbstnebel ebenso beeindruckend wie im Hochsommer. Wer dort oben lebt und arbeitet, sieht Salzburg von oben. Und wer dort das Sagen hat, trägt den Titel, den sich wohl viele insgeheim wünschen: Burgherr.
Genau diese Stelle wird jetzt neu ausgeschrieben. Der bisherige Burgherr Marcus Hank verlässt die Festung mit Jahresende — nach drei Jahren an der Spitze des historischen Wahrzeichens. Bis Donnerstag, 24. September, läuft die Bewerbungsfrist noch auf der Karriereseite des Landes Salzburg. Wer also schon immer von einem mittelalterlichen Wohnsitz mit Aussicht geträumt hat, sollte die nächsten Tage nicht vertrödeln.
Hohenwerfen: Fast 950 Jahre Geschichte suchen einen neuen Hüter
Die Burg Hohenwerfen gehört zu den besterhaltenen Höhenburgen Österreichs. Errichtet um 1077, thront sie auf einem 155 Meter hohen Felssporn über dem Markt Werfen im Salzburger Pongau. Heute ist sie ein vielbesuchtes Ausflugsziel, bekannt für lebendige Mittelaltervorführungen, historische Ausstellungen und die spektakuläre Lage über dem Salzachtal.
Marcus Hank hatte das Amt drei Jahre lang inne und wohnte in dieser Zeit auch auf der Burg selbst. Seine Nachfolge tritt laut Stellenausschreibung voraussichtlich im Jahr 2027 an — wer es wird, entscheidet das Land Salzburg als Eigentümer der Anlage.
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Neuer Burgherr gesucht: Was das Amt wirklich verlangt
Gesucht wird kein Ritter in Kettenhemd, sondern ein Allround-Talent mit handfestem Organisationsgeschick. Die Aufgaben sind vielfältig und reichen weit über den touristischen Betrieb hinaus. Wer sich bewirbt, übernimmt Verantwortung für:
- ein Team von bis zu 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
- die Planung und Betreuung von Events und Ausstellungen
- die Koordination der Burgschenke als gastronomischer Anlaufstelle
- Instandhaltung der historischen Bausubstanz
- Technik, Brandschutz und Sicherheitsfragen
Vorausgesetzt werden außerdem ein gültiger Führerschein, gute Englischkenntnisse und die Bereitschaft, tatsächlich auf der Burg zu wohnen. Eine höhere Ausbildung im Tourismus oder ein vergleichbares Studium ist erwünscht, aber offenbar nicht zwingend.
Bürgermeister Stock: „Langweilig wird es auf der Burg jedenfalls nie“
Der Werfener Bürgermeister Hubert Stock verfolgt die Ausschreibung mit gemischten Gefühlen — zumindest was die Anforderungen betrifft. „Aus unserer Sicht ist dieser starke Fokus auf das Touristische nicht sinnvoll. Es wäre wünschenswert, die Anforderungen etwas offener zu halten“, sagte Stock gegenüber Salzburg24.
Die Zusammenarbeit mit dem scheidenden Burgherrn Hank habe er als „wirklich ein Traum“ erlebt. Dennoch bleibt Stock optimistisch: „Wir hoffen einfach, dass seine gute Arbeit fortgeführt wird.“ Und er fügt hinzu, was wohl das beste Argument für die Stelle ist: „Langweilig wird es auf der Burg jedenfalls nie.“
Bewerbungsfrist läuft noch bis 24. September — so geht es weiter
Interessierte können sich noch bis Donnerstag, 24. September, auf der offiziellen Karriereseite des Landes Salzburg bewerben. Das Land Salzburg ist als Eigentümer der Festung für die Auswahl der Bewerbungen verantwortlich. Wann genau eine Entscheidung fällt und wann der neue Burgherr seinen Posten antritt, ist derzeit noch offen.
Fest steht: Marcus Hank übergibt mit Jahresende. Die Burg wird den Winter also ohne permanente Leitung durchstehen müssen — oder zumindest ohne eine, die bereits offiziell im Amt ist.
Was auf den künftigen Burgherrn im Pongau wartet
Wer die Stelle antritt, übernimmt eine der ungewöhnlichsten Führungsaufgaben Österreichs. Der Wohnsitz ist ein mittelalterliches Gemäuer mit Blick über die Salzburger Alpen, der Arbeitsort eine lebendige Kultureinrichtung, die jährlich tausende Besucherinnen und Besucher anzieht. Die Kombination aus historischer Verantwortung, Personalführung und technischem Management macht das Profil anspruchsvoll — und außergewöhnlich.
Ob das Land Salzburg bei der Nachbesetzung den Wunsch von Bürgermeister Stock nach offeneren Anforderungen berücksichtigt, wird sich erst im Laufe des Auswahlverfahrens zeigen.
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